{Jessi entdeckt} – Das BaseCamp in Bonn

Während wir die Bahnschienen überqueren und die Halle, in der das BaseCamp Bonn untergebracht ist, in unser Blickfeld rückt, steigt die Neugier. Zwar war ich schon einmal im Rahmen eines Reisebloggertreffens in diesem ungewöhnlichen Hostel, doch übernachten werde ich hier heute das erste Mal. Zielstrebig betreten wir durch das große Tor, das bei diesem tollen Wetter natürlich geöffnet ist, die ehemalige Lagerhalle und werden freundlich begrüßt. Nachdem alle Formalitäten erledigt sind, werden wir statt zu einem der Motto-Wohnwagen aus den 50er-Jahren zu einer ganz besonderen Unterkunft geführt: Einer Gondel aus den Schweizer Bergen. Eigentlich sollten wir in der Jägerhütte schlafen, doch die wurde versehentlich anderweitig vergeben, was uns dieses spannende Upgrade beschert hat. Manchmal muss man einfach Glück haben.

Gespannt stecke ich den Schlüssel in das Vorhängeschloss, löse die Kette von den Türen und schiebe sie auf. Mein Blick fällt sofort auf die gegenüberliegende Tür, durch die wir einen herrlichen Blick auf die verschneite Bergwelt der Schweiz haben. Wie wir später erfahren, ist das der Originalausblick, den die (bis zu) 60 Fahrgäste während einer Fahrt mit dieser Gondel hatten.

Ich reiße mich von der Fotografie los und sehe mich in der Gondel um. Sie ist unglaublich geräumig, so dass sogar ein richtiges Bett für zwei Personen hinein passt. Die Deko ist alpin und mit viel Liebe zum Detail ausgewählt worden. Während auf der einen Seite noch die Werbung aus der aktiven Zeit der Gondel angebracht ist, erfahren wir auf der gegenüberliegenden Seite dank eines entsprechenden Schildes, dass die Gondel auf das Rothorn in Arosa gefahren ist.

Nachdem wir die Gondel in aller Ausführlichkeit erkundet und abgelichtet haben, wollen wir natürlich auch die restlichen Behausungen sehen. Direkt neben uns parkt ein Trabbi mit Dachzelt, in einer Ecke der Halle steht ein Pferdeanhänger, weiter vorne entdecken wir zwei Bullis. Die meisten Gäste übernachten jedoch in alten Wohnwagen, die alle nach einem anderen Motto gestaltet wurden und das Bild eines recht kuriosen Campingplatzen abgeben. Wie beim ersten Besuch kann ich mich gar nicht entscheiden, welcher Wohnwagen mir am besten gefällt, und auch mein Mann ist begeistert.

Da unsere Mägen knurren und wir bei dem schönen Wetter den Abend nicht in der Halle verbringen möchten, machen wir uns auf den Weg Richtung Rheinauen, wo an diesem Wochenende die Bierbörse stattfindet, was wir zufällig während unserer Anreise erfahren haben. Manchmal ist es auch praktisch, den Gesprächen anderer Fahrgäste zu lauschen. Auf dem Weg dorthin stärken wir uns bei einem Asiaten, der sich direkt an der Straßenbahnhaltestelle Ollenhauerstraße befindet. Den restlichen Abend verbringen wir dann auf der Bierbörse, probieren Bier aus der Vulkaneifel und lauschen der Band, die leider nur bis 22:00 Uhr spielen darf.

Ein letztes Getränk gönnen wir uns an diesem Abend ganz gemütlich im „Vorgarten“ unserer Gondel, der natürlich ebenfalls alpin gestaltet ist. Das Licht in der Halle ist gedimmt und nur ab und zu huschen ein paar Gäste zwischen den Wohnwagen hin und her. Es herrscht eine ganz ungewöhnliche Stimmung, was bei diesem ungewöhnlichen Ort auch kein Wunder ist. Auch wir verkriechen uns langsam in unsere Gondel, schieben die großen Türen zusammen und ziehen die Gardinen zu. Während mein Handy neue Energie über eine Steckdose direkt am Bett bezieht, kuschel ich mich in das bequeme Bett, um ebenfalls neue Energie zu tanken. Leider werden meine Pläne durchkreuzt, da es in einer Halle schon mal unruhig sein kann und irgendwann auch noch eine Horde Betrunkener gröhlend ihr Nachtlager aufsucht. Mein Mann bekommt von all dem nichts mit.

Etwas gerädert verlasse ich am nächsten Morgen die Gondel und tapse Richtung Waschräume. Noch ist es hier leer und ich habe bei den Duschen freie Auswahl. Leider muss ich immer wieder den Warmwasserregler betätigen, da das zu Beginn angenehm warme Wasser wieder und wieder kalt wird. Irgendwann wechsel ich einfach die Duschkabine und stehe leider vor dem gleichen Problem. So schnell aufgeben werde ich aber nicht und nach einigem hin und her habe ich schließlich den Dreh raus und kann eine warme Dusche ohne weitere Unterbrechungen genießen.

Bevor wir auschecken und den Tag in Bonn verbringen werden, steigen wir auf die Empore, wo bereits ein kleines Frühstücksbuffet auf uns wartet. Anschließend werfen wir noch einen letzten Blick in die ungewöhnliche Unterkunft und geben unseren Schlüssel an der Rezeption ab. Ob es uns gefallen hat? Auf jeden Fall! Wir verbingen mit unserem Bulli ja gerne mal ein paar Tage auf einem Campingplatz. Das BaseCamp war trotzdem noch einmal eine ganz neue Erfahrung.

Wissenswertes:

  • Im Preis enthalten sind auch Bettwäsche, Handtücher und das Frühstücksbuffet.
  • Das BaseCamp ist ein Indoor-Campingplatz, dementsprechend gibt es Gemeinschaftsduschen. In den Waschräumen gibt es auch einen Fön.
  • Wenn ihr mit Nahverkehrsmitteln anreist, verlasst ihr die Straßenbahn an der Haltestelle Ollenhauerstraße und folgt eben dieser Straße.
  • Im Hostel könnt ihr neben dem Frühstück nur Snacks erwerben. Da es in einem Gewerbegebiet liegt, befinden sich im Umfeld kaum Einkehrmöglichkeiten. Direkt an der Straßenbahnhaltestelle findet ihr Vapiano und Ginyuu.
  • Weitere immer aktuelle Infos findet ihr hier.

Vielen Dank an das BaseCamp Bonn für die Einladung und das Upgrade. Meine Meinung wird hiervon nicht beeinflusst.

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