Gut zu wissen – Ein kleiner Bahamas-Guide

Auch wenn ich recht oft reise und mich auf jede einzelne Reise, sei sie noch so kurz, freue, war meine letzte etwas ganz besonderes: Es ging für zwei Wochen auf die Bahamas. Die Planungen haben etwas mehr Zeit in Anspruch genommen als für eine Städtetour innerhalb Europas und die Vorfreude war auch irgendwie größer. Hinzu kam, dass ich niemanden kenne, der schon einmal auf den Bahamas war und auch im Reisebüro sagte man uns, dass wir uns da ein eher ungewöhnliches Ziel rausgesucht haben. Die Bahamas sind kein typisches Reiseziel für Europäer, sondern für Amerikaner. Es war also von Anfang an klar, dass diese Reise anders werden würde. Natürlich haben wir uns im Vorfeld durch einen Reiseführer und unterschiedliche Websites und Blogs gelesen, doch vieles lernten wir dann erst vor Ort. Lange Rede, kurzer Sinn: Aufgrund unserer Erfahrungen habe ich mir überlegt, einen kleinen Bahamas-Guide zu erstellen.

Zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich euch eine Reise in dieses wunderbare Land nur ans Herz legen kann. Mein Mann und ich haben uns von Anfang an sehr wohl gefühlt und sind einfach nur begeistert. Wir haben drei der 700 Inseln besucht: New Providence, Eleuthera inkl. Harbour Island und The Abacos. Meine Ausführungen beziehen sich auf diese drei Inseln, können größtenteils aber sicherlich auf die anderen Inseln übertragen werden.

Beste Reisezeit

Da die Bahamas direkt vor der Küste Floridas liegen, sind auch sie von der jährlichen Hurrikansaison betroffen. Von einer Reise im Herbst ist also eher abzuraten. Wir sind in den letzten zwei März-Wochen auf den Bahamas gewesen und hatten traumhaftes Wetter: 24 bis 27°C, ca. 22°C Wassertemperatur, kein Regen. Zu Beginn unserer Reise war es noch sehr windig und auch zwischendurch kam immer mal wieder Wind auf. Abends sind die Temperaturen unter 20°C gesunken. Im Sommer soll es heiß und regnerisch sein. Die beste Reisezeit ist somit Januar bis April.

An- und Abreise

Da wir einen Umstieg – vor allen Dingen in den USA – vermeiden wollten, sind wir mit Condor ab Frankfurt direkt nach Nassau auf New Providence geflogen. Der Flug dauert ca. 11 Stunden. Gestartet sind wir mittags und aufgrund der Zeitverschiebung von 5 bzw. 6 Stunden sind wir am frühen Abend gelandet. Insgesamt sind mit uns eine Handvoll weiterer Passagiere in Nassau ausgestiegen, die meisten sind mit der gleichen Maschine nach Havanna/Kuba weitergeflogen. Hier zeigte sich das erste Mal, dass die Bahamas wohl wirklich kein „typisches“ Reiseziel für Deutsche sind.

Auf dem Rückflug sind wir am frühen Abend in Nassau entsprechend zugestiegen und mussten dann in Havanna (Flugzeit ca. 1 Stunde) das Flugzeug für ca. 2 Stunden verlassen. Am Flughafen von Havanna haben wir einen kleinen Einblick in dieses uns noch unbekannte Land bekommen und nach zwei Wochen Bahamas war es für uns eine ganz andere Welt. Trotzdem steht Kuba auch weiterhin auf unserer Bucket List.

Fortbewegung auf den Inseln

Am Flughafen von Nassau wird man direkt von netten Damen und Herren einem Taxi zugeordnet. Taxifahren ist auf den Bahamas allerdings verhältnismäßig teuer; für die zehnminütige Fahrt zum Hotel haben wir 20 Dollar bezahlt. Günstiger und auch interessanter ist eine Fahrt mit dem Bus (Jitney). Da am Flughafen ein Taximonopol besteht, gibt es dort keine Bushaltestelle. Nachdem man das Terminal verlassen hat, hält man sich links, läuft an allen Terminals vorbei und folgt dann der Straße nach rechts bis zum Kreisel. Hier wartet man, bis sich ein Bus nähert (Nummer 10 oder Nummer 12), gibt per Handzeichen zu verstehen, dass man mitfahren möchte und sagt dem Busfahrer, wo es hingehen soll. Beim Aussteigen zahlt man dann 1,50 Dollar pro Person, evtl. auch etwas fürs Gepäck (wir sind nicht ganz sicher, ob das tatsächlich legal ist).

