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Die alte Hansestadt Lemgo und ihr außergewöhnlicher Künstler

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Gemeinsam mit Sinya Nielsen lausche ich den Erzählungen von Werner Kuloge, während mein Blick über den Stadtplan von Lemgo huscht, der vor uns an der Häuserwand hängt. Vor wenigen Minuten haben Sinya und ich uns mit Werner am Fluss Bega getroffen und über eine Brücke Lemgos Altstadt betreten. Jetzt gibt es ersteinmal einen kurzen Überblick über die alte Hansestadt, deren Entstehung uns Werner anhand des Stadtplans erläutert. Plötzlich bleibt mein Blick an einer der Nummern in der Legende hängen und bevor wir unseren Rundgang starten, muss ich meine Frage hierzu loswerden: „Was ist denn das Planetenhaus?“ Werner verspricht, mir das alte Haus mit der astronomischen Verzierung später zu zeigen. Super, dann kanns ja losgehen.

Über die Bega geht es in die Altstadt

Bei strahlendem Sonnenschein spazieren wir durch Lemgos Straßen und steuern als erstes auf ein wunderschönes, altes Bürgerhaus mit einem eher weniger schönen Namen zu: Das Hexenbürgermeisterhaus. Den Namen verdankt das Haus einem seiner Bewohner, dem Bürgermeister Hermann Cothmann, der als Hexenjäger in die Lemgoer Geschichte einging. Auch seine Mutter wurde der Hexerei bezichtigt und hingerichtet.

Die wunderschöne Fassade des Hexenbürgermeisterhauses

Seit 2007 erzählt das heutige Museum unter anderem Geschichten über die Hanse, die Hexenverfolgung oder auch über die Reisen und das Werk des Reisenden, Naturforschers und Arztes Engelbert Kaempfer.

Fachwerkhäuser dürfen auch schief sein

Auch in Lemgos Hinterhöfen findet man wunderschöne Ansichten

Dass Werner „seine“ Stadt in- und auswendig kennt, merken wir schnell. So viele spannende Geschichten, so viele interessante Infos, so viel Spaß am Erzählen. Sinya und ich sind begeistert. Bevor uns von den vielen Eindrücken allerdings der Kopf schwirrt, legen wir eine kurze Pause ein und ich darf eine regionale Spezialität probieren: Die Lemgoer Strohsemmel. Die Hefeteigstücke werden vor dem Backen überbrüht, um länger haltbar zu sein, und auf einem Bett aus Stroh gebacken. Sie schmecken ein bisschen süßlich, können aber auch hervorragend mit Wurst und Käse verputzt werden.

Lemgoer Strohsemmeln

Die Stärkung mit den Strohsemmeln nutzen wir direkt für eine Turmbesteigung. Vom Marktplatz aus können wir unser Ziel bereits sehr gut sehen, denn die beiden Türme der Kirche St. Nicolai ragen weit über das Rathaus hinaus. Werner öffnet eine schmale, unauffällige Tür am Fuße des sogenannten Stadtturms und bittet uns, ihm zu folgen. Unsere Rucksäcke lassen wir lieber direkt hier unten; die würden uns auf den engen Treppen nur behindern.

Direkt hinter dem Rathaus steht die Kirche St. Nicolai

Gespannt folgen Sinya und ich unserem Guide die Treppen hinauf. Auf der Glockenebene halten wir uns nach einem Blick auf die Uhr nur ganz kurz auf, denn gleich wird es richtig laut. An der Türmerstube vorbei geht es noch eine Etage nach oben. Hier öffnet Werner alle Fenster und wir dürfen den Blick auf Lemgos Dächer genießen. An den Holzbalken haben sich zahlreiche Besucher verewigt. Einige würden meinen, dass es sich um Schmierereien handelt, die das Gebäude verschandeln. Wenn man aber genauer hinschaut, findet man hier auch viele richtig alte Einträge. Und dann werden diese „Schmierereien“ plötzlich interessant; sie erzählen sogar Geschichten.

Blick von der Kirche St. Nicolai auf Lemgos Dächer

Lemgos hübsche Altstadt von oben

Direkt ums Eck der Kirche wartet das Lemgomobil auf uns. Während sich Werner hinter das Lenkrad schwingt, dürfen Sinya und ich vorne in der Rikscha Platz nehmen und uns durch Lemgo kutschieren lassen. Wie zu Beginn unserer Tour versprochen, halten wir auch kurz am Planetenhaus. Das Fachwerkhaus ist typischerweise mit Schnitzereien verziert. In diesem Fall stellen die Figuren die im 16. Jahrhundert bekannten „Planeten“ dar: Jupiter, Merkur, Saturn, Sonne, Venus, Mars und Mond.

Das Planetenhaus von Lemgo

Mit Schwung geht es raus aus der Altstadt. Während Werner fleißig in die Pedale tritt, genießen wir die Fahrt und haben richtig Spaß dabei, uns so durch die Straßen kutschieren zu lassen. So einen Service hat man schließlich nicht jeden Tag. Unsere Fahrt endet an einem ganz besonderen Gebäude, dem Junkerhaus. Ich hatte mich im Voraus bewusst nicht weiter hierüber informiert und wollte mich stattdessen einfach überraschen lassen. Was soll ich sagen? Überrascht bin ich auf jeden Fall!

„Ein zweigeschossiger Fachwerkbau mit Backsteinsockel und quadratischem Grundriss. Sein ungewöhnliches Aussehen erhält das Haus durch die reich geschnitzte Bauornamentik. Im Inneren sind fast alle Wände und Decken mit Holz verkleidet. Verschiedene Räume und das Treppenhaus weisen Wand- und Deckengemälde auf.“

Das Junkerhaus in Lemgo

Der Lemgoer Künstler Karl Junker hat fast sein komplettes Leben damit verbracht, dieses Haus, in dem er gelebt hat und 1912 auch gestorben ist, fertig zu stellen. „Verrückt!“ schießt es mir immer wieder durch den Kopf, während ich durch die hölzernen Räume streife und mit dem Kopf im Nacken die Deckenmalereien betrachte. In diesem Haus gibt es kaum etwas, das nicht aus Holz geschnitzt wurde.

Auch innen besteht das Junkerhaus fast ausschließlich aus Holz

Im Treppenhaus besteht nur der Handlauf nicht aus Holz

Werner bringt Sinya und mich wieder sicher in die Wirklichkeit und auch zum Ausgangspunkt unserer heutigen Tour zurück, wo sich unsere Wege schließlich trennen.

 

 

Vielen Dank an den Teutoburger Wald Tourismus für die Einladung zur TeutoBloggerWG 2019. Mein Dank gilt außerdem Lemgo Marketing e. V., insbesondere Sinya Nielsen und Werner Kuloge für die abwechslungsreiche und kurzweilige Tour durch Lemgo. Wie immer wurde meine Meinung durch die Einladung nicht beeinflusst.

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