Nassau als Startpunkt einer Bahamasreise

Eine Bahamasreise beginnt für Reisende aus Europa zu 99% in Nassau (auf der Insel New Providence), denn dort befindet sich der Lynden Pindling International Airport. Auch wir landen nach unserem 11-Stunden-Flug von Frankfurt am frühen Abend in Nassau und verbringen zum Akklimatisieren erst einmal zwei Nächte auf New Providence. Da wir unseren Urlaub nicht in einem Hotelklotz mit hömmele anderen Touristen verbringen wollen, haben wir uns für ein kleines Hotel etwas außerhalb der bahamaischen Hauptstadt entschieden. Natürlich lassen wir es uns aber nicht nehmen, Nassau einen Besuch abzustatten. Vor unserem Rückflug nach Deutschland verbringen wir weitere drei Nächte auf New Providence.

 

Unterkunft

Etwa 2,5 km nördlich des Flughafens liegt das Compass Point Beach Resort direkt am schönen Love Beach. Die Hotelanlage besteht aus 18 bunten Bungalows und hat uns bei unserer Internetrecherche sofort gefallen, so dass die Unterkunft auf New Providence schnell feststand. Für beide Zeiträume, die wir hier verbringen, fiel die Wahl auf eine der fünf kleinen Studio Huts. Für etwas mehr Privatsphäre und einen größeren Geldbeutel gibt es außerdem ein- und zweistöckige Sea Front bzw. Sea View Huts. Die Hotelanlage ist allerdings so überschaubar, dass wir auch von der Veranda unserer Hütte den Blick aufs Meer genießen können.

Die fünf Studio Huts liegen direkt am Hauptgebäude des Hotels, in dem sich die Rezeption, ein kleiner Shop, das Restaurant und die Bar befinden, und dem Pool sowie einem Holzsteg, der ins Meer führt, gegenüber. Die größeren Hütten liegen etwas weiter hinten und in Strandnähe. Den Strand erreicht man, indem man hinter der letzten Hütte den bunten Fußspuren folgt und durch das dort angebrachte Tor die Hotelanlage verlässt. Und schon steht man am weißen Sandstrand, der während unseres Aufenthalts so gut wie immer (annähernd) leer ist.

Im Zimmerpreis enthalten ist ein Frühstück für 15 $ pro Tag und Person. Die morgendliche Speisekarte ist überschaubar, aber sehr abwechslungsreich und alles, was wir probieren, ist sehr lecker und reichlich. Besonders empfehlen können wir den Ananassaft und die Benedict-Eier. Gefrühstückt wird draußen und auch die Bar, an der wir abends meist eine Kleinigkeit essen und einen leckeren Cocktail trinken, befindet sich auf der Terrasse mit Meerblick.

Auch die Geschichte des Compass Point Beach Resort ist interessant: Eigentümer ist der Jamaikaner Chris Blackwell, dem ebenfalls das Musiklabel „Island Records“ gehörte. 1977 eröffnete er auf New Providence ein Tonstudio, wo viele Weltstars ihre Platten aufnahmen. Ende der 80er verkaufte Blackwell das Label und begann ein neues Projekt: Das Hochziehen von über die gesamte Karibik verteilten Resorts. Das 1995 eröffnete Compass Point Beach Resort war das erste. Dem Resort gegenüber steht noch immer das hübsche Gebäude, in dem damals das Tonstudio betrieben wurde. Heute findet man dort das Studio Café, das ich euch für ein leckeres Abendessen empfehlen kann.

 

Ausflug nach Nassau

In Nassau leben 255.000 Menschen (die Bahamas haben insgesamt 383.100 Einwohner) und somit ist die bahamaische Hauptstadt groß genug, um dort ein paar Stunden zu verbringen. Wir fahren direkt an unserem ersten Tag auf den Bahamas und noch einmal am Ende unserer Reise in die Stadt. Nur wenige Meter vom Hotel entfernt befindet sich eine Bushaltestelle, an der wir nicht lange auf einen Bus nach Downtown warten müssen. Die Fahrt in die Stadt dauert ca. 20 Minuten. Näheres zum Thema Busfahren auf den Bahamas findet ihr hier. Der Großteil der Tagestouristen in Nassau kommt allerdings nicht mit dem Bus sondern mit einem der zahlreichen Kreuzfahrtschiffe an. Bis zu sieben der riesigen Schiffe können hier gleichzeitig festmachen und insbesondere US-Amerikaner an Land spucken.

