Wenn ganz Aachen mit bunt-geschmückten Birken gepflastert wird und in Goslar die Hexen tanzen

Vor einigen Jahren war ich zum ersten Mai zufällig in München und doch ein wenig überrascht, was in der vorangegangenen Nacht so alles passiert war. Die Tradition, in jedem Ort einen sehr, sehr hohen Maibaum aufzustellen, war mir bekannt und ich hatte auch gehört, dass dieser äußerst gut bewacht werden muss. Doch laut meiner Tante war das nicht alles, was zur bayerischen 1.-Mai-Tradition gehörte…

 

In der Nacht zum ersten Mai dürfen die Jugendlichen in München nahezu alles: Autos werden wahlweise mit Toilettenpapier eingewickelt oder mit einer Art Luftschlange aus der Dose besprüht, seine Gartentore kann man am nächsten Morgen schon mal suchen gehen ebenso wie die Mülltonnen. Ganz schön verrückt, die Bayern!

Was die Bayern und die NRWler bezüglich des 1. Mai gemeinsam haben, sind die Maibäume und wahrscheinlich der Alkoholpegel. Erste unterscheiden sich allerdings auch ein wenig. Hier ist es nicht überall so, dass in der Mitte der Ortschaft ein riesiger Maibaum aufgestellt wird. Im Gegenteil: Die Städte sind voll von Maibäumen, deren Reste häufig noch Monate später an Laternen und Häusern hängen. Verliebte Jungs stellen ihrer Holden in der Nacht nämlich einen mit Kreppband geschmückten Maibaum. Soll heißen: bunte Bänder werden an eine möglichst große und selbst geschlagene Birke geknotet, der Baum wird zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Trecker zur Wohnung der Liebsten gebracht und dort mit Kabelbindern an geeigneten Gegenständen (Laternen, Regenrinnen usw.) befestigt – das ganze möglichst unerkannt. Jede Tradition hat natürlich so ihre Regeln und die sind auch in NRW sehr unterschiedlich. In einigen Orten gibt es sogar eine Maipolizei und die ledigen Damen werden für den Maiball versteigert.

 

 

 

In Goslar bzw. am und im gesamten Harz werden in der Nacht zum 1. Mai ebenfalls Bäume benötigt und zwar zum Feuermachen. Hier wird nämlich Walpurgis gefeiert und zumindest diejenigen, die in der Schule bei Faust aufgepasst haben, wissen, was das heißt: Hexenparty! Im Harz gibt es sogar einen Hexentanzplatz und in einigen Ortschaften ziehen Hexen, Teufel und andere grausige Gestalten durch die Straßen.

Der Sage nach treffen sich die Hexen auf dem Hexentanzplatz in Thale und fliegen dann gemeinsam zum Brocken, wo sie ums Feuer tanzen und dem Teufel den Allerwertesten küssen.

Und was treibt ihr so in der Nacht zum 1. Mai? Welche Traditionen gibt es bei euch?

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4 comments

  1. Also ich gehe mit meinem Freund immer zum 1. Mai-Fest zum Kulturzentrum Faust hier in Hannover. Da gibt’s Musik und ganz viele Fressbuden mit Essen aus aller Welt. Heute habe ich einen übelst leckeren Arabischen Kebab gegessen! 🙂 VG Maike

  2. Ich war am 1. Mai zum ersten Mal bei einem traditionellen Maibaumaufstellen in Moosen/Vils. Moosen ist ein kleines bayrisches Dorf, dessen Einwohner sich zum Aufstellen des Maibaumes auf dem Dorfplatz versammeln. Veranstaltet wird das Fest von den hiesigen Vereinen. Es gab gegrilltes, Kuchen und natürlich Bier. Eine richtig schöne Tradition, die nicht nur das aufstellen, sondern auch das fällen, stehlen, bewachen des Maibaumes umfasst.

    Für mich als NRWler eine einmalige Sache.

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