Das erste Mal in der Schweiz, das erste Mal in Zürich

Die letzten beiden Tage hat es in Zürich fast ununterbrochen geregnet, doch als ich heute früh die Vorhänge in meinem Hotelzimmer beiseite schiebe, lacht mich wie vorhergesagt die Sonne an. Ein richtig toller Sommertag wartet auf mich und den werde ich ausnutzen, um die Stadt ein wenig kennen zu lernen. Nach dem Frühstück laufe ich die wenigen Schritte bis zum Bahnhof Selnau und kaufe mir ein Ticket zum Preis von 8,80 CHF für eine Fahrt auf den Uetliberg – Zürichs Hausberg. Noch ist es im unterirdischen Bahnhof recht leer und das erhoffe ich mir aufgrund der noch frühen Uhrzeit auch vom Uetliberg.

Nach 20 Minuten, die es fast ausschließlich eingleisig bergauf ging, steige ich am Bahnhof Uetliberg aus der S 10 und werfe ersteinmal einen Blick auf den Fahrplan. Mein Ticket ist zwei Stunden gültig, also habe ich ca. eine Stunde Zeit, den Uetliberg zu erkunden und die Aussicht zu genießen.

Ich folge den wenigen anderen Bergbesuchern über Treppen und Schotterwege bis zum Gipfel, auf dem der Fernsehturm, ein Aussichtsturm und ein Restaurant thronen. Noch ist es leider bewölkt, was die Sicht auf die Stadt, den Zürichsee und das Umland etwas trübt. Sobald die Sonne aber von den Wolken freigegeben wird, ist es schon richtig warm.

Wie erwartet ist es hier oben tatsächlich noch recht leer. Ein paar Mountainbiker steigen schnaufend von ihren Rädern, einige Wanderer starten gleich zu Wanderungen auf den zahlreichen ausgeschilderten Strecken und dann gibt es noch die, die wie ich einfach nur mal die Aussicht genießen wollen. Schließlich spaziere ich wieder zurück zum Bergbahnhof und lasse mich von der S-Bahn in die Stadt bringen.

Vom Bahnhof Selnau geht es zu Fuß weiter bis zum Bürkliplatz am Zürichsee, wo ich mir das nächste Ticket für 8,80 CHF kaufe. Die nächsten 1,5 Stunden werde ich über den See schippern. Lange muss ich nicht am Ufer warten, denn die nächste kleine Rundfahrt startet bereits in zehn Minuten. Also reihe ich mich in die Schlange am Steg 3 ein und beobachte das Schiff beim Anlegen.

Ich habe Glück und ergattere einen Platz im Außenbereich am Heck. Kaum sitze ich, löst sich das Schiff langsam und ein wenig ruckelig vom Anleger. Und schon gleiten wir mit Blick auf die Stadt, die immer kleiner wird, auf dem Wasser Richtung Süden. Schnell wird es an den Ufern ländlicher und immer wieder passieren wir die sogenannten Badis – Zürichs Naturfreibäder.

Wir halten in Wollishofen, Kilchberg, Rüschlikon und Thalwil, queren dann den See und nähern uns mit den Zwischenhalten Erlenbach, Küsnacht, Zollikon und Zürichhorn wieder der Stadt. Leider verkriecht sich die Sonne die ganze Fahrt über hinter den Wolken, was zwischenzeitlich sogar zu Gänsehaut auf meinen Armen führt, aber so werden wir wenigstens nicht gegrillt.

Anschließend laufe ich auf der Quaibrücke über die Limmatmündung und biege dann links in die Altstadt ein, die sich auf beiden Seiten des Flussufers entlangzieht. Kreuz und quer spaziere ich durch die Gassen, schaue mir die alten, gut restaurierten Häuser an und entdecke sogar eins, in dem unser Kalle (Karl der Große) residiert haben soll. Die Stadt ist richtig voll und trotz der hohen Preise scheinen alle im Shopping-Fieber zu sein. Vor Gucci stehen sie sogar Schlange, um in den Laden zu kommen, während ein Aston Martin DBS vorbeibraust. Zürich, du bist zwar schön, vor allem bei diesem tollen Wetter, aber meine Welt ist das nicht. Wo sind deine Ecken und Kanten?

Nach einer kurzen Mittagspause nutze ich den Nachmittag für einen Spaziergang entlang der Limmat, die bei diesem Wetter ebenso voll ist wie die Altstadt. Die meisten Menschen, denen ich begegne, sind in Schwimmkleidung auf dem Weg zu einer der vielen Leitern, die am Flussufer hängen, lassen sich von der Strömung durchs Wasser treiben oder liegen auf Handtüchern und Liegen auf den Terrassen der zahlreichen Badis. Nach einer Weile wird der schmale Schotterweg etwas breiter. Ich befinde mich auf einer ehemaligen Bahntrasse, der ich in einem Bogen Richtung Nord-Westen folge. Da es mittlerweile sehr heiß ist und ich auf der alten Bahntrasse der prallen Sonne ausgesetzt bin, biege ich lieber wieder ab und spaziere auf der Langstraße an Imbissen, Kiosken und Kneipen vorbei zum Hotel zurück. Hier finde ich auch endlich Zürichs Ecken und Kanten, hier sieht es für mich normal aus, hier fühlt es sich nach typischer Großstadt an.

 

Links zu weiteren Infos:

  • Hier findet ihr ein paar Infos zum Uetliberg.
  • Über die verschiedenen Rundfahrten auf dem Zürichsee könnt ihr euch hier informieren.
  • Übernachtet habe ich im Motel One und im Hotel St-Georges; beide sind recht zentral gelegen und können von mir durchaus weiterempfohlen werden.

 

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