Heimat Teil 1

Viele Menschen waren bereits in jeder erdenklichen Stadt und an jedem bekannten Ort auf der Welt, doch ihr eigenes Land kennen sie kaum. Zu diesen Menschen gehöre ich nicht. Dank meiner Familie habe ich bereits viele schöne aber auch weniger schöne Orte meines Heimatlandes kennenlernen dürfen. Doch hierzu später mehr, eigentlich wollte ich darauf zu sprechen kommen, dass ich nicht nur durch Reisen deutsche Städte kennengelernt habe, sondern auch, weil vier davon bereits zu meiner nicht immer ganz freiwillig gewählten Heimat gehör(t)en.

Meine erste Heimatstadt habe ich mir natürlich nicht selbst ausgesucht, schließlich handelt es sich um meine Geburtsstadt: Goslar. Wo liegt denn Goslar? Das werde ich sehr oft gefragt. Goslar ist eine kleine, alte Kaiserstadt in Niedersachsen, genauer am Nordrand des Mittelgebirges Harz. Die Stadt wurde im 10. Jahrhundert gegründet und hat heute etwa 40.000 Einwohner. Der Name der Stadt hat sich aus dem Wort Goselager abgeleitet, denn an dem Fluss Gose lagerten die Gründer der Stadt. Im Mittelalter gehörte Goslar aufgrund seines Bergbaus zu den reicheren Städten. Wer sich für den Bergbau interessiert, kann das ehemalige Bergwerk im Rammelsberg besuchen. Der Oberharz bietet ebenfalls zahlreiche Bergwerkmuseen inklusive der Möglichkeit, in den Berg einzufahren.
Goslar eignet sich für einen erholsamen, ruhigen Urlaub ohne viel Action. Man hat teilweise das Gefühl, dass es in Goslar nur so von Rentnern und Touristen wimmelt. Dementsprechend sieht auch das Nachtleben in den verschlafenen Gässchen aus. Möchte man allerdings in seinem Kurzurlaub wandern gehen, ein Eis auf einer Marktplatzbank in der Sonne genießen, sich geschichtlich weiterbilden oder ein Gosebier probieren, ist man in Goslar genau richtig. Ich muss zugeben, dass ich Goslar gerade als Jugendliche kurz vor dem Abitur nicht wirklich spannend fand, doch die vielen Fachwerkhäuser und das Kopfsteinpflaster machen das Weltkulturerbe zu einer hübschen, gemütlichen Kleinstadt. Sehr angenehm ist auch, dass quasi jeder Winkel von Goslar zu Fuß erreichbar ist.
Wem gutes Essen auch gutes Geld wert ist, sollte den Abend im Aubergine oder im Da Enzo verbringen. Legendär sind auch die Kretanischen Kartoffeln bei Nico (Restaurant Olympia, Breite Straße 65). Das original Gosebier kann man sich im Brauhaus schmecken lassen.
Wenn in anderen Bundesländern Maibäume gestellt werden, werden in Goslar und im Harz die Hexen verbrannt. Der Walpurgismarkt bringt den Goslarern und den Touristen jedes Jahr die schaurige Tradition näher. Im Sommer sollte man sich nicht das Schützen- und Volksfest entgehen lassen. Es zählt zu den größten in Niedersachsen und dauert 10 Tage. Im Herbst lockt das Altstadtfest mit seinen zahlreichen Bühnen, Ausstellern und Gastronomiebüdchen in die Innenstadt. Ein Besuch in Goslar lohnt sich auch im Winter, denn dann kann man einen Glühwein sowie zahlreiche Harzer Spezialitäten auf dem Weihnachtsmarkt vor der traumhaften Kulisse des Marktplatzes und im Tannenwald auf dem Schuhhof genießen.
Fotos, Informationen zu Sehenswürdigkeiten und zu Goslars Umgebung findet ihr hier:
http://www.goslar.de/

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