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Die Heimat neu entdecken: Eine kleine Wanderung durchs Wurmtal in Aachen

Die aktuelle Lage ist uns allen gut bekannt und ich möchte eigentlich gar nicht darüber bloggen. Ich spreche sie trotzdem an, weil sie der Grund ist, weshalb mein Mann und ich derzeit die ein oder andere Ecke unserer Heimat Aachen neu entdecken. Wandertouren sind ja zum Glück weiterhin ohne Probleme möglich. Da wir allerdings kein eigenes Auto haben – außer unsere alte T3-Dame Nelli, die derzeit von uns renoviert wird – und es vermeiden wollen, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, sind wir immer wieder auf der Suche nach Rundwanderungen, deren Startpunkte wir mit dem Rad erreichen können. Und von diesen Touren stelle ich euch heute eine vor – eine kleine, aber feine Rundtour durch das Wurmtal zwischen Aachen und Würselen.

Ich trete kräftig in die Pedale, um die leichte Steigung hinauf zu kommen. Manchmal verfluche ich meine alte, klapprige Gazelle. Sie ist so unglaublich schwer(gängig). Aber ich liebe sie trotzdem. Auch diese Steigung bringe ich erfolgreich hinter mich und fahre gemütlich die letzten Meter bis zum Gut Kaisersruh. Dieses imposante Gebäude ist in den letzten Jahren saniert worden und ich bewundere es jedes Mal, wenn ich von Aachen nach Würselen fahre, denn dann kommt man direkt daran vorbei. Heute kann ich es mir einmal aus der Nähe ansehen.

Blick auf die Stallungen von Gut Kaisersruh

Wir schließen unsere Räder an eine Laterne, schultern den Rucksack und machen die Kamera parat. Ganz einsam ist es hier nicht, einige gehen mit ihren Hunden spazieren, joggen oder brechen wie wir zu einer Wanderung auf – überfüllt ist es aber längst nicht und es verläuft sich recht schnell. Nach einem kurzen Blick auf das Handy bzw. die dort aufgerufene Route folgen wir dem geteerten Weg direkt vor uns und beobachten dabei die Reiher auf der angrenzenden Wiese. Die gut befahrene Bundesstraße hinter uns hören wir schon nach wenigen Schritten nicht mehr; stattdessen lauschen wir den Gesängen unterschiedlicher Vögel und fragen uns bei einem besonders auffälligen Ruf, von welcher Art der wohl stammt, können den Verursacher aber nicht finden.

Hinter den Bäumen lässt sich Gut Wolfsfurth erahnen

Die Wurm schlängelt sich durch saftig-grüne Wiesen

Wir überqueren die Wurm auf einer Holzbrücke, deren Bohlen bei jedem Schritt klappern. Hier ändert sich unsere Umgebung auch das erste Mal, denn statt Hecken säumen jetzt Bäume unseren Weg. Eine ganze Weile spazieren wir durch den Wald, während sich die Wurm rechts von uns durch die Wiesen schlängelt. Am Teuter Hof ist ungefähr Halbzeit, ab hier gehts wieder Richtung Ausgangspunkt. Normalerweise ist der Biergarten bei schönem Wetter rappelvoll.

Ein Sturmopfer im Wurmtal

Auf dem Weg zum Teuter Hof geht es stellenweise durch den Wald

Am Wasser fühle ich mich wohl – auch an der kleinen Wurm

Auf dem Rückweg wechseln sich Wiesen und Wälder ab, während die Wurm rechts von uns immer mal wieder sichtbar wird. Besonders schön finde ich den Abschnitt nahe der Adamsmühle, denn hier kann man den Blick über eine weite Auenlandschaft schweifen lassen. Wir entdecken unter anderem einen Hasen und schauen ihm eine Weile dabei zu, wie er über die Wiesen hoppelt. Im Gegensatz zur ersten Hälfte der Wanderung begegnen wir auf dem Rückweg nur sehr selten jemandem.

Die Wurm fließt durch eine wunderschöne Landschaft

Auf dem Rückweg wechseln sich Wälder und Wiesen ab

Zwischen all dem Grün tauchen immer wieder Farbtupfen auf

Direkt hinter Gut Wolfsfurth führt linke Hand ein Trampelpfad in den Wald. Dem folgen wir jetzt für den Rest der Wanderung bis zum Ausgangspunkt zurück. Doch erstmal laufen wir die wenigen Schritte bis zum Meisbach, setzen uns auf einen Baumstamm und futtern unseren Proviant. Und dann kanns weiter gehen. Solche Wege liebe ich ja – schmale, etwas zugewachsene Trampelpfade durch den Wald. Irgendwann höre ich meinen Mann hinter mir, der etwas irritiert von seinem Handy aufschaut und murmelt, dass wir jetzt eigentlich rechts rum müssen. Dort befindet sich allerdings nur der Meisbach. „Dann machen wir das doch einfach!“ antworte ich entschlossen, taste mich vorsichtig den kleinen Abhang hinunter und stehe im Bachbett, das so gut wie leer ist. Große Steine erleichtern uns zusätzlich die Überquerung. Und schon stehen wir auf der anderen Seite des Baches.

Das letzte Wegstück ist so richtig nach meinem Geschmack

Am Ende des Trampelpfades durch den Wald erwartet uns eine weitere hübsche Kulisse. Ganz unerwartet geht der Wald in eine Lichtung über und wir blicken auf einen kleinen Teich. Den lassen wir links liegen und landen schließlich wieder auf der Paulinenstraße, auf der wir unsere Rundwanderung begonnen haben.

Eine schöne Kulisse am Ende der Wanderung

Die leichte Rundwanderung ist ca. 6,5 Kilometer lang und besteht aus leicht begehbaren Wegen, Steigungen gibt es so gut wie keine. Trotzdem hat uns die Tour gut gefallen, weil sie abwechslungsreich ist und viele schöne Wegpunkte hat. Parken – sowohl das Auto als auch das Fahrrad – könnt ihr am Gut Kaisersruh und auch mit dem Bus ist der Ausgangspunkt zu erreichen. Gefunden haben wir die Wanderung bei Komoot.

 

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