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Mein eigenes Haus – Der Hof van Saksen in der Region Drenthe macht es möglich

Wenn ich groß bin, möchte ich in meinem eigenen Häuschen leben. Aber nicht in einem schlichten Neubau, umringt von weiteren Neubauten, die sich alle ähneln. Sondern in einem alten Haus, etwas von der Bäumenumsäumten Straße zurückversetzt, mit einem quietschenden Gartentor und Obstbäumen. Ein Haus, das schon viel erlebt hat und Geschichten erzählen kann. Eben ein Haus mit Charakter. Für ein Wochenende durfte ich testen, wie es ist, in einem alten Haus zu wohnen, denn ich war Gast am Hof van Saksen in der niederländischen Region Drenthe.

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Willkommen zu Hause!

Ausgerechnet jetzt muss es anfangen, zu regnen! Während ich links mein Pedelec balanciere und mit Rechts meinen Koffer über die asphaltierten Wege des Resortgeländes ziehe, hinterlässt der feine Regen Sprenkel auf meiner Brille. Trotzdem bin ich gut gelaunt, denn in wenigen Minuten werde ich mein eigenes Häuschen beziehen. Vorausgesetzt, ich finde den Weg zu Nummer 603. Ein kurzer Blick auf den Resortplan, den ich zusammen mit meiner Zimmerkarte erhalten habe, hilft mir zum Glück schnell weiter und so eiere ich noch ein Stück durch den Regen. Dann stehe ich vor „meinem“ Häuschen. Genau genommen ist es ein Drittel eines sächsischen Bauernhauses, das ich nun beziehen darf.

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Natürlich stecke ich die Zimmerkarte erst einmal falsch herum in den entsprechenden Schlitz meiner Haustür. Als dann aber nach weiteren Versuchen endlich das grüne Licht aufblinkt und ein Klacken zu hören ist, stoße ich die Haustür auf, schiebe mein Rad in die Diele und lasse meine Taschen an Ort und Stelle plumpsen. Lasset die Erkundungstour beginnen!

In welchem Zimmer schlafe ich bloß?

Ich stehe im Untergeschoss meines Häuschens und drehe mich mehrfach im Kreis. Der große Raum ist unterteilt in drei Bereiche: Kochen, Essen, Wohnen. Neugierig schaue ich in alle Schränke und Schubladen. Für Selbstversorger bietet die moderne Küche alles, was man zum Kochen so braucht, und am großen Tisch ist Platz für sechs Personen. Nach dem Abendessen kann man dann den Tag auf den bequemen Sofas vor dem großen Fernseher ausklingen lassen, während der Gasofen den Raum in eine wohlige Wärme hüllt…

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Doch bevor ich in weiteren Tagträumen versinke, mache ich kehrt und erklimme die Holzstufen in den ersten Stock. Der stellt mich vor eine Herausforderung bzw. sorgt dafür, dass ich ein Luxusproblem habe: In welchem der drei Schlafzimmer soll ich nächtigen? Mein erster Gedanke ist, das mit dem Doppelbett auszuwählen, doch die Besucherritze hält mich davon ab.

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Letztendlich entscheide ich mich für das Zimmer mit der schönsten Aussicht, was eigentlich völliger Blödsinn ist. Andererseits ist es aber ja auch schön, morgens die Vorhänge beiseite zu schieben und auf blühende Bäume zu schauen. Nachdem diese essentielle Frage also geklärt ist, kann ich abschließend noch einen Blick in mein geräumiges Badezimmer werfen: großer Waschtisch, Badewanne und Dusche mit integrierter Sonnendusche.

Der Kampf mit der Terrassentür

Wieder im Untergeschoss gönne ich mir erst einmal ein Glas des Weines, der zur Begrüßung auf dem Esstisch steht. Ein wenig dunkel ist es im Haus ja leider schon. Das liegt sicherlich am tiefen Reetdach. Das sieht zwar hübsch aus, sorgt aber auch dafür, dass fast immer die Lampe gebraucht wird. Halb so wild, schließlich ist niemand und nichts perfekt – auch nicht ein sächsisches Bauernhäuschen.

