Proletarier aller Länder, trinkt Apfelwein!

Der Samstag sollte für Jana, ihre Schwester und mich typisch frankfurterisch enden und so beschlossen wir, einen Tisch im Proletariat zu reservieren. Als Jana ihren Nachnamen am Telefon mehrfach wiederholte, musste ich grinsen. Eigentlich war er gar nicht so schwer zu schreiben und Jana hatte sogar buchstabiert. „Er meinte, er habe jetzt auf Susi reserviert!“, teilte mir Jana anschließend achselzuckend mit.

Also sammelten wir nach unserer Bootstour Janas Schwester in der Stadt ein und schlenderten zu Fuß über den Eisernen Steg nach Sachsenhausen, dem Apfelweinparadies von Frankfurt. Hier reihen sich Kneipen dicht an Restaurants und durch die beleuchteten Fenster konnten wir sehen, dass die Lokale sehr gut besucht waren. „Hier verirren sich keine Touristen hin“, versicherte uns Jana, drehte sich mehrfach im Kreis und bog dann nicht ganz 100-prozentig davon überzeugt, dass es der richtige Weg war, in eine schlecht beleuchtete Gasse ein. Ich glaubte ihr sofort, dass sich hierhin wohl keine Touristen verirrten.

Wir hatten die richtige Richtung eingeschlagen und standen schließlich vor dem Proletariat. „Habt ihr reserviert?“, fragte uns ein äußerst gut geschminkter Mann im Glitzeroberteil. Wir bejahten und Jana fügte grinsend hinzu, dass wohl auf Susi reserviert sei. Und tatsächlich: Tisch 2, 19:30, 3 Personen, auf Susi. Kichernd setzten wir uns an den uns zugewiesenen Holztisch, der einer der wenigen noch unbesetzten war. Das Lokal gefiel mir. Mit dem vielen Holz und den kitschigen Dekorationen wirkte es sehr gemütlich. Die typische frankfurter Art des Personals erinnerte mich ein wenig an den kölschen Köbes.

Ob der Nebentisch auf Horst reserviert war?

Die Speisekarte war sehr übersichtlich und rasch entschieden wir uns für einen 6er Bembel Apfelwein und Kartoffelwurst mit Kraut und Püree. Das Essen war durchweg deftig aber auch unglaublich lecker und überraschend preisgünstig. Durch die vielen Gäste wurde es uns schnell warm und der Apfelwein tat sein Übriges. Zwischendurch gab der Herr im Glitzeroberteil Trinksprüche und auch das Äppler Unser zum Besten.Das gut gefüllte Lokal hatte seinen Spaß. Unseren Besuch im Proletariat beendeten wir mit einem Mispelchen, eine mit Calvados übergossene Mispel (eine kleine Apfelfrucht). Sehr lecker!

Frankfurter Nationalgetränk: Äppler
Deftiges Essen im Proletariat
Zum Schluss ein Mispelchen

Wer in Frankfurt einen original frankfurter Abend erleben möchte, der sollte sich einen Tisch im Proletariat reservieren. Für mich auf jeden Fall ein kultureller Ort zum Wohlfühlen.

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3 comments

  1. Ohh, sieht gut aus!! Apfelwein hab ich auch schon getrunken, das geht schon! 🙂
    So so, Erinnerungen an den kölschen Köbes. Wird Zeit, dass wir dann mal zu dritt ein Brauhaus hier unsicher machen!

    Lieben Gruß
    Mila

    • Ja, sollten wir machen! 🙂 Jana hatte mal gesagt, dass sie gerne mal zu Kölner Lichter möchte. Vielleicht klappt das ja dieses Jahr.

      Liebe Grüße
      Jessi

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