Tipps für ein Wochenende in Nürnberg

Nürnberg stand schon länger auf meiner Reisewunschliste und da eine Freundin von mir regelmäßig an den Wochenenden dort hinpendelt, haben wir das lange Pfingswochenende genutzt und sind zu dritt nach Nürnberg geflogen. Es zeigte sich mal wieder, dass es von Vorteil ist, einen Orskundigen bei einem Städtetrip „zur Hand“ zu haben. Wir lernten so nicht nur die kulturelle sondern auch die kulinarische Seite der Stadt kennen und erlebten als kleines Highlight die Bergkirchweih in Erlangen. Als Ausgangspunkt für einen Spaziergang durch die Stadt kann ich empfehlen, ein in der Altstadt gelegenes Hotel zu buchen, von dem aus ihr vieles zu Fuß besichtigen könnt.

Unseren Spaziergang durch Nürnbergs schöne Altstadt beginnen wir in der Vordere Ledergasse, denn dort liegt das kleine Garden Hotel, in dem wir nächtigen. Dabei führt uns der Weg nach Westen, bis wir auf die Stadtmauer treffen, der wir Richtung Norden folgen. Im Schatten der Mauer passieren wir auf der Kopfsteinpflasterstraße den ein oder anderen Turm und stehen schon bald an der Pegnitz, die wir auf dem Kettensteg überqueren. Laut Infotafel handelt es sich dabei um die älteste frei schwebende Hängebrücke Deutschlands.

Nur wenige Schritte weiter stehen wir in der wahrscheinlich schönsten Straße von Nürnberg: Der Weißgerbergasse. Bevor wir unseren Weg an den hübschen Fachwerkhäusern vorbei fortsetzen, reihen wir uns in die Schlange vor Die kleine Eismanufaktur ein. Vor der Theke im kleinen Verkaufsraum drängen sich die Kunden und während wir geduldig warten, werfen wir einen Blick auf das Angebot. Die Sorten haben lustige Namen und sind teilweise auch vegan oder laktosefrei (z.B. mit Ziegenmilch). Wir entscheiden uns jeweils für zwei Kugeln und verputzen unser leckeres Eis, während wir weiter Richtung Kaiserburg schlendern.

Wir schreiten durch das Tiergärtnertor, bestaunen die hübschen Gebäude der Kaiserburg und genießen den Ausblick auf die Dächer der Stadt. Anschließend geht es wieder abwärts in Nürnbergs Zentrum, genauer zum Hauptmarkt, wo in der Vorweihnachtszeit der berühmte Nürnberger Christkindlesmarkt stattfindet. Beim Überqueren der Pegnitz schauen wir dann auf das wohl bekannteste Fotomotiv Nürnbergs: Den westlichen Zipfel der Insel Schütt mit dem Heilig-Geist-Spital.

Tipp: Einen tollen Ausblick auf Nürnberg inklusive Kaiserburg hat man vom obersten Deck des Adlerparkhauses.

Etwas weiter westlich überqueren wir den Fluss erneut, diesmal über den düsteren Henkersteg, und landen auf einer kleinen Insel mit süßen Häuschen und netten Möglichkeiten zur Einkehr. Im Gegensatz zum Hauptmarkt, der nur einen Katzensprung entfernt ist, finden wir hier keine Touristenmassen sondern etwas Zeit für eine Verschnaufpause (einen Tipp für eine solche gibt es weiter unten).

Zum Abschluss unseres Stadtrundgangs besuchen wir noch den Handwerkerhof, der dem Hauptbahnhof direkt gegenüber liegt und eine kleine Zeitreise ins Mittelalter ermöglicht. Der Stadtmauer erst nach Westen und anschließend nach Norden folgend, schließen wir den „Kreis“ und landen wieder an unserem Ausgangspunkt.

Weitere kulturelle Tipps für Nürnberg und Erlangen

Historische Felsengänge

Im Mittelalter war das Bier ein Überlebensmittel, denn im Wasser tummelten sich die Bakterien. Um das Bier haltbar zu machen, wurden unter Nürnberg Keller angelegt. Diese Felsengänge dienten später als Luftschutzbunker und können heute im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Direkt neben der Gaststube der Hausbrauerei Altstadthof können die Tickets für die verschiedenen Touren gekauft werden. Wir haben an der Führung Historische Felsengänge teilgenommen. Sie war informativ und unterhaltsam, obwohl der Guide für meinen Geschmack etwas zu viele „Frauenwitze“ gemacht hat. Anschließend haben wir im Probier-Shop noch das hauseigene Rotbier und den Bierbrand getestet.

Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände

Etwas außerhalb des Stadtzentrums, zwischen den S-Bahnhaltestellen Dutzendteich und Frankenstadion liegt das ehemalige Reichsparteitagsgelände. Wir haben direkt am Dokumentationszentrum geparkt, sind in den Hof der Kongresshalle getreten und dann entlang des großen Dutzendteichs zum Zeppelinfeld spaziert. Wie alle historischen Orte, die an die schreckliche Nazizeit erinnern, ist auch dieses Gelände beeindruckend und erschreckend zugleich. Und ich bin der Meinung, dass es wichtig ist, sie zu erhalten und damit Mahnmale zu setzen, die uns vor Augen führen, dass so etwas Furchtbares nie wieder geschehen darf!

Bergkirchweih Erlangen

Einmal im Jahr steigt in Erlangen am Burgberg eine große Party: Die Bergkirchweih.

Die Geschichte der Erlanger Bergkirchweih am Burgberg wurde von drei Faktoren in besonderem Maße geprägt und beeinflusst: von den Felsenkellern der Brauereien, dem Vogelschießen der Altstädter Schützen und dem Pfingstjahrmarkt.

 

Das Vogelschießen an Pfingsten gab es in Erlangen bereits seit dem 15. Jahrhundert, die Felsenkeller entstanden im 16. Jahrhundert. Erst als 1755 der Pfingstjahrmarkt mit der Attraktion des Vogelschießens zusammengelegt wird, spricht man offiziell vom Gründungsjahr der Bergkirchweih.

Heute ist Der Berch ein großes Volksfest, das sich die Tradition des Bierausschanks vor den Felsenkellern bewahrt hat. Wer einen (Sitz-)Platz vor oder auf einem dieser Keller ergattern möchte, muss früh losziehen oder – so wie wir – einfach Glück haben. Den Rest müsst ihr einfach selbst erleben…

Kulinarische Tipps für Nürnberg

Gutmann am Dutzendteich

Nach dem Besuch des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände kann man hier im schönen Biergarten einkehren und sich bei einem Bier und fränkischen Leckereien wieder positiven Dingen widmen. Vielleicht probiert ihr ja mal eins der lokalen Gerichte, wie bspw. ein Schäufele mit Knödeln und Biersauce.

Trödelstuben

Ihr habt genug von den Touristenmassen in Nürnbergs Altstadt und braucht eine Verschnaufpause? Dann kann ich die Trödelstuben empfehlen. Das rustikale Lokal liegt auf der oben bereits erwähnten kleinen Insel in der Pegnitz und hat auch einen einladenden Außenbereich. Ideal für ein kleines Feierabendbierchen nach vielen gelaufenen Kilometern durch die Stadt. Da wir hier nur etwas getrunken haben, kann ich nichts über das Essen berichten.

Luftsprung

Hier gibt es Salate, Nudel- und Fleischgerichte, aber auch eine ausgefallene Sonderkarte. Die Portionen sind reichlich und das Essen ist sehr lecker, ebenso wie die hauseigenen Limonaden. Wenn man Glück hat, ergattert man einen der kleinen Tische auf der vorgelagerten Terrasse. Mein persönlicher Tipp: Einen der Salate probieren. Besonders das Dressing und das dazu gereichte Brot sind lecker.

B.GOOD

Eine Empfehlung für alle, die auch gerne mal gesund essen. Wir haben einen Burger mit Rind und die Roasted Almond & Ginger Bowl mit Quinoa, ganz viel frischem Gemüse und einer super leckeren Vinaigrette gegessen. Vor allem ich war nach der Bowl pappsatt. Sie war so lecker, dass ich erst aufhören konnte, als alles verputzt war. Auch hier haben wir wieder draußen gesessen, doch auch ein Blick ins Innere lohnt. Mir gefällt die stylische Einrichtung sehr gut und eine Etage höher kann man dem Gemüse auf der Dachterrasse beim Wachsen zusehen.

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