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Länderhopping auf der zweiten Etappe des Eifelsteigs

Da wir die erste Etappe des Eifelsteigs in entgegengesetzter Richtung gelaufen sind, kennen wir Roetgen bereits als Startpunkt für die Etappenwanderungen durch die Eifel. Dieses Mal geht es jedoch nicht zurück nach Aachen. Stattdessen schlagen wir den Weg Richtung Monschau ein. Die kleine Stadt mit den hübschen Fachwerkhäusern ist nämlich das Ziel der zweiten Etappe. Gegen Mittag steigen wir an der Haltestelle Roetgen Wanderstation/Bahnhof aus dem Bus und folgen der Eifelsteig-Beschilderung raus aus Roetgen.

Zunächst geht es auf von Hecken gesäumten Wegen vorbei an grünen Weiden, auf denen die Kühe gerade ihr Mittagessen wiederkäuen oder vor sich hindösen. Mit dem ersten Schritt in den angrenzenden Waldabschnitt überschreiten wir auch die Grenze zu Belgien. Auf der zweiten Etappe des Eifelsteigs werden wir heute mal durch Deutschland, mal durch Belgien wandern – wir betreiben Länderhopping.

Der Weg ist hier nur ein Trampelpfad und lässt sich aufgrund der geschlossenen Laubdecke auf dem Waldboden kaum vom restlichen Gelände unterscheiden. So passiert es auch bei dieser Wanderung, dass wir plötzlich mitten im Wald stehen und keine Wegweiser mehr finden können. Doch dafür haben wir ja die Wanderapp und GPS. Fix haben wir uns orientiert und folgen kurze Zeit später wieder dem Weg.

Aus dem Trampelpfad werden Holzstege und während wir über diese spazieren, mischt sich unter das „klonk klonk“ der Wanderschuhe auf dem Holz das Blöken von Schafen. Noch können wir sie nur hören, doch als wir um die nächste Ecke biegen, stehen wir am Rand einer Schafsweide. Die wolligen Tiere scheinen gerade auf diese getrieben zu werden, denn auf uns rollt eine weiße Welle zu und der Geräuschpegel nimmt zu. Wir gönnen uns eine kurze Pause und beobachten, wie sich die Weide vor uns schnell füllt.

Kurze Zeit nach der Begegnung mit der Schafsherde betreten wir den Staatswald Oberweser im Königreich Belgien. Vor meinem inneren Auge galoppiert der König mit seinen Söhnen und einigen Mitgliedern des Hofes durch den Wald, während seine Meute bellend einen Hirsch verfolgt. In der Realität sind mein Mann und ich allein auf weiter Flur und um uns herum zwitschern lediglich die Vögel, ab und zu hören wir das Hämmern eines Spechtes. Auch deshalb liebe ich Wanderungen: Einfach mal die Ruhe genießen.

Der nächste Streckenabschnitt zieht sich leider wie Kaugummi. Es geht zwar durchs Hohe Venn, das ich eigentlich sehr gerne mag, doch die Straße ist breit und schnurgerade. Ein Ende ist nicht in Sicht. Nach einer gefühlten Ewigkeit geht die geteerte Straße wieder in einen Wald- und Wiesenweg über. Wir treffen auf den Kaiser-Karl-Weg, dem wir bis zu Kaiser Karls Bettstatt folgen. Vor uns liegt ein großer Felsblock, auf dem unser Kalle einst geschlafen haben soll, weil er sich auf einem Jagdausflug verirrt hatte. Als ihm einer seiner Gefolgsleute eine Kopfbedeckung anbot, weil die Nacht recht kalt war, soll er diese mit den Worten „Mütze nich!“ abgelehnt haben. Ratet mal, wie die nächste Ortschaft heißt. Genau: Mützenich.

Wir durchqueren den kleinen Eifelort Mützenich und nähern uns anschließend erst entlang eines Baches, dann auf Trampelpfaden oberhalb der Bundesstraße unserem Zielort Monschau. Wir überqueren die Bundesstraße und folgen den Eifelsteig-Schildern bis zur Burg, von wo aus wir den Blick über Monschaus Dächer schweifen lassen. Anschließend verlieren wir die Wegmarkierungen aus dem Blick, bahnen uns selbstständig einen Weg hinab in den Ort und gönnen uns dort ersteinmal ein Eis, bevor wir mit dem Bus wieder zurück nach Aachen fahren.

Die zweite Etappe hat mir längst nicht so gut gefallen wie die erste. Für meinen Geschmack gab es leider zu viele langweilige Abschnitte. Für die 17,3 Kilometer haben wir ca. 4 Stunden gebraucht. Die nächste Etappe wird mit ihren 24,5 Kilometern und etlichen Höhenmetern sicherlich anspruchsvoller.

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