Im Skulpturenpark von Wuppertal kommen nicht nur Kunstfans auf ihre Kosten

„Huch, was ist denn das?“ etwas verwundert bleibe ich vor dem geöffneten Fach unter einer der zahlreichen Bänke im Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal stehen und blicke meine Begleiterin Meike fragend an. Sie hat sogleich die Antwort parat und erzählt mir von einer weiteren Kuriosität: Der Erschaffer dieser 14 Hektar großen Anlage – Kurt Herberts – hatte sich im gesamten Park Telefonstationen anlegen lassen, um jederzeit erreichbar zu sein, auch wenn er sich auf seinem weitläufigen Gelände aufhielt. In der dazugehörigen Villa, die Franz Krause im Jahr 1947 entwarf, laufen im Keller 30 Telefonanschlüsse zusammen.

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Die Skulpturen von Tony Cragg, der das Gelände 2006 für sich entdeckte und von der Verwilderung befreite, passen einfach perfekt in den bunten Herbstwald. Doch Meike versichert mir, dass der Park auch im Frühjahr eine wunderschöne Kulisse bietet, denn dann blühen nicht nur die riesigen Magnolienbäume. Vor meinem inneren Auge erscheint sofort die rosé-weiße Blütenpracht und ich kann mir durchaus vorstellen, dass der Skulpturenpark auch dann durchaus seinen Reiz hat. „Im Schnee sieht es bestimmt auch toll aus!“ werfe ich ein und diesmal lässt Meike ihre Gedanken wandern.

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Wir streifen durch das raschelnde Herbstlaub und betrachten die unterschiedlichen Skulpturen aus möglichst vielen Perspektiven; immer auf der Suche nach dem perfekten Fotomotiv. In einigen Kunstwerken können wir Gesichter oder Beine erkennen. Eines zieht jedoch ganz besonders unsere Aufmerksamkeit auf sich: Distant Cousin. Wir hüpfen um die silbrige Skulptur herum und sind ganz begeistert von den Spiegelungen, die sich uns bieten. Bei der kleinen Fotosession ist voller Einsatz gefragt und auch unsere Lachmuskeln werden durchaus beansprucht. „Guck mal, ich habe gar keinen Kopf. Oh, und hier habe ich ausgesprochen lange Beine.“

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Während im Park die Blätter auf uns hinabschweben, werden wir anschließend beim Mittagessen von einer Eiche unter Beschuss genommen. Ja, das Wetter lässt es tatsächlich zu, dass wir unseren Hunger im Freien stillen können. Das Essen im Café Podest ist nicht einfach nur eine Mahlzeit, es ist ein Gedicht. Schon die Augen kommen hier in den Genuss mit viel Liebe angerichteter Speisen. Dazu ein Glas Rhabarberschorle und die kleine Auszeit ist perfekt.

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Vielen Dank an Ruth Eising vom Skulpturenpark Waldfrieden, die meinen Besuch unterstützt hat. Meine Ansichten bleiben wie immer meine eigenen.

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2 comments

  1. Aaaah, ich liebe den Skulpturengarten. (Und natürlich auch den Schokoladentarte im Café!!!). Schöne Fotos!
    Als ich den Skulpturenpark zum ersten Mal besuchte, war zufälligerweise die Villa Waldfrieden gerade offen, da man alles mögliche für ein Konzert am Abend aufbaute. Ich wusste nicht, dass die Villa Privatbesitz ist und nur mit Führung besichtigt werden darf. Also rein und alles in Ruhe angeschaut. Beeindruckende Architektur und absolut harmonisch dazu eingerichtet. Da lohnt sich in jedem Fall auch eine Führung!
    LG, Kristine

    • Da hast du aber Glück gehabt!
      Schon von außen ist die Villa toll und ich kann mir gut vorstellen, dass man da die richtigen Räumlichkeiten zum Tagen oder für einen gemütlichen Abend in geselliger Runde hat.

      Liebe Grüße
      Jessi

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