Unterwegs auf der Wünschelroute „Wenn die Nebel tanzen“ – Wandern, Wein und wunderschöne Ausblicke

„Wenn Sie nach draußen gehen, holen Sie sich bitte eines dieser Bänder ab und nehmen sich ein Glas“, fordert uns Albrecht Gietzen – Winzer und Ortsbürgermeister von Hatzenport – auf und demonstriert, wie wir das Weinglas in die lederne Halterung einhängen sollen. Eben habe ich noch mit 19 weiteren Bloggern gemütlich im Winzerhof Gietzen bei Traubensaft, Rieslingsuppe und Mosel-Tapas zusammengesessen und jetzt stehe ich mit einem um meinen Hals hängenden Weinglas auf dem wunderschönen Hof des Weinguts. Gleich starten wir zu unserer ersten Wanderung an diesem Wochenende. Sie trägt den hübschen Namen „Wenn die Nebel tanzen“ und ist Teil der Aktion „Wünschelrouten – Geführte Herbst-Wandertouren rund um Wein & Kulinarik“. Auch ein paar Hotelgäste des Winzerhofs stoßen zu uns und schon stratzt Albrecht Gietzen mit großen Schritten los.

Auf dem Hatzenporter Laysteig und dem WeinWetterWeg

Zunächst geht es über geteerte Wege zum Kräutergarten. Wir halten so gut es geht mit unserem hochgewachsenen Guide Schritt, wobei die Weingläser immer wieder gegen Jackenknöpfe oder Rucksackgurte hauen und dabei die Umgebung mit leisem Klirren erfüllen – erinnert entfernt an Kuhherden im Allgäu…

An unserem nächsten Zwischenziel erleben wir den ersten von vielen schönen Ausblicken an diesem Wochenende. Mit der kleinen Pfarrkirche St. Johannes im Rücken und der Mosel zu unseren Füßen lauschen wir den Worten von Albrecht Gietzen, der uns begeistert vom Projekt „Kräutergarten“ berichtet und das Rezept für die köstliche Rieslingsuppe verrät, die uns seine Frau vorhin gezaubert hat.

Wir lassen den Kräutergarten hinter uns und zu unserer aller Freude auch die geteerten Wege. Jetzt geht es über Trampelpfade bzw. Traumpfade durch die Weinberge weiter hinauf bis zur Rabenlay, wo wir die Gläser das erste Mal aus ihren Halterungen nehmen und sie von Albrecht Gietzen mit einem trockenen Riesling (2017 Nikolaus Gietzen) füllen lassen. Natürlich erhalten wir auch hier mit Begeisterung vorgetragene Informationen sowohl zum Weinanbau an der Terrassenmosel als auch zum leckeren Tropfen in unseren Gläsern.

Der Wein schmeckt, die Aussicht ist traumhaft und die Stimmung gut. Einziger Wermutstropfen ist der Regen, der gerade wieder einsetzt. Aber es gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter sondern nur schlechte Kleidung und die scheint heute niemand gewählt zu haben. Überall um mich herum werden Regenjacken aus den Rucksäcken geholt, Kapuzen übergezogen und Schirme aufgespannt. Der Regen macht den Untergrund zwar etwas rutschig, aber auch die Wegabschnitte, die besonders schmal sind und sich nah am Abgrund entlangschlängeln, machen mir heute überhaupt nichts aus. Im Gegenteil: Ich bin schon jetzt total begeistert von der Wegführung und der grandiosen Aussicht auf die Weinberge und den Fluss.

Die Wünschelroute „Wenn die Nebel tanzen“ ist zwar nur etwa drei Kilometer lang, doch auf unserer gemeinsamen Wanderung entlang des Hatzenporter Laysteigs sowie des WeinWetterWegs schaffen wir es, allerhand Interessantes über den Weinanbau an der Terrassenmosel zu erfahren, viele neue Menschen kennen zu lernen und vier unterschiedliche Rieslinge zu probieren. Erstaunlich ist, dass weder eines der Gläser zu Bruch geht, noch ein Gruppenmitglied weinbeduselt vom Weg abkommt. Besonders der finale Abstieg zum Bahnhof Hatzenport ist steil, uneben und rutschig.

