Deutschland, Kulinarisches, Reisen und Ausflüge
Kommentare 3

Alles Käse? Wie der Käse in die Atta-Höhle kommt

Schon als sich die Tür der kleinen Atta-Käserei in Attendorn öffnet, kommt uns der typische Käsegeruch entgegen. Das Gebäude ist noch recht neu und befindet sich am Fuße der bekannten Atta-Höhle. Wie die Käserei und die Tropfsteinhöhle zusammenhängen, wird uns gleich Käsemeister Karl Schöben erzählen. Doch erst bekommen wir einen weißen Kittel, den wir in der Käserei tragen müssen. Ich kann mir ein Lachen nicht verkneifen, denn schon bei meinem ersten Sauerlandbesuch haben wir uns in einen Kittel gehüllt. Nur war er damals blau und wurde durch einen Helm ergänzt. Vorerst wollen wir heute aber über Tage bleiben und benötigen keinen Kopfschutz.

Alles Käse (1 von 1)

Der Atta-Käse wird nicht in einer riesigen Fabrik hergestellt, sondern in einer kleinen Käserei mit großer Glasfront. Hier können sich Interessierte die Nasen platt drücken und beobachten, wie der Käse entsteht. Karl Schöben schnappt sich dann sein Headset, das mit Lautsprechern an der Hausfassade verbunden ist, und erklärt den Zuschauern die einzelnen Arbeitsschritte. Auch uns erzählt er heute mit viel Leidenschaft, wie hier tagtäglich sauerländische Milch zu Käse verarbeitet wird. Eigentlich ist Karl Schöben schon in Rente, doch als vor ca. einem Jahr ein erfahrener Käsemeister für das Projekt gesucht wurde, konnte er nicht nein sagen.

Käserei (1 von 1)

Käselager (1 von 1)

Wir werfen auch einen Blick in den kühlen Lagerraum, wo die Käselaibe eine Weile ruhen, bevor sie schließlich in die Atta-Höhle transportiert werden. Dort reifen sie dann bei perfektem Klima ca. drei Monate. Die Käserei ist zwar recht klein, doch in der Höhle liegt ein Vorrat von 300-400 Laiben. Wer den würzigen Käse also probieren möchte, geht auf keinen Fall leer aus. Wir genießen nach dem lehrreichen Besuch der Käserei verschiedene Käse-Gerichte auf der Terrasse des Restaurants Himmelreich, das sich direkt an den Eingangsbereich der Höhle anschließt. Unser Urteil: Ganz schön üppig und sehr lecker!

Milchtrog (1 von 1)

Käsemasse (1 von 1)

Käsepresse (1 von 1)

Wie der Käse pur schmeckt, werde ich demnächst testen, denn in meinem Kühlschrank lagern jetzt zwei Stücke…

Gut gesättigt geht es für uns dann doch noch unter Tage. Der Höhlen-Guide Tim erwartet uns bereits an der hölzernen Tür, hinter der uns ein langer Gang in die Tiefe führt. Wir passieren die Tür, hinter der ca. 300 Käselaibe lagern und betreten erst einmal die Gesundheitsgrotte. Zwischen den bunt angestrahlten Stalaktiten und Stalagmiten stehen Liegen, auf denen Besucher mit Atemwegs- und Hautkrankheiten die reine Höhlenluft genießen können. Dick eingepackt versteht sich. Bei den konstanten 9°C, die hier herrschen, besteht Schlafsackpflicht.

Gesundheitsgrotte (1 von 1)

Auf unserem Höhlenrundgang deutet Tim immer wieder auf Gebilde, in denen Figuren zu erkennen sind. Wir treffen den Nikolaus, schauen einem Eisbären beim Erklimmen eines Stalaktiten zu und huldigen Königin Atta. Es geht treppauf, treppab und durch teilweise sehr enge Gänge. Hinter jeder Ecke erwarten uns wunderschöne Gebilde. Unglaublich, dass diese Höhle innerhalb vieler, vieler Jahrhunderte so natürlich gewachsen ist. Damit die Atta-Höhle auch noch lange so schön bleibt, ist das Anfassen der Tropfsteine strengstens verboten. Tim zeigt uns an einem Stalaktiten, was anderenfalls passiert: Die Steine werden schwarz. Und das ist kein besonders schöner Anblick.

Blick in die Tropfsteinhöhle (1 von 1)

Weitere Informationen zur Höhle, ihrer Entdeckung und zu Besichtigungen findet ihr hier.

Vielen Dank an den Sauerland-Tourismus für die Einladung ins Sauerland sowie an Wolfgang Böhmer von der Atta-Höhle. Mein besonderer Dank gilt Karl Schöben und Tim für die interessanten Führungen durch die Käserei und die Höhle. Außerdem möchte ich Anna Galon für die tolle Zeit in Attendorn danken. Meine Meinung ist wie immer meine eigene.

Ich freue mich über das Teilen dieses Beitrags:

Noch mehr spannende Posts:

3 Kommentare

  1. Oh wie schön. In der Atta-Höhle war ich das letzte Mal als Kind – vor bestimmt über 20 Jahren. Schön, nochmal einen „Einblick“ zu bekommen.

    Liebe Grüße
    Mel

  2. Lena sagt

    Hey! Echt schöne Bilder und ein interessanter Beitrag! Ich war vor kurzem mit meinen Eltern in Obermais…da gab es auch immmer reichlich Käse^^…aber leider alles nicht so meins :/…LG, Lena :)

    • Jessi sagt

      Vielen Dank!

      Ja, Käse ist nicht jedermanns Sache. Ich mochte früher auch keinen…

      Liebe Grüße
      Jessi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.