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Alaaf trifft Helau – Ne öcher Jeck bei der Meenzer Fassenacht

Hallöchen, hier schreibt Karla Kolumna. Ich habe im Auftrag von Fernweh und so ein Experiment gewagt und bin als öcher Jeck in die Fastnachtshochburg Mainz gefahren. Dort habe ich einen kleinen Einblick in die Traditionen und Bräuche der Meenzer Fassenacht erhalten und allerlei Interessantes erfahren. Ich habe festgestellt, dass es so einige Unterschiede zum öcher/kölschen Karneval gibt, in dem ich mich gewöhnlich rumtreibe. Meine Eindrücke aus Rheinland-Pfalz möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten und nehme euch mit in das bunte Treiben des jecken Volkes.

Oche Alaaf! Mein persönliches Öcher Karnevals-ABC

Die Karnevalswoche steht kurz bevor. Donnerstag um 11:11 Uhr legt das ganze Rheinland die Arbeit nieder und feiert bis zum Aschermittwoch durch. Für Außenstehende ist das bunte Treiben häufig erst einmal etwas irritierend. Plötzlich stehen alle Kopf, tragen Kostüme und singen Lieder, deren Texte voller unbekannter Worte stecken. Da werden Traditionen ausgeübt, die Nicht-Rheinländer schon mal kopfschüttelnd beobachten. Auch ich habe während meiner letzten Jahre in Aachen so einiges über den Karneval gelernt und Liedtexte nachlesen müssen, um sie zu verstehen. Um allen Neu-Jecken und denen, die es werden wollen, einen kleinen Einblick in die schrägen Traditionen und unbekannten Worte zu geben, gibt es hier jetzt mein ganz persönliches (öcher) Karnevals-ABC.

Ein kölsch-bayerischer Abend in Leverkusen

Ich komme zwar gebürtig aus Niedersachsen, doch in mir wohnt ein Karnevals-Jeck. Geweckt hat ihn wohl mein Vater, der sich mit Klein-Jessi vor den Fernseher gesetzt hat, um Karnevalssitzungen zu schauen. Schon damals wurde auch der Grundstein für die Liebe zu Köln und die Ablehnung von Düsseldorf gelegt. Seit April 2006 wohne ich nun endlich im Mutterland des Karnevals: NRW. Seitdem stehe ich parat, wenn et Trömmelche jeht, fange Kamelle, rufe Alaaf und singe fast jedes Lied textsicher mit. Jedes Jahr freue ich mich auf den 11.11. und spätestens nach Silvester packt mich das Karnevalsfieber. Ich mache mir Gedanken um ein Kostüm, nehme mir Fettdonnerstag Urlaub und schaue mir verschiedenste Sitzungen im Fernsehen an. Nur selbst war ich noch nie auf solch einer Sitzung. Bis vorgestern! Denn zufälligerweise kenne ich einen Präsidentensohn, den Sohn des Präsidenten der Karnevalsfreunde Manfort 1930 e.V. (dat is in Leverkusen).  

Oche Alaaf: Rosenmontag

Gestern war Rosenmontag und da kütt dr‘ Zoch. Meine Freunde sind um 11:00 zu mir gekommen, um erstmal ein zünftiges Frühstück zu essen: Wurstsalat, Brezeln und Obazda (War echt lecker, Süße!). Anschließend mussten wir einfach nur vier Stockwerke runter, um direkt am Zug zu stehen. Ich muss sagen, in Aachen wird viel bessere Kamelle geworfen als in Köln und es ist auch nicht so unglaublich voll an den Straßenrändern. Wir hatten nach einer halben Stunde schon den ersten Stoffbeutel voll. Das Wetter hätte gestern nicht besser sein können: Angenehme Temperaturen und Sonnenschein! Ich wusste gar nicht, dass man am Zug stehen kann, ohne zu frieren… Da mein Freund Mittwoch eine Klausur schreibt und sowieso ein Karnevalsmuffel ist, ist er oben geblieben und wurde regelmäßig von uns von seinen Unterlagen weggeklingelt, weil Beutel und Blasen ausgeleert werden mussten. Aber bei dem „Krach“ konnte er sich so oder so nicht konzentrieren… Ich habe gestern was gelernt: Drehe dem Zug niemals den Rücken zu! Denn wenn du dich wieder umdrehst, schlägt er aus dem Hinterhalt zu. Und zwar in …

Oche Alaaf: Fettdonnerstag

Donnerstag 11:11 gings wieder los: Karneval! Ich persönlich finde das toll (auch als Niedersächsin kann man ein Jeck sein!)! Dieses Jahr werde ich die jecken Tage voll und ganz in Aachen verbringen. Sonst war ich zumindest Rosenmontag immer in Köln. Ich habe mich mit ein paar Freunden am Donnerstag um 13:00 getroffen, um ins Pennzelt zu gehen. Die Öcher Penn ist die Stadtgarde von Aachen. Im Pennzelt steigt jeden Tag der Karnevalswoche eine riesen Party. Donnerstagnachmittag standen mehr oder weniger bekannte Aachener Karnevalsmusiker auf der Bühne, dann kam Prinz Alwin I. mit seinem Gefolge, dann gab es Musik vom DJ und schließlich rockte die Liveband Rain City Rollers das Zelt. Wir haben es bis 22:00 ausgehalten, dann war wirklich die Luft draußen. Montag gehts weiter, aber dazu dann nächste Woche mehr…