{Jessi entdeckt} – Dass man im Pott ganz schnell vom Winter in den Sommer kommt

Einmal ist keinmal, was zweimal geschieht, ist Tradition, was dreimal geschieht, ist Brauchtum.

Wir sind also mittlerweile schon bei der Tradition angelangt, wenn wir am Geburtstag meines Mannes ins Alpincenter nach Bottrop fahren. Wie im letzten Jahr packen wir an besagtem Tag die Schneehosen, Skier und Stiefel ein und knattern mit Nelli in den Pott. Neu ist, dass wir noch eine Nacht und einen zweiten Tag dranhängen wollen, um unsere Ruhrtopcards nicht nur für die Skihalle sondern für eine weitere Einrichtung zu nutzen. Wir entscheiden uns für den Aquapark in Oberhausen und quartieren uns in ein Hotel nahe dem Centro Oberhausen ein. Somit kommen neben den Winterklamotten auch Badehose und Bikini in den Koffer. Uns steht quasi ein Wochenende mit Jahreszeitenhopping bevor.

In der Woche sind die Autobahnen vormittags relativ leer und so geht es – gemessen an Nellis Höchstgeschwindigkeit – recht zügig nach Bottrop und dort die Halde der Zeche Prosper hinauf. Oben angekommen gesellen wir uns zu den anderen Autos, deren Kennzeichen fast ausnahmslos gelb sind.

Im Center selbst ist nicht viel los. Also schnell in die Skiklamotten gehüpft, Schuhe und Skier geliehen (für mich) und ab in den Winter. Auf dem Weg zur Piste schnappen wir uns noch die passenden Skistöcke und eiern dann durch die Schiebetür in die Kälte. Auf Skischuhen laufen sieht immer ziemlich blöde aus…

In Bottrop steht man beim Betreten der Halle nach wenigen Metern am oberen Ende der Piste und kann direkt loswedeln. Unten angekommen gehts dann auf einem Förderband wieder nach oben. Das dauert zwar relativ lange, ist aber auch für Anfänger ein einfacher Weg, nach oben zu kommen. Sollte doch einmal jemand die simplen Regeln nicht befolgen und deshalb hinfallen, besteht auf der Strecke an mehreren Stellen die Möglichkeit, den Notaus-Knopf zu drücken.

Im Ticketpreis enthalten ist auch die unbegrenzte Nutzung der direkt an der Piste gelegenen Gastronomie. Das Buffet ist vielseitig und trotz der größeren Gruppen niederländischer Jugendlicher sind genügend Sitzmöglichkeiten vorhanden. Wir stärken uns während unseres Besuchs gleich mehrmals am Buffet und während mein Mann nicht genug vom Skifahren bekommen kann, mache ich es mir am späten Nachmittag mit einem Bierchen am Fenster zur Piste gemütlich.

Am Abend fahren wir nach Oberhausen, beziehen unser kleines Zimmer im B&B-Hotel und schlendern hinüber zum Centro, um den Tag bei einem leckeren Essen und Coktails ausklingen zu lassen.

Als wir am nächsten Vormittag am Aquapark ankommen, erleben wir erst einmal eine böse Überraschung: Die im Internet angepriesenen Parkplätze befinden sich in einem Parkhaus. Und in das kommen wir mit Nelli nicht rein – sie ist zu hoch. Eine alternative kostenlose Parkmöglichkeit besteht nicht. Also fahren wir wieder zurück zum Hotel und laufen zu Fuß zum Schwimmbad. Das dauert zwar nur ca. zehn Minuten, ist aber trotzdem ärgerlich.

Der Ärger verfliegt, sobald wir das Spaßbad betreten. Schon in der Eingangshalle wird deutlich, dass das Bergbauthema hier sehr präsent ist. So baumeln über uns mehrere Körbe mit weißer Bergmannskleidung und die Umkleidekabinen sind mit dem Wort „Kaue“ ausgewiesen. Unsere Kleidung müssen wir nicht an die Decke ziehen, sondern wie gewohnt in Schränken einschließen. An der Kassen erhalten wir einen Chip, den wir in den Schlüssel unseres Schrankes clipsen und auf den wir auch jede Ausgabe, die wir im Bad tätigen, buchen können.

Im Bad fällt mein Blick sofort auf den Förderturm, der bis zur aufschiebbaren Glaskuppel herauf ragt. Drumherum stehen Loren auf rostenden Schienen und zwei von ihnen schütten sogar Wasser auf die freudig juchzenden Badenden. Neugierig steuern wir auf einen „Stolleneingang“ zu und befinden uns am Fuße einer Treppe, die hinauf zu den beiden Rutschen führt – einem Tag- und einem Blindschacht.

Während die Dunkelrutsche weniger spektakulär ist, kann ich von der Reifenrutsche nicht genug bekommen. Immer wieder steigen wir mit einem Doppelreifen die Treppe hinauf und rasen durch die kurvige Rutsche wieder hinunter. Obwohl Samstag ist, ist auch nicht viel los und wir müssen nie wirklich lange anstehen.

Im Außenbereich taucht das Bergbauthema leider nicht auf und im Bistro gibt es die üblichen Verdächtigen: Fritten, Wurst und Burger. Trotzdem finde ich das Konzept richtig gut durchdacht und wir hatten eine Menge Spaß im Aquapark.

Fazit:

  • Das Alpincenter Bottrop eignet sich insbesondere unter der Woche auch für Anfänger. Skier und Schuhe können für kleines Geld geliehen werden und im Eintrittspreis sind Speisen und Getränke während des gesamten Aufenthalts enthalten. So kann man sich auch mehrmals am Buffet stärken und später das ein oder andere Bierchen zischen. Weitere Infos gibts hier.
  • Direkt am Metronomtheater gelegen, bietet sich das B&B-Hotel Oberhausen vor allem für eine Übernachtung nach dem Musicalbesuch oder der Shoppingtour im Centro an. Mehr als eine Nacht würde ich hier nicht verbringen, da sowohl die Zimmer als auch die Auswahl beim Frühstück recht klein ausfallen.
  • Wer gerne mal einen Tag im Spaßbad verbringt, dem kann ich den Aquapark in Oberhausen empfehlen. Mit einem Innen- sowie Außenbereich und einem Rutschtunnel stehen einige Möglichkeiten für Action zur Verfügung. Zwischendurch kann man es sich auf einer der zahlreichen Liegen – oder im Sommer auf der Liegewiese – bequem machen und im Bistro stärken. Weitere Infos gibts hier.
  • Mit der Ruhrtopcard habt ihr im Aquapark freien Eintritt für vier Stunden und bekommt im Alpincenter das Small inclusive Ticket zum halben Preis.

Vielen Dank an den Ruhr Tourismus für die Bereitstellung zweier RUHR.TOPCARDs. Meine Meinung ist und bleibt wie immer meine eigene.

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