Wir laufen Aachen – #lauf52

„53!“ kommt es wie aus der Pistole geschossen, während meine Gehirnzellen soeben erst beschlossen haben, die Zahl der Rathausfiguren nicht zu raten, sondern einfach mal zu zählen. Der Ratefuchs gehört zu den Normannen. Genau wie ich. Und dank der Schnelligkeit meiner Mitstreiterin erhalten wir als einzige Gruppe einen Korken für die Flasche, damit uns auch nichts von dem Wasser aus dem Elisenbrunnen, das wir später holen müssen, verloren geht. Die Kelten, Römer, Karolinger und Franzosen gehen leer aus. Zeit für Freudentänze auf dem Marktplatz bleibt nicht wirklich. Wir dürfen unsere Mappen aufschlagen und erfahren den Ort, an dem wir die nächste Frage beantworten dürfen. Und schon zerstreuen sich die fünf Gruppen in die verschiedenen Himmelsrichtungen, um möglichst erfolgreich wiederzukehren. Der #lauf52 kann beginnen.

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Knapp 40 Fragen und Antworten warten während der Stadt-Rallye zum Thema „Aachen gestern und heute“ auf uns. Während sich die meisten Fragen mit der Geschichte der Kaiserstadt beschäftigen, sorgen das Twittern von Fotos und das Googlen nach Antworten dafür, dass wir uns nicht vollständig in der Vergangenheit verlieren.

An einigen Stationen wartet Ralf Knippenburg, eine „Leihgabe“ der Aachentourist, auf uns, der mit sympatisch niederländischem Akzent allerlei Wissenswertes rund um Aachen preis gibt und es sich nicht nehmen lässt, mit uns ein Eis zu essen (auch das war eine Aufgabe der Rallye). Als wir ihn am Elisenbrunnen treffen und eine meiner Mitstreiterinnen – der Ratefuchs von vorhin – todesmutig einen Schluck des Wassers nimmt, frage ich leichtfertig, wie das Wasser wohl schmecke. Und zack, drückt mir Ralf ein Glas in die Hand. Es ist angenehm warm, doch als ich es zum Mund führe, schnellt meine Hand sofort wieder zurück. Es stinkt! Also: Nase zu und durch. Ich schließe sogar die Augen als ich ganz vorsichtig nippe. Das Thermalwasser schmeckt zwar nur halb so schlimm wie es riecht, trotzdem möchte ich von einer Nachahmung abraten.

Während der Tour durch Aachen sind nicht nur unsere Geschichts- sondern auch unsere Sprachkenntnisse gefragt. Ein wenig Öcher Platt können wir glücklicherweise alle und so übersetzen wir in Teamarbeit die Worte Mösche, Krippekratz und Trottwa. Etwas länger lungern wir auf dem Münsterplatz rum, als wir an der Domfassade den Heiligen Andreas enttarnen und fotografieren sollen. Erst Google bringt uns auf das Merkmal dieses Heiligen: Das Andreaskreuz. Da haben wir ganz schön auf dem Schlauch gestanden!

Wir erfahren, dass sich in Aachen die erste Disco Deutschlands befindet und der erste DJ eigentlich Journalist war, der von der Eröffnung berichten sollte und stattdessen für Stimmung sorgte. Neu ist uns auch, dass bereits unser Karl einen Dolmetscher hatte. Ich bezweifle allerdings, dass dieser bereits so genannt wurde. Wir gelangen außerdem zu der Erkenntnis, dass Aachens Plätze dreieckig sind. Schuld daran sind zwei rechtwinklige Straßensysteme – das römische und das karolingische – die einst übereinandergelegt worden sind. Und das sind nur drei von hömmele interessanten Geschichten rund um Aachen.

Am Ende gewinnen zwar die Römer, trotzdem habe ich unglaublich viel Spaß und lerne viel über mein Aachen. An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal bei Sabine Nowak und Rebekka Badenheuer-May für die tolle Organisation und den schönen Nachmittag bedanken!

Zum Schluss hier noch Sabines Kurzfassung der Aachener Dombausage, die ich euch nicht vorenthalten möchte:

Karl wollte eine Kirche, die Aachener waren pleite und ratlos. Teufel lachte und kam, gab Geld, wollte dafür erste Seele im Dom. Aachener nahmen an, bauten Kirche – niemand wollte rein. Dann Wölfin reingejagt, Teufel sauer, Teufel raus aus dem Dom, Tür zu, Daumen drin, Türe unten rechts gerissen. Tot der Wolf und aus die Maus – vorerst.

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