Luftschiff Aéroflorale II zu Gast in Lüttich

Lange war nicht klar, wann und wo genau das Luftschiff Aéroflorale II in Lüttich landen würde, doch seit Donnerstag kann die 15 Meter hohe Flugmaschine auf dem Espace Tivoli bestaunt werden. Die 15-köpfige Crew nutzt den Zwischenstopp in der wallonischen Stadt, um Einwohnern und Touristen die einzigartige Antriebstechnik – Phytovoltaik – vorzustellen. Einzelne Forschungsstationen ermöglichen einen Einblick in den wissenschaftlichen Alltag rund um die Energieproduktionsfähigkeit unterschiedlicher Pflanzen. Sicherlich wird die Crew in den nächsten Tagen auch in Lüttich und im Umland nach Pflanzen Ausschau halten, die für den Antrieb des Luftschiffs geeignet sind. Wenn ihr jetzt neugierig geworden seid und euch die Aéroflorale II ansehen wollt, dann kann ich euch zum einen sagen, dass die Wissenschaftscrew mit ihrem Luftschiff höchstwahrscheinlich am Sonntag wieder aufbrechen wird. Zum anderen kann ich euch hier ein paar Tipps für euren Besuch der wallonischen Stadt geben.

Stadtrundgang

Wenn ihr wie wir mit dem Zug anreist und im Bahnhof Liège-Guillemins (aus Aachen mit dem Thalys, dem ICE oder auch mit belgischem Nahverkehr) landet, dann lohnt sich zunächst ein ausführlicher Blick auf die futuristisch-anmutende Architektur des modernen Bahnhofs. Über den Bahnhofsvorplatz gelangt ihr direkt an die Maas und könnt auf der Promenade entlang des Flusses in Richtung Innenstadt schlendern. Oder ihr steigt in einen der Busse und fahrt bis zum Place Saint-Lambert. Von hier ist es nicht weit bis zur Oper und auch das hübsche Rathaus liegt direkt gegenüber.

Sowohl im „Le Carré“ – hier kreuzen sich die drei Straßen „Rue d’Amay“, „Rue Saint-Adalbert“ und „Rue Tête de Boeuf“ – als auch in der kleinen Fußgängerzone „En Neuvice“ sollen Liebhaber von kleinen Geschäften auf ihre Kosten kommen. Da wir an einem Feiertag in Lüttich waren, hatten die Geschäfte geschlossen, aber die Schaufenster in „En Neuvice“ sahen sehr einladend aus. Im „Le Carré“ gibt es außerdem viele Bars, denn hier befindet sich das Zentrum des Lütticher Nachtlebens.

Der ein oder andere wird es sich sicher zweimal überlegen, ob er die 374 Stufen des Montagne de Bueren erklimmen soll. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es 1. schlimmer aussieht als es ist, man 2. nicht direkt lossprinten sondern in einem gleichmäßigen Tempo gehen sollte und sich 3. die Aussicht von ganz oben lohnt. Jetzt liegt es an euch…

Ein Geheimtipp in Lüttich sind die Impasses – Sackgassen. Hier stehen einige der ältesten Wohnhäuser der Stadt, die sehr beliebt und dementsprechend teuer sind. Besonders schön finde ich die „Impasse de la Couronne“.

Kultur

Zeitgleich mit dem Besuch des Luftschiffs Aéroflorale II (9. bis 13. Mai 2018) findet in Lüttich das Straßenfestival „Métamorphoses“ mit über 50 Aufführungen unter freiem Himmel statt. Wir durften am Donnerstag im Parc de la Boverie die Akrobatin Chloé Moglia dabei beobachten, wie sie eine halbe Stunde lang nur durch reine Körperkraft und -beherrschung in geschätzt fünf Metern Höhe herumturnte.

Ebenfalls im Park befindet sich ein Relikt der Weltausstellung von 1905: Das Boverie-Museum. Es beherbergt das Museum der Schönen Künste; im unteren Teil des Gebäudes zeigt die Dauerausstellung wallonische und internationale Kunst, im oberen Bereich finden Wechselausstellungen statt. Wir haben im Rahmen eines Flashvisit die aktuelle Ausstellung „Viva Roma“ (25.04. bis 26.08.2018) besucht. Mit einer solchen kurzen, knackigen Führung bekommt man einen groben Überblick und kann entscheiden, ob man sich die Ausstellung noch einmal in Ruhe ansehen möchte. Obwohl ich nicht kunstinteressiert bin, habe ich den Flashvisit als interessant und kurzweilig empfunden.

Um von der Innenstadt zum Parc de la Boverie zu kommen, haben wir das Wassertaxi „La Navette Fluviale“ genutzt und sind von der Anlegestelle „Centre-Ville“ bis zur Anlegestelle „Guillemins“ die Maas entlang geschippert. Anschließend ging es dann zu Fuß über die recht neue Brücke „Passerelle La Belle Liégeoise“ auf die Insel, auf der sich unter anderem der Park befindet.

Kulinarik

Dass man in Belgien unglaublich schlemmen kann, ist kein Geheimnis. Und das haben auch wir während unseres Lüttich-Besuchs ausgenutzt. Bevor es die 374 Stufen des Montagne de Bueren hinauf ging, haben wir uns erst einmal mit einer Lütticher Waffel aus der Traditions-Bäckerei „Une Gaufrette Saperlipopette“ gestärkt.

Zum Mittag gab es für uns typische Lütticher Gerichte im „Amon Nanesse“: Lütticher Fleischklöße in traditioneller Sauce aus Bier und Sirup, Königinnenpastete, Lütticher Salat und natürlich Fritten. Die Portionen waren groß, das Essen lecker und die Atmosphäre gemütlich.

Was wäre ein Ausflug nach Belgien, ohne mindestens eins der zahlreichen lokalen Biere zu probieren? Das hatten wir uns bis zum Schluss aufgehoben und haben hierfür die „Brasserie C“ aufgesucht. Gerade noch rechtzeitig, denn wir haben den letzten freien großen Tisch auf der einladenden Terrasse ergattert. Derzeit stehen vier Biere auf der Karte. Unsere kleine Gruppe hat sowohl das „Curtius“ als auch das brandneue „Smash“ probiert und nebenbei eine Käse- und Wurstplatte geschlemmt. Natürlich ist auch die ein oder andere Flasche Bier mit nach Deutschland gereist.

Nützliche Links und Adressen

Vielen Dank an den Belgien-Tourismus Wallonie für die Einladung nach Lüttich. Mein besonderer Dank gilt Shari Karaschewski, Barbara Buchholz, Stéphanie Lemaire und Geoffrey Schoefs für den schönen Tag in Lüttich. Meine Meinung ist wie immer meine eigene und wurde durch die Einladung nicht beeinflusst.

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