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Die vierte Etappe des Malerwegs – Eine echte Herausforderung in wunderschöner Kulisse

Als wir am frühen Morgen auf dem Wanderparkplatz am Ortseingang Altendorf aus dem Auto steigen und unsere Rucksäcke schultern, ist es noch angenehm kühl. Ich atme die frische Luft ein, blicke in den blauen Himmel und bin mir sicher, dass auch heute wieder ein heißer Sommertag bevorsteht. Doch wir lassen uns trotz der zu erwartenden hohen Temperaturen nicht davon abbringen, heute die als anspruchsvoll geltende Etappe 4 des Malerwegs durch die Sächsische Schweiz entlang zu wandern. Im Gegenteil: Ich freue mich schon riesig darauf, die Felsen des Elbsandsteingebirges endlich einmal mit eigenen Augen zu sehen und teilweise auch auf ihnen herumzukraxeln. Außerdem werden wir die meiste Zeit durch waldiges Gebiet laufen und dürfen den Schatten der Bäume genießen. Die Wanderschuhe sind geschnürt, die Gurte der Rucksäcke festgezurrt und die Route auf dem Smartphone geöffnet. Es kann losgehen!

Die Häuser von Altendorf lassen wir schnell hinter uns und betreten den Wald. Hier ist es herrlich ruhig und wie gut es duftet. Ich bin ja so gespannt, was uns in den nächsten sieben Stunden alles erwartet. Die erste Abwechslung zum typischen Waldwanderweg lässt nicht lange auf sich warten. Es geht abwärts. Über Stein- und Metalltreppen steigen wir durch die Dorfbachklamm ins Kirnitzschtal hinab.

Zu Beginn unserer Wanderung ist es noch angenehm kühl

Von den Dorfwegen geht es über Wiesen in den Wald

Herzlich Willkommen im Nationalpark Sächsische Schweiz

Unten angekommen geht es oberhalb der Kirnitzschtalstraße auf dem Flößersteig durch den Wald. Während wir den Verursacher der plötzlich einsetzenden hämmernden Geräusche suchen und einen Schwarzspecht entdecken, rattert unter uns die Kirnitzschtalbahn – eine alte Straßenbahn – vorbei. Andere Menschen hingegen sind uns bisher mit einer Ausnahme nicht begegnet.

Steintreppen entlang der Dorfbachklamm

Über Treppen geht es hinab ins Kirnitzschtal

Durch das Kirnitzschtal fährt eine alte Straßenbahn

Am Campingplatz Ostrauer Mühle überqueren wir die Straße und folgen der  – übrigens sehr guten – Beschilderung des Malerwegs bergauf quer durch den Wald. Der weiche, unter unseren Sohlen nachgebende Waldboden wird nach einer Weile von einem schmalen steinigen Pfad abgelöst. Und der nächste Abschnitt der Strecke fordert unsere volle Konzentration, damit wir nicht über das Wurzelwerk stolpern. Ich finde es ja richtig klasse, wenn Wanderwege so abwechslungsreich sind.

Es geht quer durch den Wald

Auf weichen Waldboden folgt ein steiniger Pfad

Zwischen den Baumwipfeln lugen immer mal wieder die ersten Spitzen der Schrammsteine hervor. Dabei handelt es sich um eine stark zerklüftete Felsengruppe der Sächsischen Schweiz, durch die uns unser Weg heute ebenfalls führen wird. Der Weg wird wieder schmaler und steiniger, der Wald lichtet sich ein wenig und mein Blick fällt auf die Felsen, die vor uns in die Höhe ragen. Wow, das ist wirklich ein toller Anblick. Wie schön die Natur doch sein kann.

Zwischen den Bäumen tauchen die ersten Schrammsteine auf

Der Weg führt uns immer näher an die Felsen heran

Wir folgen dem Pfad zwischen den Schrammsteinen hindurch und weiter durch den Wald, bis wir vor der ersten Leiter stehen. Es geht aufwärts und zwar auf die Felsen. Sprosse um Sprosse, Stufe um Stufe klettere ich nach oben, bis ich das Ende der letzten steilen Treppe erreiche. Hier verschnaufen wir ersteinmal eine Weile und suchen uns dann einen Platz, um das zweite Frühstück einzunehmen. Der Himmel ist blau, die Sonne scheint aus allen Knopflöchern und es wird schon merklich wärmer. Während wir auf den Felsen sitzen, bekommen wir Gesellschaft von einer weiteren Wanderin. Sie erzählt uns, dass sie heute zu sehr früher Stunde bereits an der Bastei gewesen sei, um den Besucheransturm an der wohl bekanntesten Felsformation der Sächsischen Schweiz zu umgehen. Wir haben uns aus gleichem Grund einen Besuch für heute Abend vorgenommen.

