Und plötzlich ist mir bewusst: Ich bin in New York!

Je näher der Tag meiner Reise in die USA rückte, desto größer wurde meine Vorfreude. Ich versuchte mir immer wieder vorzustellen, wie es wohl sein würde. Doch erst jetzt, nachdem ich schon ein paar Stunden hier verbracht habe, hoch oben auf dem Dach des Rockefeller Center stehe und mir die Metropole zu Füßen liegt, wird mir plötzlich so richtig bewusst: Ich bin in der Stadt, die niemals schläft. Ich bin im Big Apple. Ich bin in New York!

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Mein Anreisetag besteht aus einer langen Fahrt mit der Subway vom JFK-Airport unter dem Eastriver hindurch, quer durch Manhattan bis fast ans Nordende des Central Parks. Endlich im Hostel angekommen falle ich totmüde ins Bett. Um halb sieben gebe ich mich dem Jetlag geschlagen.

Als ich die Subway am Port Authority verlasse trifft mich das, was mich überirdisch erwartet, mit voller Wucht. Mein erster Gedanke ist, dass ich wohl in noch keiner Stadt solche Menschenmassen gesehen habe. Weihnachtsshopping am letzten Samstag vor Heiligabend in einer deutschen Großstadt ist ein Witz dagegen. Ich werde mich hier mit Freunden treffen, die zufällig auch gerade in New York sind, bin aber natürlich viel zu früh. Also stelle ich mich einfach an die Fassade des Bus Terminals und lasse die Stadt auf mich wirken.

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An mir vorbei laufen Frauen in Röcken und Männer in Anzügen. Die arbeitende Bevölkerung von New York unterscheidet sich deutlich von den Jeans-tragenden, fotografierenden und etwas hilflos umherschauenden Touristen. Auf der Kreuzung neben mir steht eine dampfende Säule, an der sich ein nicht endender Strom von Fahrzeugen vorbeischiebt. Immerwieder wird das unaufhörliche Hupen der Autos durch das laute Dröhnen riesiger LKW unterbrochen. Aus all dem Chaos lächeln mir irgendwann zwei bekannte Gesichter entgegen und die Erkundung vom Big Apple kann beginnen.

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Vorbei geht es an bunt blinkenden Restaurants, Souvenirläden und Männern, die uns eine Sightseeing-Tour mit dem Bus schmackhaft machen wollen. Unser erstes Ziel ist das Grand Central Terminal. Dass dieser alte Bahnhof, dessen Haupthalle ich aus zahlreichen Filmen kenne, heute noch existiert, haben wir der Stadt zu verdanken, die das Gebäude unter Denkmalschutz stellte. Fernzüge fahren hier seit Anfang der 90er nicht mehr. Dementsprechend leer ist auch die Haupthalle, schließlich sind die Pendler bereits wieder weg und so teilen wir uns den Blick von einer der Treppen nur mit ein paar Touristen. Während die wunderschöne Haupthalle in blankpoliertem Glanz erstrahlt, haust hinter den alten Türen zu den Gleisen das Grauen: dort ist es stickig, dunkel und schmutzig. Deshalb belassen wir es bei ein paar vorsichtigen Schritten und kehren schnell wieder zurück in die Welt des schönen Scheins.

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Wieder auf der Straße recke ich immer wieder meinen Kopf in die Höhe und versuche gleichzeitig, den mir entgegen eilenden Menschen auszuweichen. Die vielen Wolkenkratzer sind unglaublich faszinierend, doch als ich anfange, zu taumeln, senke ich den Kopf lieber wieder und konzentriere mich auf die Straße. Schon bald stehen wir vor dem Rockefeller Center und suchen erst einmal eine ganze Weile den richtigen Eingang. Wir wollen hoch hinaus und unsere Frosch- gegen die Vogelperspektive tauschen. Natürlich werden wir durch eine Sicherheitskontrolle geschleust, doch es geht alles sehr zügig voran. „And now, it’s magic!“ höre ich den Mitarbeiter im Aufzug sagen. Im gleichen Moment erlischt das Licht und wir sausen mit Blick auf den Schacht über uns 67 Stockwerke hinauf.