Auf der Insel gibt es auch Bushaltestellen, doch man kann jederzeit einen Bus durch Handzeichen zum Halten bringen. Fahrpläne und festgelegte Routen existieren nicht; jeder Busfahrer ist sein eigener Herr. Meist mussten wir nicht lange auf einen Bus warten. New Providence und Grand Bahamas Island sind die einzigen beiden Inseln, auf denen es Busse gibt. Auf allen anderen Inseln fährt man Taxi, Golfcart oder mietet ein Auto.

Sowohl auf Eleuthera als auch auf The Abacos haben wir uns für jeweils einen Tag ein Auto geliehen. Das ging ganz unkompliziert über die Rezeption unseres Hotels bzw. in der hoteleigenen Autovermietung. Für einen Tag haben wir 80 Dollar plus Sprit bezahlt. Tanken ist auf den Bahamas – zumindest für deutsche Verhältnisse – recht günstig (ca. 5,00 Dollar pro Gallone). Es wird erst bezahlt und dann getankt, man muss sich also vorher ausrechnen, wieviele man tanken möchte. An einigen Tankstellen gibt es auch noch einen Tankwart, der sich um alles Weitere kümmert.

Achtung: Es herrscht Linksverkehr! Auf den Inseln – insbesondere außerhalb der Ortschaften – ist allerdings so wenig los, dass das (für routinierte Autofahrer) kein großes Problem ist.

Fortbewegung zwischen den Inseln

Einige der Inseln sind von Potter’s Cay in Nassau mit Fähren erreichbar. Da wir aber gerne fliegen und außerdem Zeit sparen wollten, haben wir uns nach Flugverbindungen zwischen den drei von uns besuchten Inseln umgesehen. Die Flughäfen sind alle recht klein, die Wege kurz (es reicht locker aus, wenn man eine Stunde vor Ablflug am Flughafen ist) und die Flugzeit betrug nie länger als 20 Minuten. Von Nassau (Lynden Pindling International Airport) zum North Eleuthera Airport sind wir mit Pineapple Air geflogen. Der Anblick des Vorfeldes dort lässt sicher jedes Avgeek-Herz höher schlagen: Hier stehen die kleinen Maschinen der verschiedenen Airlines neben zahlreichen kleinen und größeren Privatflugzeugen. Ganz nah dran am Geschehen ist man auch, denn es ist üblich, zu Fuß zum Flugzeug bzw. zum Terminal zu laufen.

Unser Gepäck wurde uns kurz nach unserer Ankunft vor den Zaun des Flughafens gestellt, wo es sofort einer der Taxifahrer in sein Auto trug. Mit dem Taxi ging es für uns dann zum Hafen (Fahrzeit: ca. 5 Minuten, Preis: 10 $), denn öffentliche Verkehrsmittel gibt es auf Eleuthera nicht. Anschließend brachte uns ein Wassertaxi nach Harbour Island (Fahrzeit: ca. 10 Minuten, Preis: 5 $/Person).

Von North Eleuthera ging es weiter nach Marsh Harbour (Leonard M. Thompson International Airport) auf The Abacos. Für diesen Flug haben wir bei Cherokee Air gebucht und es kam glatt ein bisschen Privatjet-Feeling auf. Das Terminal auf Eleuthera besteht aus einem Raum mit einem Info-Schalter, einem Einreise-Schalter, WC und Ledersesseln. Wir wurden nett begrüßt, nannten unseren Flug und schwupps verschwanden unsere Koffer hinter einer Tür, die aufs Vorfeld führt. Wir mussten anschließend nichts weiter machen, als es uns in den Ledersesseln gemütlich zu machen und auf unseren Piloten zu warten. Dieser nahm uns und eine Handvoll weiterer Passagiere in Empfang und dann gings auch schon los. Bezahlt haben wir den Flug anschließend in Marsh Harbour. Auch hier wurden unsere Koffer wieder vor den Zaun gestellt und in das nächste Taxi getragen. Auf The Abacos dauerte unsere Taxifahrt ca. 40 Minuten und kostete 85 $ (Strecke: 45 km), da wir keinen passenden Flug zum für uns viel günstiger gelegenen Treasure Cay Airport gefunden hatten.

Unser letzter Flug auf den Bahamas brachte uns von Marsh Harbour zurück nach Nassau und wurde von SkyBahamas durchgeführt.

