Raumfahrt
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(K)Ein typisches Programm für einen Besuch in Bremen

Nach unserem unglaublich spannenden Besuch des Zentrums für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) treffen wir direkt ums Eck Marco Scharringhausen. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am DLR-Institut für Raumfahrtsysteme in Bremen und wird uns heute einen kleinen Einblick in die Arbeit des Instituts geben.

„Das Institut für Raumfahrtsysteme in Bremen entwirft und analysiert zukünftige Raumfahrzeuge und Raumfahrtmissionen (Trägersysteme, Orbital-und Explorationssysteme, Satelliten) und bewertet sie hinsichtlich ihrer technischen Leistungsfähigkeit und Kosten.“

Schon vor dem Betreten des Gebäudes wird klar, dass hier mit ganz viel Leidenschaft gearbeitet wird. So wurden an diesem Ort nicht einfach vier Wände und ein Dach hingesetzt. Marco macht uns auf die gelben Markierungen am Boden, die Gangway als Verbindung zum zweiten Gebäude und die Hitzeschutzkacheln, die das gesamte Gebäude bedecken, aufmerksam. Der schwarze Würfel macht schon was her und ich muss ein wenig an die Borg denken…

Im Foyer des Gebäudes erwarten uns Modelle von Raumfahrtmissionen, an denen das Institut für Raumfahrtsysteme maßgeblich beteiligt war bzw. ist. Die meisten von ihnen sind mir bekannt und gerade in letzter Zeit habe ich viel über einige von ihnen gelesen. An dem Ort zu stehen, an dem sie (mit)entwickelt wurden, ist noch mal was ganz anderes. Da wäre zum Beispiel MASCOT, dessen Landung auf dem Asteroiden Ryugu noch gar nicht so lange her ist, oder Eu:CROPIS – eine Satellitenmission, bei der unter anderem Tomaten im All wachsen sollen. Zu allen Modellen versorgt uns Marco mit vielen spannenden Informationen.

„Von unserem Marsmaulwurf habt ihr sicherlich schon gehört, oder? Das hier ist übrigens ein Modell im Maßstab 1 zu 1.“ Hat Marco da gerade gesagt, dass der Marsmaulwurf, der sich in gut zwei Wochen in den Marsboden hämmern soll, so klein ist? Sicherheitshalber frage ich noch einmal nach und Marco nickt. Ich weiß nicht warum, aber ich habe ihn mir irgendwie größer vorgestellt. Während ich noch versuche, zu realisieren, dass das Original tatsächlich auf dem Mars steht, staunt meine Begleiterin Yvi bereits über die hinter dem Modell hängenden Fotos, denn es handelt sich um gestochen scharfe Aufnahmen von eben diesem Planeten. Raumfahrt ist schon verrückt.

Im nächsten Raum – in der Lande- und Mobilitätstestanlage (LAMA) – wird es noch eine Spur verrückter, denn dort bekommen wir die Chance, die Schwester des Marsmaulwurfs in den Händen zu halten. Sie ist baugleich zu ihrem weit entfernten Bruder. Außerdem stehen wir hier vor einem Sandkasten, dessen eine Hälfte wahlweise in Schräglage versetzt werden kann. Mit Hilfe eines Roboters können im LAMA Landungen simuliert und analysiert werden, bevor eine Mission tatsächlich Richtung Himmelskörper startet.

Eine Etage höher haben wir noch die Möglichkeit, einen Blick in die Labore zu werfen. Außerdem sind wir hin und weg von der Gestaltung der Innenwände, die an einen Sternenhimmel erinnern. Dass Marco seine Arbeit mehr als gerne macht, ist nicht nur spürbar, sondern auch nachvollziehbar. Am Abend überzeugen wir uns hiervon auch noch einmal in einem TV-Beitrag, den das loakle Fernsehen direkt vor unserem Besuch gedreht hat.

Leider scheint das DLR-Institut für Raumfahrtsysteme keine öffentlichen Führungen anzubieten. Wenn ihr aber Lust habt, bei einem Bremenbesuch in das Thema Raumfahrt einzutauchen, dann ist vielleicht eine Führung bei Airbus das Richtige für euch. Airbus baut nämlich nicht nur Flugzeuge, sondern war und ist auch an unterschiedlichen Raumfahrtprojekten sowie der Trägerrakete Ariane beteiligt. Da die Führung direkt auf dem Werksgelände von Airbus stattfindet, werden wir im Stadtzentrum mit einem Bus abgeholt und direkt auf das Gelände gefahren – inklusive Ausweiskontrolle. Auch das Fotografieren ist leider verboten. Dabei hätte ich euch gerne ein Foto von mir auf der ISS mitgebracht, denn von ihrem Columbus-Modul befindet sich ein begehbares Modell in den Airbus-Räumlichkeiten. Mein persönliches Highlight ist das Spacelab, das erste Labor im Weltall. Ansonsten erfahre ich leider nicht viel Neues und die Informationen sind auch nicht immer korrekt. Trotzdem kann ich eine Führung vor allem Raumfahrt-Neulingen empfehlen.

Die Führung könnt ihr über die Website der Bremer Touristik-Zentrale buchen. Hier gibt es auch ein paar Fotos.

 

Vielen Dank an die BTZ Bremer Touristik Zentrale für die Einladung zu dieser wunderbaren Kurzreise. Mein Dank gilt insbesondere Maike Bialek für die tolle Organisation. Meine Meinung ist wie immer meine eigene und wird durch die Einladung nicht beeinflusst.

 

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4 Kommentare

  1. Oh, wie cool! Das klingt mega interessant und ist auch mal was anderes, als das übliche.
    Schöner Beitrag!

    Liebe Grüße aus Berlin 🖤

    • Jessi sagt

      Ja, es war auch unglaublich spannend und hat sehr viel Spaß gemacht. Schön, dass dir der Artikel gefällt! :-)

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