In direkter Hafennähe, wo auch die Busse halten, ist es natürlich dementsprechend voll, doch je weiter man sich von dieser Gegend entfernt, desto ruhiger wird es. Wir spazieren ein wenig durch die Straßen und werfen einen Blick auf die hübschen Gebäude – wie das British Colonial Hotel, das Government House oder das Graycliff Hotel. Weiter geht es dann zu John Watling’s Distillery. Wir haben Glück und können uns einer kostenlosen Führung anschließen, die gerade beginnt. Jeder Besucher bekommt erst einmal einen kleinen Becher Piña Colada in die Hand gedrückt, der natürlich den hauseigenen Rum enthält. Die Führung ist kurzweilig und recht amüsant, auch wenn wir aufgrund des schnellen Sprechtempos nicht alles verstehen. Zwischendurch können wir unsere Nase an die Öffnungen von Holzfässern halten, die die unterschiedlichen Rumsorten der John Watling’s Distillery enthalten. Anschließend betreten wir den Shop und den Probierraum, wo wir eine Flasche Amber Rum kaufen, die noch immer darauf wartet, geöffnet zu werden.

Einen Blick von oben auf die Stadt gibt es gratis vom Bennet’s Hill, auf dem sich Fort Fincastle befindet. Auf unserem Weg durch die Stadt stehen wir plötzlich in einer kleinen Felsenschlucht, die so gar nicht ins Umfeld zu passen scheint. Doch am anderen Ende sehen wir schon die Stufen von Queen’s Staircase, über die wir zum Aussichtspunkt gelangen. 1793 wurden die 65 Stufen von Sklaven in den Kalksandsteinfelsen gehauen, um die Stadt mit dem Fort zu verbinden, das übrigens nie in eine Kriegshandlung verwickelt war. Von hier oben hat man nicht nur einen guten Blick auf das Stadtzentrum, sondern kann auch das Atlantis Hotel sehen, dessen bei Europäern bekannteres Pendant in Dubai steht.

 

Bahamas Clifton Heritage National Park

Der Clifton Heritage National Park liegt im Westen von New Providence und ist am besten mit einem Mietwagen oder dem Rad zu erreichen. Wir versuchen es mit öffentlichen Verkehrsmitteln und fragen einen Busfahrer, ob er uns zum Nationalpark bringen kann. Er willigt ein und wir werden gleich von einem mitfahrenden „Touristenunterhalter“ in Beschlag genommen. Er erklärt uns, dass die Fahrt in den westlichen Teil teurer sei, weil dies keine offizielle Strecke sei. Außerdem verabreden wir eine Uhrzeit, zu der sie uns wieder einsammeln würden. Leider sehen wir den Bus nie wieder und müssen feststellen, dass wir übers Ohr gehauen wurden. Zum Glück gibt es aber auf den Bahamas größtenteils nette, hilfsbereite Menschen und so bringt uns eine Mitarbeiterin des Parks am späten Nachmittag zum Hotel. Daher der Tipp: Leiht euch ein Auto oder Fahrräder, wenn ihr den Park besuchen wollt.

Wir beginnen mit der Besichtigung der ehemaligen Sklavenbehausungen, die von der einst hier gelegenen Plantage übrig geblieben sind. Die Stufen der Stone Wharf, über die die Sklaven von den Schiffen zur Plantage gelangten, finden wir leider nicht. Auf unserem Weg durch den Park Richtung Osten kommen wir an vielen schönen Strandabschnitten vorbei und packen am Jaw’s Beach unsere Badesachen aus. Hier kann man es sehr gut aushalten. Für Schnorchel- und Tauchfans lohnt sich vielleicht das Buchen einer Tour zum BREEF Sir Nicholas Nuttall Coral Reef Garden, einem Unterwasserpark mit Skulpturen namhafter Künstler. Mein Mann, der sich mit seiner Schwimmbrille bewaffnet unter die vielen Schnorchler mischt, bekommt zumindest auch auf diese Weise schon einige bunte Fische zu Gesicht.

Der Park ist zwar sehr groß und alles andere als überlaufen, doch insgesamt hat er uns eher enttäuscht. Den wirklich schönen angrenzenden Jaw’s Beach, an dem Der weiße Hai gedreht wurde, kann man auch besuchen, ohne den Parkeintritt in Höhe von ca. 10 $ pro Person zu zahlen.

 

Fazit

New Providence ist ein guter Einstieg für eine Bahamasreise. Da man in der Regel hier landet, kann man die ersten Tage zum Eingewöhnen nutzen, die Hauptstadt der Bahamas erkunden und die schönen, leeren Strände besuchen. Wer lieber in kleinen Hotels absteigt, findet diese außerhalb von Nassau, z.B. am Love Beach. Auch ohne eigenes Auto und teure Taxen kann man Teile der Insel erkunden. Von New Providence gelangt man außerdem mit kleinen Flugzeugen oder Fähren zu einigen der anderen Bahamas-Inseln.

Meinen kleinen Bahamas-Guide inklusive Video findet ihr hier.

 

 

 

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