Abwechslungsreiches Programm am Möhnesee: Stand-up Paddling, Schlemmen, Aussicht genießen

Tapfer beiße ich die Zähne zusammen. Der Neoprenanzug ist vom Vortag noch etwas nass und während ich mich in ihn hineinquetsche, kriecht die feuchte Kälte über meine Beine nach oben und hüllt meinen ganzen Körper ein. Yvi scheint es nicht besser zu gehen, denn auch von ihr kommen entsprechende Flüche hinüber. Also schnell raus aus dem dunklen Umkleideraum und ab in die Sonne, deren Strahlen uns ein wenig wärmen. Wir tapern auf nackten Füßen den Weg zu den Räumlichkeiten von Wild-Boards entlang, wo uns Surflehrer Björn Rusche bereits zwei Stand-up Paddling (SUP) Boards bereit gelegt hat. Yvi und ich schnappen uns die Bretter, tragen sie über den Kiesstrand bis zum schwimmenden Steg und legen sie dort ab. Dabei müssen wir ein kleines Stück durch den Möhnesee waten und ich stelle erleichtert fest, dass das Wasser dank Neoprenanzug gar nicht kalt ist.

Mittlerweile hat sich auch Björn mit seinem Board zu uns gesellt und zeigt uns erst einmal, wie wir das Paddel richtig halten und benutzen. Bis hierhin ist alles ganz einfach und Yvi und ich ziehen erfolgreich unsere Paddel durch das Wasser des Möhnesees. Allerdings stehen wir auch noch auf dem Steg und nicht auf einem wackligen SUP-Board. Björn erläutert uns, worauf wir sonst noch so achten müssen, wie wir bremsen und wie wir Kurven fahren. Immer noch auf dem sicheren Steg stehend üben wir alles fleißig und Björn scheint mit uns zufrieden zu sein, denn nachdem er sich elegant auf sein Board geschwungen hat, fordert er auch uns auf, es ihm gleichzutun.

Vorsichtig ziehe ich ein Knie nach dem anderen auf mein Brett und fische mein Paddel vom Steg. In dieser Position bleibe ich erst einmal, stoße mich vom Steg ab und wiederhole im Fersensitz das, was ich eben noch auf dem Steg geübt habe. Yvi und ich paddeln auf diese Weise eine Weile in Stegnähe hin und her. Dann ist es soweit: Ich stelle einen Fuß auf, dann den anderen und drücke mich ganz langsam nach oben. Das Paddel hilft mir dabei, die Balance zu halten. Oje, das wackelt ganz schön! Doch ich bin ja hier, um Stand-up Paddling zu lernen und nicht In-der-Hocke-Paddeln. Also konzentriere ich mich darauf, das Paddel kräftig durchs Wasser zu ziehen und standhaft zu bleiben. Nach den ersten ungewohnten Minuten wird es auch schlagartig besser und Yvi und ich sind bereit, mit Björn über den Möhnesee zu paddeln – stehend.

Ich finde, wir machen uns ganz gut. Mit jedem Meter werde ich sicherer. Nur die Arme werden schnell schwächer, da ich sowieso keine nennenswerte Armmuskulatur habe und ich außerdem vor zwei Tagen geimpft wurde. Hinzu kommt, dass wir zu Beginn gegen den Wind paddeln, dann wird der Rückweg angenehmer. Und tatsächlich: Zurück zum Steg können wir uns zwischendrin auch einfach mal treiben lassen und kommen unserem Ziel trotzdem näher. Von der anfänglichen Kälte ist schnell nichts mehr zu spüren. Die Bewegungen wärmen uns schnell auf und die Sonne tut ihr übriges.

Wieder am Steg angekommen, drehen Yvi und ich noch ein paar kleinere Runden und kriechen dann glücklich, aber auch ein wenig erschöpft von unseren Boards. Im Umkleideraum schälen wir uns aus den Neoprenanzügen, duschen uns und die Neos kurz ab und schlüpfen dann wieder in unsere Klamotten. Das SUPen hat uns beiden richtig viel Spaß gemacht, aber auch hungrig und so fahren wir erst einmal zum Torhaus am Möhnesee, das uns empfohlen wurde. Obwohl es bei dem tollen Wetter recht voll ist, erwischen wir noch einen Tisch im Außenbereich. Hier gefällt es uns: Der Garten des Fachwerkhauses ist gemütlich, das Essen lecker und unsere müden Körper sind dankbar über die kleine Pause.

Ein bisschen Bewegung steht vor unserer Heimreise allerdings noch an. Also fahren wir gesättigt wieder ein Stückchen zurück und folgen der Beschilderung „Möhnesee-Turm“. Das Auto stellen wir auf dem Parkplatz ab und stiefeln die kurze Strecke bis zum Turm durch den Arnsberger Wald. Schon von weitem können wir den 42 Meter hohen Aussichtsturm sehen. Trotz meiner leichten Höhenangst trete ich entschlossen auf die erste Stufe. Komischerweise habe ich heute kein ungutes Gefühl, während ich die Treppe nach oben steige. Es hätte mich auch sehr geärgert, denn der Ausblick von hier oben ist einfach traumhaft. Zu drei Seiten blicke ich auf die Baumwipfel des Waldes, während sich direkt vor mir der Möhnesee erstreckt. Dieser Blick ist ein richtig schöner Abschluss unseres Aktiv-Wochenendes im Sauerland.

Yvis Bericht findet ihr hier.

Weitere Infos gibts hier:

Wild-Boards

Torhaus Möhnesee

Möhnesee-Turm

Vielen Dank an den Sauerland-Tourismus für die Einladung ins Sauerland. Ein besonderer Dank gilt Björn Rusche für den SUP-Einsteigerkurs. Meine Meinung ist wie immer meine eigene.

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2 comments

  1. Da seid ihr ja in meiner zweiten Heimat gewesen. Meine Mann kommt und meine Schwiegereltern wohnen in Warstein. Den Möhnesee und das Torhaus kenne ich gut. Da fahren wir immer wieder gerne hin, wenn wir bei Schwiegereltern sind.

    Zum Thema SUP: großen Respekt. Immer wenn ich das sehe, überlege ich, das ich wohl 90% im Wasser und 10% auf dem Board wäre.
    Schöner Artikel. Sehr amüsant geschrieben, liebe Jessica.

    Liebe Grüße, Heike

    • Vielen Dank, liebe Heike! 🙂
      Ich hatte auch die Befürchtung, ab und an im Wasser zu landen. Bin aber kein einziges Mal reingeplumpst. Es ist leichter als es aussieht und ich kann es nur empfehlen!

      Viele Grüße
      Jessi

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