Die Flüge mit Pineapple Air und SkyBahamas haben wir über die jeweilige Homepage der Airlines gebucht, für den Flug mit Cherokee Air haben wir uns per E-Mail angemeldet. Pro Flug und Person muss man mit ca. 100 $ rechnen. Noch ein Hinweis zu den Flugzeiten: Wenn das Boarding fix geht, wird auch schon mal früher gestartet als geplant.

Natürlich gibt es auch noch weitere Fluggesellschaften.

Land und Leute

Die Amts- und Umgangssprache auf den Bahamas ist Englisch und auch sonst haben wir auf unserer Reise selten eine andere Sprache gehört. Am Anfang war es etwas gewöhnungsbedürftig, bei den vielen verschiedenen Dialekten und dem schnellen Sprechtempo alles zu verstehen, aber wenn man grundsätzlich zu einer Unterhaltung auf Englisch fähig ist, sollte man keine großen Schwierigkeiten haben.

Wir wurden und werden oft gefragt, ob die Bahamas zu den USA gehören. Nein, die Bahamas sind Mitglied des Commonwealth und offizielles Staatsoberhaupt ist somit die Queen.

Ich muss zugeben, so oft wie auf den Bahamas habe ich mich noch nie mit fremden Menschen unterhalten. Sowohl die Einheimischen als auch die – meist aus den USA stammenden – Touristen waren immer sehr redselig, dabei aber nicht aufdringlich sondern sehr höflich. Sobald unsere Gesprächspartner herausfanden, dass wir aus Deutschland kommen, wurden wir teilweise regelrecht mit Fragen bombadiert; alle waren sehr interessiert. Wir haben uns wirklich immer sehr nett unterhalten und im Laufe der zwei Wochen haben wir uns so daran gewöhnt, dass wir selbst das ein oder andere Gespräch angefangen haben.

Der Bahamas-Dollar entspricht vom Wert dem US-Dollar und man kann mit beiden Währungen auf den Bahamas bezahlen. Da die Ausfuhr 70 $ nicht überschreiten darf und die europäischen Banken keine Bahamas-Dollar zurücktauschen, sollte man zum Ende der Reise seine Bahamas-Dollar ausgeben und lieber US-Dollar ausführen. Auf allen drei Inseln gab es vor Ort mindestens einen Geldautomaten und grundsätzlich ist es üblich, mit Kreditkarte zu zahlen (außer Bus, Taxi u.ä.).

Auf einigen Rechnungen findet ihr den Hinweis „VAT inclusive pricing“ oder „VAT exclusive pricing“ – dann ist die Mehrwertsteuer in Höhe von 7,5 % bereits enthalten oder eben noch nicht. Außerdem werden in Restaurants und Bars 15 % Bedienungsgeld erhoben, das ebenfalls entweder bereits in den auf den Sepisekarten angegebenen Peisen enthalten ist oder noch hinzugerechnet wird. Als zusätzliches Trinkgeld sind weitere 10 bis 15 % üblich, für das Zimmermädchen sollte man 1 bis 2 $ pro Tag rechnen und für Kofferträger 1 $ pro Gepäckstück.

Das Essen auf den Bahamas ist ausgezeichnet, aber nicht gerade günstig. Die Speisekarte enthält sowohl typische US-Amerikanische Gerichte als auch Mexikanisch, viel frisches Gemüse, zartes Fleisch und natürlich Fisch. Wer typisch Bahamaisch essen möchte, sollte Conch Fritters, Snaper oder Peas ’n‘ Rice probieren. Wir haben nicht einmal etwas bestellt, was uns nicht geschmeckt hat. Einige Bars haben keine gesonderte Getränkekarte, in der Regel bekommt man alles, wonach einem gerade ist: Einheimisches und internationales Bier, Wein, Softdrinks und Cocktails, bei denen mit Alkohol nicht gespart wird. Das Leitungswasser sollte man nicht trinken.

Zur Nutzung eurer elektrischen Geräte benötigt ihr einen Adapter, der für amerikanische Steckdosen passt.

Wenn ihr Fragen zu weiteren Themen habt oder euch selbst noch etwas einfällt, was hier auf jeden Fall erwähnt werden sollte, dann freue ich mich über eure Kommentare!

Hier gibts schon mal einen Überblick über das, was euch in den nächsten Artikeln erwartet:

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https://www.youtube.com/watch?v=CwFRu-1svVo

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