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Barcelona – Überraschend anders

Reisen sollte nur ein Mensch, der sich ständig überraschen lassen will.

Oskar Maria Graf

Jede Stadt, jedes Land hat seine Eigenarten, ist anders. Um das zu erfahren, muss man nicht einmal sein eigenes Land verlassen, sondern vielleicht in ein anderes Bundesland fahren und dort nach den regionalen Gepflogenheiten Ausschau halten. Einige sind offensichtlich, andere entdeckt man nur bei genauem Hinschauen. Auch ich erkunde gerne mir noch unbekannte Städte und Regionen, lasse mich gerne überraschen. Auch Barcelona hat mich in mancher Hinsicht überrascht, mal mit großem Trarar, mal ganz still und leise. Mal positiv, mal eher negativ.

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Kulinarische Überraschungen

Ich bin Teetrinkerin und habe mir am ersten Morgen in Barcelona wie gewohnt einen schwarzen Tee aufgegossen, um nicht nur satt, sondern auch wach in den Tag zu starten. Schon als ich die Tasse an meinen Mund heranführe, ahne ich Böses. Und tatsächlich, das Wasser ist unglaublich stark gechlort und vermiest mir den Teegenuss. Merke: In Barcelona wird das Leitungswasser gechlort. Da macht weder das Duschen noch das Teetrinken Spaß. Allerdings wird das Chlor im Wasser seinen Sinn haben und es ist sicherlich besser, auf die morgentliche Tasse Tee zu verzichten als sich Bakterien einzufangen.

Tapas? Kenne ich, die gibt es doch hier auch! Das, was mich in der baskischen Tapasbar erwartet, die wir besuchen, hat allerdings nicht viel Ähnlichkeit mit „unseren“ Tapas. Auf der Theke reihen sich Platten mit den unterschiedlichsten Leckereien aneinander. Eines haben sie alle gemeinsam: Eine Scheibe Weißbrot als Unterlage. In Spanien wird das Fingerfood übrigens bevorzugt im Stehen mit einem Glas Wein oder Bier verzehrt. Und ich muss sagen, so gemütlich habe ich noch nie Tapas gegessen. Das Lokal ist brechend voll, alles redet durcheinander und immer wieder schieben sich Kellner mit weiteren Köstlichkeiten durch die Menschenmasse. Typisch Spanien? Für mich schon!

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Nach dem Essen geht es zu Fuß ins Hotel zurück und wir versüßen uns den Weg mit einem Eis. Für mich gibt es aufgrund meiner Unverträglichkeit zwei Sorten Sorbet. Das stellt sich als glücklicher Umstand heraus, denn das Eis meiner Begleitung lässt zu wünschen übrig. Vielleicht hat es nur an dieser einen Eisdiele gelegen, aber Spanien ist eben auch nicht Italien… Lieber Churros essen!

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Wir waren über Ostern in Barcelona und in den Schaufenstern der Bäckereien entdecken wir die speziellen Osterkuchen. „An Ostersonntag kauft man für seine Patenkinder einen solchen Kuchen. Die Federn müssen sie bis zum nächsten Osterfest aufbewahren, das bringt Glück!“ erfahren wir.

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Sonstige Überraschungen

Schon nach wenigen Schritten entdecke ich das erste witzige Schild in Barcelona. Und in den drei Tagen, die wir in der Stadt verbringen, laufen wir noch an vielen weiteren vorbei. Meist sind es leicht modifizierte Straßenschilder. Ab und an entdecken wir aber auch mit viel Herz und Humor geschriebene Hinweisschilder.

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Auf dem Weg zum Parc Güell traue ich plötzlich meinen Augen kaum. Da führen tatsächlich Rolltreppen die Straße hinaus! So bleibt uns ein durchaus anstrengender Spaziergang auf den Berg erspart und wir können den Park betreten, ohne erst einmal Luft holen zu müssen. Praktisch, aber irgendwie auch merkwürdig…

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Den Fußweg, der uns am Berg erspart bleibt, legen wir dann allerdings „unter Tage“ zurück. In Barcelona scheint man ein Faible für lange Metrotunnel zu haben. Mir kommt es teilweise wie eine Ewigkeit vor, bis wir vom Eingang zum Gleis oder von einer Metrolinie zur nächsten gelangen.

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In Restaurants erhält man die Rechnung auf einem kleinen Tellerchen, auf das man auch das Geld legt. Der Kellner bringt das Geld zur Kasse und kommt mit dem Tellerchen und dem Wechselgeld zurück. Vor dem Verlassen des Restaurants lässt man dann einfach das Trinkgeld auf dem Tellerchen liegen. Ich kann nicht genau sagen warum, aber ich mag diese Art des Bezahlens.

Und welche Stadt hat euch überrascht? Entdeckt ihr auf Reisen auch solche Kleinigkeiten, die ihr dann mit einer ganz bestimmten Stadt/Region verbindet?

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4 Kommentare

  1. Ich muss dir beipflichten: Irgendwie finde ich das mit dem Tellerchen auch die sympathischste Arte Trinkgeld zu geben. Wenn der eigentliche Bezahlvorgang abgeschlossen ist, kann man in Ruhe überlegen, wie viel man geben möchte. Ganz ohne Druck eines gespannt wartenden Kellners. Ich fürchte nur, dass das Servicepersonal auf diesem Wege deutlich weniger erhält. Hängt aber wahrscheinlich auch stark von der Höhe des Rückgeldes ab.

  2. Das war dann Tapas Original, nicht der Müll, der hier in Deutschland als Tapas verkauft wird. Die Erfahrung habe ich auch schon gemacht.
    Auch das Bezahlen läuft derartig ja in vielen Ländern ab. Zuletzt war es so in Frankreich, auch im Februar in den USA habe ich es so erlebt und ebenso in Indien und der Türkei letztes Jahr. Scheint also rund um den Globus so üblich zu sein, nur bei uns nicht :)

  3. Pingback: Blick in andere Blogs | Luxushotel Tester Magazin

  4. Den langen Metrotunnel in Barcelona auf dem Weg zum Park Güell durfte ich auch kennenlernen. Anfangs habe ich mich noch gewundert, warum alle so schnell gehen und einen überholen, aber wenn man mit normalem Tempo gefühlte 10 Minuten bis zur Haltestelle braucht, kann ich das verstehen :D

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