Übernachten bei Walt Disney

Als ich mit den Hotelgästen von Winzer Gietzen und zwei weiteren Bloggerinnen am Bahnhof Hatzenport ankomme, ist der Rest unserer Gruppe soeben mit dem Zug zurück nach Löf abgefahren. Also bekommen wir einen exklusiven Shuttleservice von Maria Gietzen zum Hotel Lellmann in Löf. Hier reihen wir uns in die Bloggerschlange vor der Rezeption ein und raunen gemeinsam „Ah!“ und „Oh!“, wenn Zimmernamen wie „Romeo und Julia“ oder „Marilyn Monroe“ genannt werden. Ich bekomme das Zimmer „Walt Disney“ zugewiesen und folge grinsend den Hinweisschildern nach Hollywood.

Jetzt heißt es duschen, Beine hochlegen und alle Akkus aufladen, denn in einer knappen Stunde geht das Programm mit einer Audienz, noch mehr Wein und einem gemeinsamen Abendessen weiter.

Audienz bei Weinkönigin Julia Gries von Kobern-Gondorf

Als ich – wie immer überpünktlich – die Hotelbar betrete, sind Weinkönigin Julia und ihre beiden Prinzessinnen Nicola und Katrin aus Kobern-Gondorf bereits dabei, die letzten Vorbereitungen zu treffen. Hübsch sehen sie aus in ihren farblich aufeinander abgestimmten Dirndln. Ich suche mir einen Platz, von dem aus ich einen guten Blick auf die Leinwand habe, und schon füllt sich nach und nach der Raum mit meinen Mitreisenden.

Julia und ihre Prinzessinnen haben uns fünf Weine mitgebracht und erzählen uns fachfrauisch, was wir da jeweils im Glas haben und wo bzw. wie die Trauben angebaut werden. Untermalt wird das Ganze mit wunderschönen Bildern der „Sonnigen Untermosel“. Natürlich gibt es auch jede Menge Fragen, die Julia bereitwillig und professionell beantwortet.

Den Abend lassen wir dann anschließend bei einem leckeren drei-Gänge-Menü ausklingen, bei dem uns auch die drei Weinmajestäten Gesellschaft leisten. Einige von uns können vom Wein scheinbar nicht genug bekommen und ziehen noch einmal in die Hotelbar. Für mich endet der erste Tag dieses Bloggerwandern-Wochenendes und ich lasse mich weinselig in meine Kissen fallen. Ob ich heute Nacht wohl von Mickey, Donald und Co. träumen werde?

Links

  • Wir haben im Hotel Lellmann übernachtet, das direkt an der Mosel und in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof Löf liegt.

  • Übernachten kann man auch im Winzerhof Gietzen in Hatzenport. Oder ihr nehmt dort einfach an einer Weinprobe teil und gönnt euch einen Teller Riesling-Kräuter-Suppe.

Vielen Dank an die Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH für die Einladung zum Bloggerwandern 2018 an der „Sonnigen Untermosel“. Meine Meinung ist wie immer meine eigene und wird durch die Einladung nicht beeinflusst.

Ich freue mich über das Teilen dieses Beitrags:

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4 comments

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  3. Hallo Jessi,

    sehr anschaulich und schön beschrieben! Die Sache mit den Themenzimmern im Hotel Lellmann hat mich auch beschäftigt. Wer hat eigentlich „Dick und Doof“ bekommen? ich war mit dem Albert Einstein – Zimmer höchst zufrieden ;-)

    Liebe Grüße, Jörg vom Wanderblog „Outdoorsuechtig.de“

    • Hallo Jörg,

      vielen Dank! Hm, das weiß ich leider auch nicht. Einstein ist tatsächlich auch ein gutes Zimmer. :-)

      Liebe Grüße
      Jessi

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