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Capri – Wissenswertes zu einer kleinen Insel im Golf von Neapel

Wenn über Capri die rote Sonne im Meer versinkt…

Das war die häufigste Reaktion auf mein diesjähriges Urlaubsziel. Dicht gefolgt von der Frage, wie ich denn auf Capri käme. Niemand in meinem Umfeld scheint bisher dort gewesen zu sein oder jemanden zu kennen, der die italienische Insel schon einmal besucht hat. Das ist sehr schade, denn Capri hat mir von der ersten Minute an gefallen und ist meiner Meinung nach auf jeden Fall eine Reise Wert. Bevor ich euch von unseren Erlebnissen auf der Insel berichte, möchte ich euch in diesem Post die schöne Unbekannte einmal vorstellen und euch ein paar Tipps geben.

Faraglioni (1 von 1)

Tja, wie bin ich eigentlich darauf gekommen, unbedingt einmal nach Capri zu fahren? Zum einen liebe ich die 50er und genau in diesem Jahrzehnt war die Insel im Golf von Neapel ein richtiges Sehnsuchtsziel – nicht nur für die Italiener. Wirklich überzeugt haben mich dann aber schließlich die Aufnahmen einer TV-Sendung zu Capri und Umgebung. Hierzu gehören auch der Vesuv sowie die Ruinen von Herculaneum und Pompeji. Und diese historisch so bedeutsamen Orte wollte ich mir schon lange einmal ansehen.

Die Anreise

Capri ist nur knapp 10,5 km² „groß“ und hat demnach keinen eigenen Flughafen, auch keinen Flugplatz. Daher scheidet die direkte Anreise über den Luftweg schon einmal aus. Ein Flugzeug haben wir aber trotzdem bestiegen und zwar mit dem Ziel Neapel. Der Flughafen der drittgrößten Stadt Italiens ist recht überschaubar und der Weg zur Haltestelle der Busse Alibus ist gut ausgeschildert. Tickets können entweder im Flughafen für 3 Euro oder direkt im Bus für 4 Euro gekauft werden. Da der Aeroporto Napoli-Capodichino nur 7 km nördlich von Neapel liegt, gelangt man mit den Bussen schnell in die Stadt. Der Alibus hält nach 20 Minuten am Bahnhof Garibaldi und braucht weitere 5 Minuten bis zum Hafen Porto Beverello.

Flug (1 von 1)

Alpen (1 von 1)

Am Porto Beverello müssen wir uns erst einmal orientieren. Was wir von unseren Reisevorbereitungen wissen ist, dass von hier ca. stündlich Tragflügelboote und Fähren nach Capri fahren. Die Schilder der unterschiedlichen Gesellschaften sind meist auf Italienisch und die Kommunikation mit den Damen und Herren hinter den Schaltern ist (aufgrund fehlender Englischkenntnisse?) ebenfalls gewöhnungsbedürftig. Wortlos überreicht man uns zwei Tickets für je 19 Euro und einen Kofferanhänger – aufgrund der Größe müssen wir 2 Euro für den Transport des Gepäcks zahlen.

Beim Einlaufen des Schiffes wird deutlich, dass es sich um eines der kleineren und somit schnelleren handelt. Unseren Koffer geben wir am Eingang ab und suchen uns dann einen Platz auf einer der Bänke im Inneren des Schiffes. Die Treppen zum Außendeck sind leider abgesperrt. Ich mache es mir bequem und die Vorfreude steigt in mir auf: In nur 45 Minuten sind wir auf Capri. Doch diese 45 Minuten werden alles andere als schön. Das Schiff ist wirklich schnell und schaukelt unermütlich auf und ab.

Ich empfehle allen, die seekrank werden, eine der langsamen Autofähren zu wählen. Diese brauchen zwar 1 Stunde und 15 Minuten, gleiten aber ruhig durchs Wasser und bieten die Möglichkeit, an der frischen Luft zu reisen; außerdem sind sie günstiger. Vor unserer Rückreise nach Neapel haben wir uns auf Capri speziell nach den Abfahrtszeiten dieser Fähren erkundigt und hatten eine schöne und ruhige Überfahrt nach Neapel.

