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Mons – Auf Greeter-Tour in der Kulturhauptstadt 2015

Als Reisebloggerin durfte ich schon viele tolle Menschen kennenlernen, die wie ich leidenschaftlich gerne reisen. Und bloggen. Mit einigen war ich auch schon in ihrer jeweiligen Heimat unterwegs: Janett hat mir Neuss gezeigt, mit Michèle war ich auf der Suche nach Bonns Kirschblüten und dank Meike habe ich so einiges über Wuppertal erfahren. Doch mit einem offiziellen Greeter war ich noch nicht unterwegs. Bis jetzt! Kürzlich habe ich das belgische Mons besucht und mir die aktuelle Kulturhauptstadt Europas von einer Einheimischen zeigen lassen.

Mons (1 von 1)

Der Bahnhof von Mons lässt nicht im geringsten erahnen, dass die wallonische Kleinstadt einen solch bedeutenden Titel trägt. Hier herrscht Großbaustelle und anstelle eines alt-ehrwürdigen Bahnhofgebäudes hat man Container übereinander gestapelt.

Das ca. 94.000 Einwohner umfassende Mons (D und NL: Bergen) ist die Hauptstadt der wallonischen Provinz Hennegau und liegt etwa eine Zugstunde süd-westlich von Brüssel. Den Titel Kulturhauptstadt Europas teilt es sich in diesem Jahr mit dem tschechischen Pilsen. Mehr Infos gibt es hier.

Rathaus (1 von 1)

Den ersten guten Eindruck macht die Stadt dann aber doch direkt am Bahnhof auf mich, denn der Weg ins Zentrum ist von dort aus super ausgeschildert und nach ca. 10 Minuten Fußweg stehen wir auf dem Grand Place. Hier treffen wir uns auch mit unserer Greeterin. Catherine ist kaum älter als wir und führt seit diesem Jahr ausschließlich deutschsprachige Gäste durch ihre Stadt. Bevor Mons Kulturhauptstadt wurde, bestand so gut wie keine Nachfrage nach deutschsprachigen Greeter-Touren. Das hat sich seit Anfang des Jahres aber schlagartig geändert. Catherine erzählt uns, dass zurzeit sehr viele Deutsche nach Mons kommen, meist seien ihre Gäste allerdings etwas älter. „Ihr seid bisher die jüngsten“, erzählt sie uns.

Hinterhof Rathaus (1 von 1)

Dichtkunst (1 von 1)

Von einem Drachen, Faultieren und einem Glücksaffen

Catherine führt uns zwei Stunden lang kreuz und quer durch Mons. Sie zeigt uns auch die öffentlichen Gärten, die oft versteckt hinter den Häusern liegen und die wir wahrscheinlich gar nicht gefunden hätten. Dank des diesjährigen Titels hat die Stadt unterschiedliche Aktionen auf die Beine gestellt. Ein Garten widmet sich beispielsweise dem Thema Literatur und bietet nicht nur Sitzmöglichkeiten sondern auch regelmäßige Lesungen. Leider sind solche Einrichtungen nicht von Dauer.

Altes Kinoplakat 1 (1 von 1)

Filmplakat 2 (1 von 1)

Filmplakat 3 (1 von 1)

Der kleine Affe an der Fassade des alten Rathauses ist im Gegensatz zum Literaturgarten tatsächlich von Dauer. Er hockt hier schon ein paar Jahrhunderte und hat einen ganz blanken Kopf. „Wenn man ihn berührt, hat man ein Jahr lang Glück. Man muss also jedes Jahr wieder nach Mons kommen und ihm den Kopf tätscheln“, erzählt uns Catherine.

Glücksaffe (1 von 1)

Doch in Mons wohnt nicht nur ein Affe. In den Bäumen eines Parks können die Besucher zurzeit Faultiere entdecken. Und die sind sehr beliebt – als wir uns der Grünanlage nähern, steht bereits eine kleine Gruppe unter dem Blätterdach und reckt die Köpfe in die Höhe. Ich verstehe nicht viel von Kunst, aber für diese hier strecke auch ich gerne mal den Hals.

Faultier (1 von 1)

„Wisst ihr, was Doudou ist?“ fragt uns Catherine, als wir am gleichnamigen Museum vorbei kommen. Wir schütteln die Köpfe und unsere Greeterin fängt an zu erzählen. Am Dreifaltigkeitswochenende steht Mons jedes Jahr Kopf, denn dann findet eine riesige Prozession zu Ehren der Schutzheiligen – Waltrudis – statt. Doudou (Ducasse de Mons) erinnert daran, dass eben diese Schutzheilige die Stadt einst vor der Pest rettete. Natürlich hat Waltrudis auch einen güldenen Schrein, den Catherine uns in der Stiftskirche zeigt. „Sieht aus wie der vom Karl“, bemerken wir. Doch Waltrudis hat etwas, das unser Karl nicht hat: Eine Kutsche, auf der an Doudou der Schrein quer durch die Stadt gefahren wird. Ich bin mir sicher, dass unser Karl auch keine Radspuren in seinem Dom dulden würde, wie sie in der Stiftskirche zu finden sind.

Blick auf die Stiftskirche (1 von 1)

Kurz nach dem Dreifaltigkeitswochenende findet auch schon das nächste Spektakel statt: Der heilige Georg kämpft gegen einen Drachen. Die gesamten Festivitäten gehören übrigens zum immateriellen Weltkulturerbe der UNESCO.

Belfried (1 von 1)

Engel Jessi (1 von 1)

Tipps für (Greeter-Touren durch) Mons:

  • Wenn ihr auch einmal auf Greeter-Tour durch Mons gehen wollt, dann findet ihr hier alle wichtigen Infos.
  • Die Touren dauern in der Regel zwei Stunden und sind kostenlos. Über ein kleines Dankeschön freuen sich die Greeter aber sicher.
  • Für einen Besuch in Mons ist es generell von Vorteil, wenn ihr zumindest ein bisschen Schul-Französisch könnt. Englisch wird hier nur bedingt gesprochen.
  • Wenn ihr einmal beim Doudou dabei sein wollt, dann findet ihr hier die Termine der nächsten Jahre.
  • Seit diesem Jahr ist es nun endlich wieder möglich, den Belfried von Mons zu besuchen. Im Turm gibt es ein kleines Museum und einen schönen Blick über die Stadt. Leider ist es aber nicht möglich, den Ausblick im Freien zu genießen.

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2 Kommentare

  1. Hallo Jessi,

    die meisten Dinge habe ich auf eigene Faust auch entdeckt. Mein Fokus lag ja mehr auf van Gogh… Ich werde sicher nochmal nach Mons zurückkehren. Und Du?

    LG Katharina

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