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Meine Zeitreise im Elsass oder Haguenau träumt vom Reisen

Ich treffe Marcel Neiss in der ehemaligen Exerzierhalle des elsässischen Haguenau. Eigentlich ist er Journalist und eigentlich dient das alte Gebäude sportlichen Aktivitäten, doch manchmal ändern sich die Dinge. So führt Marcel Neiss heutzutage Touristen durch Haguenau und die Sporthalle wird in 2015 für eine Ausstellung zweckentfremdet. Gemeinsam werden wir heute auf Zeitreise gehen und erleben, wie sich das Reisen im Laufe der Zeit verändert hat. Die Hauptrolle spielt dabei das Gepäck, denn in der Ausstellung „Haguenau, der Traum einer Reise“ sind die Sammlerstücke des Ehepaars Rolland zu bewundern. Wir starten unsere Reise im 18. Jahrhundert…

Ausstellungswerbung (1 von 1)

 

Vergnügungsreisen? Fehlanzeige!

Schon seit Stunden sitzen wir nun in der kleinen Postkutsche, die mal schneller, mal langsamer über die unebenen Wege rumpelt. Wir werden kräftig durchgeschüttelt und ich merke so langsam jeden Knochen. Aber wir sind ja schließlich auch nicht zum Vergnügen unterwegs, sondern geschäftlich. Das Reisen soll erst in der Zukunft als Freizeitspaß entdeckt werden.

Kutschenkiste (1 von 1)

Zum Glück haben wir schon in moderne Truhen investiert. Sie haben neuerdings einen gebogenen Deckel und sind mit edlen Stoffen verkleidet. Früher war es jedes Mal ein Graus, wenn es auf Reisen regnete. Dann wurden die Ledertruhen, die oben auf dem Kutschendach thronten, triefend nass und noch schwerer als sie ohnehin schon waren. An unseren neuen Truhen hingegen läuft der Regen dank des gebogenen Deckels ab und auch der Gestank von nassem Leder gehört der Vergangenheit an. Oje, der Rums eben lässt vermuten, dass wir eine der Kisten verloren haben. Ich werde schnell dem Kutscher Bescheid geben, nicht dass noch eine meiner kostbaren Truhen auf der Strecke bleibt.

 

Dampfender Luxus: Mit viel Gepäck auf Schienen unterwegs

Herrlich, wie die hübsche Landschaft an uns vorüberzieht. Die Erfindung der Eisenbahn war wirklich eine Glanzleistung. Natürlich kann es sich nicht jeder leisten, zur Sommerfrische mit dem Dampfzug in die Berge zu fahren. Aber was kümmert mich das niedere Volk. Während mein Hausstand gut verpackt im hinteren Teil des Zuges lagert, genieße ich einen Tee und die Landschaft.

Erkennungszeichen (1 von 1)

Hier am Bahnhof herrscht ein richtiges Gewusel. Aber da habe ich auch schon mein Gepäck entdeckt. Es ist deutlich an meinen Initialen zu erkennen. Jetzt muss ich nur noch einen offiziellen Gepäckträger finden, der mir meine Kisten und Truhen ins Hotel bringt. Hier ist Vorsicht geboten, denn so manch einer behauptet, Gepäckträger zu sein und verschwindet mit dem Hab und Gut reicher Personen.

Schrankkoffer (1 von 1)

Schuhschrankkoffer (1 von 1)

 

Mit eigenem Schrank über die Ozeane

Für eine Schiffsreise benötigt man schon ein gewisses Organisationstalent. Und gutes Personal! Immerhin ist man schon mal mehrere Wochen unterwegs, bis man seinen Zielhafen erreicht. Zum Glück kann ich mich aber auf meine Bediensteten verlassen. Meine Lieblingsstücke haben sie mir in den mobilen Schrank gehängt, der vor der Abreise in meiner Kabine montiert wurde. Alle anderen Kleidungsstücke sind sicher in den unterschiedlichen Truhen verstaut und lagern eine Etage tiefer in den Kabinen der Bediensteten. Wenn ich heute Abend mein schwarzes Kleid mit den Trompetenärmeln tragen möchte, muss ich nur einen entsprechenden Auftrag erteilen und mein Personal weiß sofort, in welcher Truhe es fündig wird.

Schrank in der Schiffskabine (1 von 1)

 

Ein Gefühl von Freiheit – mit dem Auto in den Urlaub

Das Gepäck ist auf dem Dach festgeschnallt, der Proviant thront auf dem Rücksitz und die Sonne scheint. Wir können endlich in den Urlaub starten. Unser Renault 4CV wird uns dabei sicherlich gute Dienste leisten und uns sicher ans Ziel bringen. Das nenne ich Freiheit!

mit dem Auto in den Urlaub (1 von 1)

 

Die Ausstellung

Wenn ihr auch einmal auf Zeitreise gehen möchtet, könnt ihr euch die Ausstellung „Haguenau, der Traum einer Reise“ noch bis Ende 2015 in der ehemaligen Exerzierhalle anschauen. Ich empfehle euch, eine der Führungen zu buchen, denn nur so erfährt man etwas über die Geschichte und Geschichten hinter den einzelnen Stücken. Ende des Jahres ziehen die Koffer dann in eine kleinere Ausstellungsfläche um, denn die Halle steht nur aufgrund des 900-jährigen Stadtgeburtstags zur Verfügung. Weitere Infos – leider nur auf Französisch – gibt es hier.

Ausstellungshalle (1 von 1)

Vielen Dank an das Fremdenverkehrsamt Haguenau, die Wirtschafts- und Tourismusförderung Elsass sowie Atout France für die Einladung nach Haguenau. Mein ganz besonderer Dank gilt Marcel Neiss für die interessante Führung durch die Ausstellung. Meine Meinung ist wie immer meine eigene.

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4 Kommentare

  1. Hallo! Dieser Blog hier gefällt mir wirklich gut! Die Beiträge sind fast :P…immer interessant und die Gegend der du dich hier widmest ist wirklich super schön, ich war auch schon des öfteren da :) momentan bin ich jedoch zum Urlaub in Meran :))…also mach weiter so und ganz Liebe Grüße! Lena

  2. So ein mobiler Schrank ist schon echt praktisch :-) Und wenn man Personal hat, was den ganzen Krempel schleppt – umso besser.

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