Mit E-Mountainbike und GPS-Gerät durch den Teutoburger Wald

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„Sie bekommen von mir dann am Bahnhof Horn-Bad Meinberg das E-Mountainbike mit GPS-Gerät, auf dem ich die Strecke speichere“, informiert mich Manfred Wiehenkamp. Bis zu diesem Telefonat habe ich gedacht, mich würde jemand auf meiner Montainbiketour durch den Teutoburger Wald begleiten. Jetzt bin ich mir ziemlich sicher, dass ich allein unterwegs sein werde, frage vorsichtshalber aber noch einmal nach. Meine Frage wird wie erwartet mit ja beantwortet. Ein bisschen nervös macht mich das ja schon. Allein im Teutoburger Wald, das erste Mal mit einem Mountainbike unterwegs und auch das erste Mal mit einem GPS-Gerät fürs Rad. Einer meiner Kollegen versichert mir, er würde nach mir suchen, falls ich am Montag nicht auf der Arbeit auftauchen sollte; als ehemaliger Soldat könne er sowas ja schließlich. Ich hoffe doch, dass es so weit nicht kommen wird…

Manfred Wiehenkamp und ich kommen fast zeitgleich am Bahnhof Horn-Bad Meinberg an. Während ich meinen Helm aus dem Rucksack hole, erklärt mir Manfred Wiehenkamp die Schaltung, die Unterstützung durch den E-Antrieb und das GPS-Gerät. Und dann stehe ich auch schon allein da, nur das Mountainbike und ich. Es ist ein Herrenrad, was mir den Aufstieg und auch einige Male den Abstieg erschwert. Gespannt, was der Vormittag bringen wird, radel ich erst einmal durch den kleinen Ort und folge dabei der farblich hervorgehobenen Strecke auf dem GPS-Gerät. Fast verpasse ich den Abzweig zu den Externsteinen, dem ersten Highlight auf meiner Tour. Ich merke aber direkt, dass ich ein Stück zu weit gefahren bin und finde schnell den Weg ins Grüne.

Ein paarmal in die Pedalen getreten und schon tauchen sie vor mir auf: Die Externsteine. Ich habe zwar schon viele tolle Fotos von ihnen gesehen, aber sich diesen einzigartigen Felsen zu nähern und zwischen ihnen hindurch zu fahren, ist noch mal etwas ganz anderes. Da ich unglaublich schlecht im Schätzen bin und Manfred Wiehenkamp mir versicherte, dass die vor mir liegende Strecke in der zur Verfügung stehenden Zeit machbar aber sportlich sei, wage ich es nicht, die Felsen zu besteigen und mache nur ein paar Fotos von unten. Ich muss also unbedingt noch einmal mit mehr Zeit wiederkommen.

Direkt hinter den Externsteinen geht es steil bergauf. Also stelle ich den E-Antrieb auf die höchste Stufe und arbeite mich dank Unterstützung langsam den Schotterweg nach oben. Trotz E-Bike und wegen der heißen Temperaturen ein wenig aus der Puste, halte ich oben kurz an und verliere beim Blick auf die vielen Abzweigungen völlig die Orientierung. Ein wenig verzweifelt wähle ich einen der falschen Wege und muss mich dann fluchend ein zweites Mal den Berg herauf quälen. Anschließend atme ich ein paarmal tief durch und gehe die Sache mit kühlem Kopf erneut an, so dass der Pfeil auf dem GPS-Gerät wieder Sinn macht und ich mich auf der richtigen Strecke befinde.

Ab jetzt klappt es mit der Orientierung gut, was auch daran liegen könnte, dass es kaum Abzweigungen gibt. Auf meinem Weg bergauf und bergab durch den Teutoburger Wald begegne ich so gut wie niemandem. Sollte mir etwas zustoßen, würde mich so schnell keiner finden. Ich versuche, solche Gedanken beiseite zu schieben, was ganz gut klappt, da ich mich aufs Navi und bergab auch darauf konzentriere, die Handbremsen nicht loszulassen. Zweimal verfahre ich mich dann doch noch, was ich aber nach wenigen Metern merke und korrigiere.

Erst als ich am Hermannsdenkmal ankomme, gönne ich mir eine kurze Pause. Schließlich muss ich jetzt nur noch runter nach Detmold und ich scheine gut in der Zeit zu liegen. Ein paar Fotos und auch ein kleiner Snack sind also drin. Auf meinem Weg nach unten bin ich dann noch einmal unsicher, bekomme aber Hilfe von zwei jungen Männern, die sich zwar nicht mit GPS-Geräten aber rund um Detmold auskennen. Bergab geht es jetzt noch ein Stück durch den Wald, vorbei an Feldern und Obstbäumen und schließlich wieder auf geteerten Wegen nach Detmold.

So langsam wird die Zeit doch knapp, also lasse ich die letzte Zwischenstation – das fürstliche Residenzschloss – aus und radel direkt zum Bahnhof, wo Manfred Wiehenkamp das Rad wieder entgegen nimmt. Auf die Minute genau treffe ich am Bahnhof ein. „Gut, dass ich an den Externsteinen keine Pause eingelegt habe!“ ist mein erster Gedanke. Und als nächstes stelle ich mir die Frage, wie ich in der gleichen Zeit zum Hermannsdenkmal und die gleiche Strecke wieder zurück hätte schaffen sollen. So war es wohl ursprünglich geplant und dank des aufmerksamen Manfred Wiehenkamp hatte ich nur die Hälfte der Strecke zu bewältigen. Diese beträgt übrigens knapp über 20 Kilometer; „mein“ Rad zeigt 25,33 Kilometer an. Das waren wohl die unfreiwilligen Umwege.

Das erste Mal Mountainbiken – Mein Fazit

  • Es war wirklich sportlich, aber durchaus machbar.
  • Gut, dass ich ein E-Bike hatte.
  • Bergab auf Schotter ist schrecklich; grundsätzlich fühle ich mich auf geteerten Wegen wohler.
  • Wenn man das Gefühl hat, auf dem Holzweg zu sein, sollte man vor allem eins: Ruhe bewahren.
  • Scheinbar sind alle davon ausgegangen, dass ich einen Fahrradhelm besitze; wäre dies nicht der Fall gewesen, hätte ich blöd dagestanden.
  • Herrenräder sind unpraktisch.
  • Eine Mountainbiketour würde ich durchaus wiederholen, aber gerne mindestens zu zweit.
  • Meine Tour gibts mit allen Daten auch hier.

Vielen Dank an den Teutoburger Wald Tourismus und das Havergoh Wander- und Fahrradhotel, die mich zu dieser Tour im Rahmen der TeutoBloggerWG eingeladen haben. Mein besonderer Dank gilt Manfred Wiehenkamp für seine Umplanung der Route. Wie immer wurde meine Meinung durch die Einladung nicht beeinflusst.

 

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