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Eine abwechslungsreiche Rundwanderung durch Capris Süd-Osten

Ich habe euch ja bereits erzählt, dass Capri meine Einstellung zum Wandern grundlegend verändert hat. Die Besteigung des Monte Solaro habe ich trotz Mittagshitze in vollen Zügen genossen. Doch noch viel lieber mag ich Rundwanderwege, denn auf ihnen weiß ich wirklich zu keinem Zeitpunkt, was mich noch erwartet. Bis zum Schluss kann ich immer wieder Neues entdecken. Deshalb nehme ich euch heute mit auf eine kleine Rundwanderung durch Capris Süd-Osten. Wir starten im Zentrum von Capri-Stadt und spazieren erst einmal durch die kleinen Gassen zu den Gärten des Augustus’ – Giardini di Augusto.

Felsen und Weitblick (1 von 1)

Giardini di Augusto

Den richtigen Weg zu den Gärten des Augustus’ finden wir schnell, denn wir sind nicht die einzigen mit diesem Ziel. Also folgen wir dem – im Mai zum Glück noch überschaubaren – Strom an Tagestouristen. Zweimal müssen wir uns an kleineren Gruppen vorbei drängeln: Es staut sich vor einem Stand mit für Capri typischer Zitronenlimonade und vor einem kleinen Steinhäuschen, das mit Parfum wirbt.

Giardini di Augusto (1 von 1)

Irgendwie hatte ich mir die Giardini di Augusto etwas größer vorgestellt. Statt einer weitläufigen Grünanlage erwartet uns ein terrassenförmig angelegter Garten. Der Plural ist meiner Meinung nach hier nicht angebracht.

Entsetzen (1 von 1)

Von diesem Ort kann ich das erste Mal das Wahrzeichen der Insel sichten: Die Faraglioni. Stolz ragen die Felsen etwas weiter östlich aus dem Meer empor. Auf der anderen Seite des Gartens fällt mein Blick auf den kleinen Ort Marina Piccola, zu dem sich die Via Krupp hinabwindet. Der Weg ist zurzeit aufgrund von notwendigen Ausbesserungsarbeiten leider gesperrt. Deshalb entscheiden wir uns dafür, den Weg Richtung Osten einzuschlagen und die Faraglioni von Nahem zu betrachten. Doch erst lasse ich meinen Blick noch eine Weile über das Meer schweifen…

Faraglioni im Hintergrund (1 von 1)

Infos:

  • Die Gärten erreicht ihr von Capris Zentrum aus zu Fuß in ca. 15 Minuten über die Via V. Emanuele, Via F. Serena und Via Matteotti.
  • Von 9:00 Uhr bis 19:30 Uhr könnt ihr die Anlage besuchen.
  • Vom 1. März bis zum 15. November zahlt ihr für den Besuch 1,00 € Eintritt.

Faraglioni

Für uns geht es oberhalb der ehemaligen Klosteranlage Certosa di San Giacomo Richtung Süden. Schon bald tauchen wir wieder in das Gassenwirrwarr der Insel ab und folgen immer der Beschilderung, die uns zu unserem nächsten Ziel leitet: Belvedere di Tragara.

Alte Klosteranlage (1 von 1)

Der Aussichtspunkt liegt direkt vor der Tür eines der Capresischen Luxushotels und bietet uns einen weiteren Blick auf die Faraglioni. Wir sind ihnen bereits ein gutes Stück näher gekommen und von hier wirken sie natürlich viel größer als von den Gärten des Augustus’ aus.

Capris Felsen (1 von 1)

Faraglioni zum Greifen nah (1 von 1)

Möwen (1 von 1)

Nach einer kleinen Pause geht es viele, viele Treppen hinab bis zum Meer. Wir wollen den Felsen ganz nah sein, direkt vor ihnen stehen. Nach einer gefühlten Ewigkeit und mehreren Ausrufen meinerseits (“Oh man, wir müssen die ganzen Treppen nachher auch wieder hoch!”) stehen wir dann auch tatsächlich vor ihnen und recken unsere Köpfe nach oben. Außer dem Rauschen der Wellen und dem Gekreische der Möwen ist nichts zu hören und wir genießen einen Moment die Ruhe, bevor wir den Rückweg antreten.

Als Faraglioni bezeichnet man allgemein Klippen vor der Küste Italiens bzw. vor italienischen Inseln. In der Antike wurden sie als Leuchtfeuer genutzt.

Arco Naturale

Nachdem wir uns die Treppen wieder hinauf gekämpft haben, beginnt der schönste Teil der Wanderung. Auf kleinen Pfaden geht es an der Küste entlang, die Sorrentinische Halbinsel stets im Blick. Über uns die Möwen, unter uns das Meer. Hin und wieder führen uns kurze Treppen wieder ein Stück weiter hinauf oder hinunter. Ein paar Mal tauchen wir auch in den Wald ein und sind dankbar über die kurzen schattigen Abschnitte.

Restaurant am Fuße der Faraglioni (1 von 1)

Fast am Fuße der Faraglioni (1 von 1)

Auf dem Weg begegnen wir kaum jemandem. Erst als wir hinter der Grotta di Matromania eine nicht enden wollende Treppe hinaufschnauben, wird es wieder trubelig. Uns kommt eine Gruppe Jugendlicher entgegen, die den Weg wohl in umgekehrte Richtung erwandern will.

Blümchen (1 von 1)

Blick auf die sorentinische Halbinsel (1 von 1)

Puh, endlich habe ich die letzte Stufe hinter mir. Mein Freund will noch unbedingt der Beschilderung zum Arco Naturale folgen, doch ich mag nicht mehr. Also lasse ich mich auf eine kleine Mauer plumpsen und leere unsere Wasservorräte, während er allein loszieht. Als er mir später die Fotos von diesem 18 Meter hohen und 12 Meter breiten Kalksteinbogen zeigt, bereue ich es dann aber doch ein wenig, nicht mitgegangen zu sein. Der Bogen war übrigens einmal Teil einer Grotte, die aber vor langer Zeit eingestürzt ist.

Arco Naturale (1 von 1)

Tipp: Am oberen Ende der langen Treppe gibt es ein kleines Restaurant mit einer schönen, dem Meer zugewandten Terrasse. Die frisch gepressten Orangen- und Zitronensäfte können wir empfehlen.

Das letzte Stück unserer Rundtour durch Capris Süd-Osten führt uns wieder durch kleine Gassen und an hübschen Gärten vorbei, in denen Katzen ein Nachmittagsschläfchen halten. Das wäre jetzt auch genau das richtige für mich…

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