Strahlender Sonnenschein und schwarze Finsternis

Am Sonntag haben wir das Geburtstagsgeschenk von zwei guten Freunden eingelöst: Ein Tag in Köln mit Besuch der Unsicht-Bar.
Los ging es um 15:00 am Hauptbahnhof Aachen. Zu siebt bestiegen wir den RE 1 Richtung Hamm und spielten erst einmal Bäumchen-wechsel-dich: Es waren leider keine zwei Viererplätze mehr nebeneinander frei , weshalb wir uns erst irgendwie anders verteilten. Auf einem der wie für uns gemachten Plätze saß eine junge Frau und schon wurde sie von einem unserer charmanten Jungs gefragt, ob sie uns die Plätze überlassen würden. Sie willigte lächelnd ein und wollte noch nicht einmal einen Becher Sekt mit uns trinken. Pünktlich kamen wir nach einer Stunde Fahrt in Köln bei strahlendem Sonnenschein an. Bereits im Vorfeld waren wir uns alle einig, dass wir das Wetter nutzen und den Skybeach besuchen wollten. „Wir müssen in die Nähe des Neumarktes.“ „Okay, ich weiß wo das ist!“ sprachs und lief los. Alle anderen hinterher, einmal um den Dom herum, zum Rhein und wieder rein in die Stadt, bis zum Heumarkt! Den Umweg hätten wir uns sparen können. Aber: Bewegung tut gut und bei dem schönen Wetter war das zu verkraften. „Oh, lecker!“ hörte ich es plötzlich von der Seite und schwups standen sechs von uns vor der Theke bei Dunkin‘ Donuts

 
Ein Blick auf die Karte genügte und durch den süßen Kringel zufrieden lächelnd brauchten wir noch etwa fünf Minuten bis zum Parkhaus, auf dessen oberstem Deck sich der Skybeach befindet. Natürlich war der Eingang, den wir als erstes erreichten, geschlossen und wir mussten einmal um das Parkhaus herum. Genauso ging es uns letztes Jahr, als wir hier das erste Mal waren. Nur war es damals der jeweils andere Eingang. 
Es war unerwartet leer auf dem Stranddach und wir mussten nicht lange nach sieben Liegen suchen. Dann hieß es: Jacken aus, Hosenbeine hoch, Schuhe aus und einfach nur die Sonne genießen. Bei kühlen Getränken und Sonnenschein „chillaxten“ (ne, Schätzelein?) wir so bis 18:30. 
Dann brachen wir diesmal wirklich zum Neumarkt auf, um mit der U-Bahn zum Ebertplatz zu fahren.
Die Unsicht-Bar befindet sich Im Stavenhof 5-7 im Eigelstein-Viertel und sieht von außen recht unspektakulär aus. Das Besondere an diesem Restaurant ist, dass man sich die gesamte Zeit über im Dunkeln aufhält. Und dunkel heißt dunkel. Außer natürlich im Eingangsbereich, in dem man sich sein Menü sowie sein erstes Getränk auswählt. Zur Auswahl stehen die Menüs „Vegetarisch“, „Käse“, „Geflügel“, „Lamm“, „Fisch“ und „Überraschung“. Alle Menüs sind nur bildhaft beschrieben und man kann mal mehr, mal weniger erahnen, was die Geschmacksnerven erwartet wird. Man hat außerdem die Wahl zwischen drei und vier Gängen, bei letztem lässt man die Suppe oder das Dessert aus. Unsere Gruppe entschied sich jeweils dreimal für Lamm und Geflügel und einmal für Überraschung. Das Menü Geflügel war folgendermaßen beschrieben:
Edelgrün, der Hölle entronnen, findet Trost und fruchtige Labsal an kühler Brust
Die Kür: Grüne Balljungs im Naturmantel tanzen zu Kikerikis Feuertanz in Indien
Fruchtige Urlaubsgedanken entlocken der Harten Schale ihren weichen Kern
Unser blinder/sehbehinderter Kellner Felice erwartete uns anschließend bei der Lichtschleuse. Er machte uns noch einmal darauf aufmerksam, alle fluoreszierenden Uhren in die Taschen zu stecken und die Handys auszuschalten. Er merkte auch, dass meine Freundin ein Kaugummi im Mund hatte und bat sie, dieses zu entsorgen. Dann fassten wir uns alle an den Händen und schon war es stockfinster. Felice führte einen nach dem anderen zum Tisch. Erst herrschte nervöses Kichern, dann Stille und nach und nach begannen wir, uns ganz normal zu unterhalten, das Besteck zu betasten und langsam nach unseren Gläsern zu greifen. Das Essen im Dunkeln war sehr ungewohnt, klappte aber erstaunlich gut. Wir diskutierten bei jedem Gang, was sich wohl auf unseren Tellern befand und suchten nach den von anderen bereits entdeckten Köstlichkeiten. Ab und an hatten wir auch mal eine leere Gabel im Mund und einige von uns entwickelten eine Strategie, um möglichst alles zu erwischen. Nach 2,5 Stunden, die wie im Fluge vergingen, wurden wir wieder ans Licht geleitet. Dort erwartete uns auf großen Holztafeln die Auflösung. Ich hatte folgendes gegessen:
Gebratene Entenbrust auf Maissalat, Nusspesto, Kräuteröl, Gartenkresse, Gänserilette
Gebratene Hähnchenbrust auf Kaiserschotengemüse, Basmatireis und Birnenmus
Mangosüppchen mit Stracciatellaeis und Sahne
Die Menüs sind mit mindestens 29,50 € nicht ganz günstig, doch ein Besuch in der Unsicht-Bar lohnt sich auf jeden Fall. Nach einem kurzen Spaziergang zum Bahnhof stiegen wir in den Zug und schliefen kaputt aber glücklich ein. Und wenn sie nicht gestorben sind… 😉

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