Auf der Fähre (1 von 1)

Blick auf Capri (1 von 1)

Unsere Unterkunft – Das B&B Capri Inn

Die Suche nach einer passenden Unterkunft auf Capri war gar nicht so einfach. Die Auswahl ist zwar groß, doch die Preise sind hoch. Immerhin ist die Insel mit durchschnittlich 240 Euro pro Zimmer das teuerste Reiseziel weltweit.

Meine Wahl fiel schließlich auf das B&B Capri Inn. Mich hatten – neben dem unterdurchschnittlichen Zimmerpreis – die Nähe zum Strand, die „Größe“ des Hauses (nur 6 Zimmer) sowie die durchweg positiven Bewertungen überzeugt. Und wir sollten nicht enttäuscht werden…

Zimmertür (1 von 1)

Sobald ich wieder festen Boden unter den Füßen habe, geht es mir besser und beim Anblick der hübschen Umgebung ist die Übelkeit sofort verflogen. Vom Hafen Marina Grande ist es nicht weit bis zu unserer Unterkunft. Wir folgen dem Anstieg der Via Marina Grande knappe fünf Minuten und bleiben vor einem roten Haus stehen. Nur ein kleines Schild neben der Tür verrät uns, dass wir unser Ziel erreicht haben.

Marina Grande (1 von 1)

Durch das angenehm kühle Treppenhaus gelangen wir in die offen gestaltete zweite Etage und werden freundlich begrüßt. Im Büro gibt es erst einmal einen Saft und ein Erfrischungstuch sowie umfangreiche Informationen über das Capri Inn und die Insel. Hier füllen wir auch unseren ersten Frühstückszettel aus. Wir kreuzen nicht nur unsere Wunschuhrzeit an sondern stellen unser eigenes kleines Frühstücksmenü zusammen. Ein solcher Zettel hängt jeden Nachmittag an unserer Zimmertür und wird ausgefüllt im Büro abgegeben. Neben einem Obstteller genießen wir jeden Morgen leckere Kaffeespezialitäten, Müsli, Croissants und Toast.

Balkon (1 von 1)

Wir haben das einzige der sechs Zimmer mit Gartenblick bekommen. Das klingt erst einmal schade, denn die anderen Zimmer liegen alle zur Meerseite, doch auch der Blick in den kleinen Garten gefällt uns. Das Zimmer ist modern und schlicht eingerichtet, auffällig sind die kleinen aber durchdachten Farbakzente. Im Kühlschrank warten zwei Flaschen Wasser auf uns, die im Zimmerpreis inbegriffen sind – und das nicht nur einmalig am Anreisetag sondern an jedem Tag, den wir hier verbringen.

Für den Strand, den wir über eine dem B&B direkt gegenüber gelegene Treppe erreichen, leihen wir uns Strandtücher im Büro und auch die riesige Dachterrasse können wir nutzen. Außerdem befindet sich direkt vor der Haustür eine Bushaltestelle und auch der Hafen samt Standseilbahnhaltestelle ist zu Fuß gut erreichbar. Besonders der gute und stets freundliche Service hat es uns angetan. Hier würde ich jederzeit wieder meinen Capriurlaub verbringen.

Auf dem Dach (1 von 1)

Typisch Capri

Schon beim Einlaufen in den Hafen wird deutlich, dass Capri unglaublich bergig ist und das Landschaftsbild von Felsen dominiert wird. Steinig geht es auch am Strand zu, denn der besteht nicht aus feinem Sand sondern aus großen und kleinen Kieseln. Das Wasser ist unglaublich klar und gerade von oben betrachtet schimmert es in den unterschiedlichsten Blautönen. Für mich Frostbeule ist die Wassertemperatur von ca. 20°C noch viel zu kalt, mit dem Wetter kann ich mich aber sehr schnell anfreunden: Mindestens 25°C und – bis auf wenige Ausnahmen – Sonne satt.