Über Leitern und…

…steile Treppen geht es auf die Schrammsteine hinauf

Die erste Weitsicht auf dieser Wanderung gibt es von den Schrammsteinen

Der nächste Abschnitt des Malerwegs führt auf den Schrammsteinen entlang. Jeder unserer nächsten Schritte ist wohl überlegt und teilweise müssen wir sogar ein wenig kraxeln. Ich finde es super und habe heute überhaupt keine Probleme mit der Höhe. An vielen Stellen sind Metallgeländer angebracht, die auf jeden Fall dazu beitragen, dass ich mich zu keinem Zeitpunkt unsicher fühle. Im Gegenteil: Ich bin eher enttäuscht, als wir wieder Waldboden unter den Füßen haben.

Auf den Schrammsteinen ist der Weg schon fast abenteuerlich, aber auch gut abgesichert

An der „Breite Kluft“ machen wir eine weitere kleine Pause und lassen den Blick über die Baumwipfel, die Felsen und das Elbtal schweifen. Ab jetzt ist es mit der Einsamkeit vorbei, immer wieder begegnen wir anderen Wanderern; überfüllt sind die Wege aber zum Glück nicht.

Die Breite Kluft eignet sich hervorragend für eine kleine Pause mit Weitblick

Unser Weg führt uns immer wieder an bizarren Felsformationen vorbei, die zwischen den schattenspendenden Bäumen emporragen. Mal laufen wir auf breiten Schotterwegen nebeneinander her, mal klettern wir auf schmalen Pfaden über Felsen, Wurzeln und Treppenstufen. Richtig wuselig wird es, als wir die Kirnitzschtalstraße erreichen und an dieser entlang bis zur Endstation der Kirnitzschtalbahn laufen. Der Lichtenhainer Wasserfall, der sich ebenfalls hier befindet, ist wenig beeindruckend.

Über fehlende Abwechslung bei der Beschaffenheit der Wege kann man sich definitiv nicht beklagen

Immer wieder tauchen Felsen zwischen den Bäumen auf

Der vor uns liegende Abschnitt hat es in sich. Es geht stetig bergauf, teilweise recht steil, und mittlerweile sind auch die Temperaturen gestiegen. Immerwieder muss ich anhalten, kurz verschnaufen und einen Schluck aus meiner Wasserflasche nehmen. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen wir das nächste Highlight dieser Etappe: Das Felsentor Kuhstall. Die Höhle selbst ist ganz nett, aber so wirklich spannend ist der Weg auf das Dach der Höhle. Der führt nämlich über die Himmelsleiter, die ihrem Namen alle Ehre macht. Als ich am unteren Ende dieser Treppe stehe, traue ich meinen Augen kaum: Vor mir führt eine äußerst schmale Steintreppe durch eine Lücke in der Felsformation scheinbar in den strahlend blauen Himmel. Die Aussicht vom Plateau ist wenig spektakulär, aber der Aufstieg über die schmale Himmelsleiter ist schon ein cooles Erlebnis.

Blick zurück vom Dach des Kuhstalls – Über die Himmelsleiter ging es zwischen Felsen hindurch nach oben

Die Felsen lassen wir jetzt hinter uns und spazieren auf Waldwegen ins Tal hinab, wo wir das letzte Stück an der Kirnitzsch entlang wandern. Unser Ziel, die Neumannmühle, erreichen wir nach fast 18 Kilometern, ca. 7 Stunden und 668 (bergauf) bzw. 753 (bergab) Höhenmetern. Geschafft aber happy setze ich mich auf ein altes Mühlrad, stelle den Rucksack daneben und atme tief durch. Meine Beine sind richtig schwer und es tut gut, zu sitzen, aber für mich war die Etappe 4 des Malerwegs eine der tollsten Wanderungen, die ich je unternommen habe.

Ein letztes Mal geht es auf dieser Wanderung an Felsen vorbei

Bis zum Ziel geht es im Tal an der Kirnitzsch entlang

Mit dem Bus geht es später zurück nach Bad Schandau, wo sich unsere Ferienwohnung befindet, bzw. nach Altendorf, um das Auto wieder abzuholen.

Ihr möchtet euch ebenfalls dieser Herausforderung stellen? Hier findet ihr nützliche Infos zur vierten Etappe des Malerwegs.

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