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Auf Zeitreise im Freilichtmuseum Detmold

Cornelia Roser erklärt uns gerade den Ablauf eines Mahlvorgangs, als die alte Mühle plötzlich zu knarzen und ächzen beginnt. Die Zahnräder über uns verfallen in einen schnellen Tanz zur Musik der hölzernen Einrichtung. Es wird ganz schön laut hier oben und das alles, weil der Wind aufgefrischt und ein Mitarbeiter des Freilichtmuseums Detmold die Bremse gelöst hat, so dass sich die Flügel der Kappenwindmühle schneller und schneller drehen. Hätten wir Getreide, könnten wir jetzt also Mehl herstellen. Stattdessen zieht es uns weiter in das Paderborner Dorf.

Doch beginnen wir am Anfang…

Nebengebäude (1 von 1)

Wir treffen Cornelia Roser im Eingangsbereich des Freilichtmuseums Detmold, wo sie uns anhand des Lageplans erst einmal den Aufbau des Geländes erläutert. Schließlich wurden hier nicht einfach wild durcheinander alte Häuser im Grünen verstreut. Man hat sich schon etwas dabei gedacht. Grundlage für den Aufbau des Museums ist die Lage des Gebietes, aus dem all die Höfe und Häuser stammen: Westfalen. Und so finden wir im Nord-Westen unter anderem den Osnabrücker, den Mindener und den Westmünsterländer Hof. Im Süd-Osten liegen das Paderborner und das Sauerländer Dorf.

Geländeplan (1 von 1)

Wir starten unseren Rundgang an der Wassermühle, deren Wasserrad sich kontinuierlich dreht. Cornelia Roser erklärt uns, wie die Häuser erbaut worden sind: Vom Holzgerüst über das Strohdach bis hin zur Lehmwand. Die Mitarbeiter des Freilichtmuseums sind hierin Profis, schließlich sind alle Bauten an ihrem Ursprungsort ab- und im Park wieder aufgebaut worden. Immer mal wieder entdecken wir Holzstapel – Häuser, die auf ihren Wiederaufbau warten.

Wassermühle (1 von 1)

In einem der Höfe lernen wir, wie die Familien damals gelebt haben. Im vorderen Teil können wir die Ställe der Kühe und Pferde entdecken, dazwischen wurde das Getreide gedroschen, das man auf dem Dachboden lagerte. Hinten befindet sich das Herzstück des Hauses: Die Feuerstelle. Hier wurde gekocht und versucht, die Winterkälte zu vertreiben. „Wir haben den Hof einmal so bestückt, wie er damals bewohnt war, haben also unter anderem auch Tiere in die Ställe gestellt. Und dann haben wir das Feuer entfacht. Mehr als sechs Grad über Außentemperatur haben wir den Raum nicht heizen können“, erzählt uns Cornelia Roser. Schon bei dem Gedanken bekomme ich eine Gänsehaut.

typische Hofdächer (1 von 1)

idyllisches Landleben (1 von 1)

Immer wieder laufen uns Hühner über den Weg. Sie gehören zu einer schon fast ausgestorbenen Rasse, die hier wieder gezüchtet wird. Das gleiche gilt im Übrigen für die Apfelbäume, die unseren Weg zur Kappenwindmühle säumen. Es handelt sich um alte Apfelsorten, die nicht im Supermarkt erhältlich sind. Sie waren teilweise längst in Vergessenheit geraten, aber zum Glück gab es den ein oder anderen Garten, in dem diese Sorten noch zu finden waren.

Kappenwindmühle (1 von 1)

An der Schule machen wir einen kleinen Zwischenstopp. Wie früher üblich, handelt es sich um nur einen Raum, in dem alle Klassen gemeinsam unterrichtet wurden. Vorne saßen die Erstklässler, dahinter die Zweitklässler usw. Jetzt kenne ich auch den Ursprung der Redewendung „sitzen bleiben“.

Als wir die Mühle verlassen regnet es, aber das ist kein großes Problem. Wir finden Schutz in einem der Häuser des Paderborner Dorfs. Im Gegensatz zum westlichen Teil des Freilichtmuseums stehen die Gebäude hier dicht beieinander. Es gibt reich verzierte und einfache Häuser. Als wir vor der Rückseite eines besonders prunkvoll verzierten Hauses stehen, staunen wir nicht schlecht: Vorne hui, hinten pfui.

reich verziertes Haus (1 von 1)

Als der Regen nachlässt, zeigt uns Cornelia Roser abschließend den Garten eines Hofes. Hier werden auch heute noch alte Gemüsesorten und Kräuter angepflanzt, die in der Küche der museumseigenen Restaurants verarbeitet werden. Und dann müssen wir uns leider von Cornelia Roser verabschieden. Obwohl es noch so viel zu entdecken gibt, ist unsere Führung schon vorbei. Uns bleibt aber noch Zeit, im Weißen Ross ein Stück Kuchen zu genießen.

im Paderborner Dorf (1 von 1)

Das Freilichtmuseum ist wirklich sehr weitläufig, man kann hier gut und gerne den ganzen Tag verbringen und sicherlich auch einmal wiederkommen. Es gibt garantiert immer wieder etwas Neues zu entdecken. Alle wichtigen Infos findet ihr hier.

Vielen Dank an die Lippe Tourismus & Marketing GmbH und die Tourist Information Lippe & Detmold für die Einladung nach Detmold sowie an Wolfgang Thevis und Vanessa Rubart für die freundliche Begleitung. Mein besonderer Dank gilt Cornelia Roser für die interessante und kurzweilige Führung durch das Freilichtmuseum. Die hier geschilderte Meinung ist wie immer meine eigene.

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2 Kommentare

  1. Cornelia Roser sagt

    Hallo Jessi,
    habe mich sehr gefreut, wie sie unsere Führung wiedergegeben haben.
    Schöne Bilder und alles in eine nette Geschichte verpackt.
    Es hat mir Spaß gemacht sie durch unser schönes Museum führen zu dürfen.
    Weiter so – und viel Erfolg
    wünscht Ihnen
    Cornelia Roser

    • Jessi sagt

      Liebe Frau Roser,

      es freut mich, wenn Ihnen mein Bericht gefällt. Vielen Dank!

      Sonnige Grüße
      Jessi

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