Strand und Meer (1 von 1)

Am Strand (1 von 1)

Vom Hafen Marina Grande gelangt man mit einem der kleinen, orangenen Busse in die beiden Orte Capri und Anacapri. Den ersten erreicht man aber auch mit der Standseilbahn, der Funicolare. Tickets für beide Verkehrsmittel erhält man für je 1,80 Euro an einem Schalter links vom Hafengebäude.

Wir entscheiden uns für unsere Ausflüge nach Capri stets für die Funicolare und genießen den atemberaubenden Ausblick schon während der 15-minütigen Fahrt. Runter gehts für uns ohne Ausnahme zu Fuß. So bekommen wir nach dem leckeren italienischen Abendessen noch einen Verdauungsspaziergang und können von den steilen, engen Wegen und Treppen einen Blick in die Gärten der Capresen werfen. Die Einheimischen sind übrigens auch die einzigen, die von März bis November auf der Insel Auto fahren dürfen.

Funicolare (1 von 1)

Strecke Funicolare (1 von 1)

Beim Blick in die Gärten und öffentlichen Grünanlagen entdecke ich vor allem eins: Zitronenbäume. Auch in den kleinen Lebensmittelläden lachen uns die gelben Früchte an, einige davon sind riesig. Die Zitrone spielt in der Capresischen Küche eine große Rolle und landet mehrfach auf unserem Teller. Einen Abend speisen wir sogar unter einem Dach aus Zitronenbäumen, doch dazu später mehr. Bekannt sind die sauren Muntermacher auch in flüssiger Form – der Limoncello ist auf Capri erfunden worden und wird bevorzugt in eisgekühlten Gläsern serviert.

Zitronenbaum 2 (1 von 1)

Die Capri-Hose kennt wahrscheinlich jeder, doch es gibt auch die Capri-Sandale. Auf der Insel entdecke ich mehrere kleine Läden, die die Schuhe nicht nur verkaufen sondern auch vor Ort anfertigen. Auch ich liebäugel mit einem paar handgefertigter italienischer Sandalen und entscheide mich für einen Schuhmacher in der Via le Botteghe (Capri). Die Auswahl an Farben und Formen ist groß und es fällt mir gar nicht so leicht, mich zu entscheiden. Schließlich fällt meine Wahl auf ein Paar mit vielen Riemchen in Sonnengelb. Ich darf das Ausstellungsstück in meiner Größe einmal anprobieren und gebe dem älteren Herrn zu verstehen, dass es dieser Schuh werden soll. In den nächsten 10 Minuten schaue ich gespannt dabei zu, wie aus zwei Sohlen und gelben Riemchen meine persönlichen Capri-Sandalen werden. Sie passen wie angegossen. Jetzt muss nur noch das Wetter in Deutschland besser werden…

Vor der Rückreise (1 von 1)

Wenn ihr sonst noch etwas über die Insel wissen möchtet oder Infos ergänzen wollt, dann freue ich mich über eure Kommentare. Natürlich freue ich mich darüber hinaus auch über jeden weiteren Kommentar.

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5 Kommentare

  1. Dein Artikel und die Bilder machen direkt Lust nach Capri aufzubrechen … und natürlich die gelben Sandalen zu kaufen ;-)

  2. Wow! Das Wasser ist ja der Hammer. Traumhaft schön. Und Capri verbinde ich definitiv auch mit 50er Jahre. Fehlt nur noch das Rock Hudson und Doris Day durch eins Deiner Bilder flanieren. GlG, Nadine

    • Jessi sagt

      Statt der Schauspieler sind eher Japaner vor die Linse gelaufen… ;-) Liebe Grüße, Jessi

  3. Hallo Jessi,

    was für ein schöner Bericht über die Insel die ich auch gerne mal besuchen möchte. Ich war letztes Jahr für ein paar Stunden in Neapel. Da die Liegezeit unseres Schiffes leider sehr kurz war konnten wir nicht nach Capri. Doch es steht noch auf meiner Bucket Liste.

    Alles Liebe
    Summer

    • Jessi sagt

      Vielen Dank!

      Ich kann Capri auf jeden Fall empfehlen. Weitere Berichte werden folgen. :-)

      Neapel hat mir überhaupt nicht gefallen…

      Liebe Grüße
      Jessi

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