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Mittlerweile hat es aufgehört zu regnen. Ich öffne die Tür zur Terrasse und atme einmal tief durch. Schön ist es hier! Trotzdem verspüre ich schon wieder den Drang, weiterzuziehen und mein Häuschen gegen den Wellnessbereich des Hof van Saksen zu tauschen. Bevor ich mit Sack und Pack das Haus verlasse, greift meine Hand prüfend nach der Terrassentürklinke. Nanu, ich hatte doch abgeschlossen. Warum lässt sich die Tür einfach öffnen? Nachdem ich mehrmals den angebrachten Knauf gedreht habe und sich nichts ändert, laufe ich einmal um das Haus herum und teste, ob die Tür auch von außen zu öffnen ist. Das ist sie! Und jetzt? Erstmal wieder rein ins Haus. Weiter am Rad drehen. Verzweifelt gucken. Nachdenken. Irgendwann komme ich auf die Idee, die Klinke einmal nach oben zu drücken. Und tada: Der Schließmechanismus greift. Beim Abendessen erfahre ich, dass nicht nur ich dieses Problem hatte. Und dass es eine Gebrauchsanweisung gibt, in der auch steht, wie die Tür zu schließen ist…

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Lust auf Ferien im Bauernhaus?

Habt ihr jetzt Lust bekommen, auch einmal Herr oder Dame eines sächsischen Bauernhauses zu sein? Der Hof von Saksen in der niederländischen Region Drenthe bietet Häuser für 2 bis 24 Personen in unterschiedlichen (Preis-)Kategorien.

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Selbstversorger können sich im Resortsupermarkt eindecken. Wer keine Lust hat, im Urlaub zu kochen, dem stehen vier unterschiedliche Restaurants zur Verfügung. Allerdings sind sowohl der Supermarkt als auch die Restaurants nichts für den kleinen Geldbeutel. Für Gäste des Hof van Saksen ist das Schwimmbad ohne weitere Zahlungen zugänglich. Wellnessanwendungen und die Saunanutzung kosten extra.

Vielen Dank an das Niederländische Büro für Tourismus & Convention für die Einladung in die Region Drenthe. Mein Dank gilt außerdem dem Hof van Saksen, der es mir ermöglicht hat, ein Wochenende lang in meinem eigenen Bauernhäuschen zu wohnen. Meine Meinung bleibt hiervon unberührt.

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8 Kommentare

  1. Das mit den Türen… Ja das kenne ich auch von anderen Orten. Frag mal nicht. Ich meine ich will keine Bedienungsanleitung lesen, die mir erklärt wie eine Tür zu öffnen oder zu schließen ist :D Aber seis drum, sieht richtig toll aus !!

  2. Ohhh ein Reetdachhäuschen direkt am See <3 Was für ein Traum! Den Luxus eines eigenen Hauses durfte ich in Marakkesch ja auch kürzlich erleben. #ilike

    • Jessi sagt

      Naja, meins lag leider nicht direkt am See, aber auch nicht weit weg davon. Ja, dein „Häuschen“ war ja mal der Hammer! :-)

      Liebe Grüße
      Jessi

  3. Anschaulich, respekt muss ich sagen! Wie kommt man zu der Ehre? Sowas könnte ich mir ja auch mal vorstellen :) Meine Ehrerbietung ist hiervon unberührt ;)

    • Jessi sagt

      Vielen Dank!

      Ich war dort auf einer Pressereise. Die Häuschen können aber von jedem als Ferienhaus gemietet werden. ;-)

      Liebe Grüße
      Jessi

  4. oh das ist toll. Ich wollte auch immer in meinem eigenen Häusschen wohnen wenn ich groß bin. Jetzt da ich groß bin, frage ich mich jeden Tag wo das Häusschen (und der Traumprinz) denn nur bleibt?!!! Anyway, tolle Erfahrung. Habe auch grade so ein altes Haus aus dem 17.Jahrhundert in Holland #Utrecht getestet. Das ist schon eine tolle Sache.

    LG Nicole von
    unterwegsunddaheim.de

    • Jessi sagt

      Ja, mein Haus lässt auch auf sich warten… ;-)
      Nach Utrecht geht es für mich dieses Jahr auch noch. Bin gespannt auf deine Berichte!

      Liebe Grüße
      Jessi

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