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Oben brennt die Sonne und es ist – entgegen meiner Erwartungen – völlig windstill. Nun stehe ich also hier oben, blicke auf die Häuserschluchten unter mir und begreife das erste Mal so richtig, dass ich tatsächlich in New York bin. Also setze ich mir meine Sonnenbrille auf die Nase, zücke meine Kamera und starte mit einem breiten Grinsen im Gesicht meine zwei aufregenden Wochen in den USA.

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16 comments

  1. Oh wow, das drittletzte Bild ist mein Liebling <3 Mir ging es dieses Jahr in Bangkok übrigens ähnlich – ich konnte es am Anfang auch immer nicht glauben, dass ich tatsächlich dort bin 😉

    Freu mich aufs Wochenende und natürlich auf noch mehr Berichte aus den USA! Liebste Grüße, Jana

  2. Dieses Gefühl kenne ich. New York ist einfach überwältigend. Sicherlich wirst du noch einige Tage von New York träumen.

    Viele Grüße,
    Robert

  3. Wow! 2 Wochen USA! Das klingt toll! Wo geht es denn außer nach New York noch hin? New York ist eine meiner allerliebsten Städte in den USA. Ich war schon 3 mal dort und könnte immer wieder hin fliegen da es immer wieder Neues zu entdecken gibt! Bin ganz neidisch denn letztes Jahr um diese Zeit stand ich genau dort oben auf dem Rockefeller Center wo du auch warst! Wünsche dir weiterhin viel Spaß im Land der unbegrenzten Möglichkeiten! 🙂

    • Danke, aber ich bin schon längst wieder in Deutschland! 😉
      Was ich noch so alles erlebt habe, gibt es in den nächsten Wochen hier zu lesen und sehen.

  4. Wow! Das muss gigantisch sein von da oben auf diese wahnsinns Stadt zu schauen und wenn man an all die Plätze kommt, die man aus Filmsequenzen kennt-toll!!!! Ich würde ja gern mal eine sex and the city tour machen:-)
    lg Nicole

    • Ja, das ist es! Stimmt, so was kann man da auch machen. Allerdings bin ich kein SATC-Fan. Für mich wäre Friends interessanter! 🙂

      Liebe Grüße
      Jessi

  5. Ohwei, ich hab schon vom Lesen ganz schwitzige Handflächen gekriegt. New York steht bei uns ganz oben auf der Wunschliste, und wenn wir erstmal da sind, will der Rest der Familie da garantiert auch hoch. Ich hasse Höhen, und ganz besonders hasse ich Aussichtstürme, auf denen sich die Jungs begeistert über die Brüstung beugen! Deine Fotos beruhigen mich insofern, als das ja ziemlich abgesperrt aussieht. Ist es wirklich ganz und gar unmöglich, dass ein Kind da runterfällt? Ganz und gar? Es wäre so großartig, wenn du mich da beruhigen könntest!

    Viele Grüße,
    Lena

    • Da kann ich dich beruhigen, deine Jungs werden nicht in der Lage sein, sich über die Brüstung zu lehnen! Das schafft nicht mal ein Erwachsener! 🙂
      Ihr werdet bestimmt alle sprachlos sein, denn dieser Anblick ist einfach unbeschreiblich. Ich wünsche euch ganz viel Spaß!

      Liebe Grüße
      Jessi

      • Dies stimmt aber nicht ganz.Erst 2011 kletterte eine Person über die Glasfront und setzte sich dann mit frei-baumelnden Beinen an den Rand, er war allerdings psychisch krank.

        Im April diesen Jahres kletterte ein Mann über den Zaun des Empire State Building im 86.Stock. Dieser sprang und hatte sehr viel Glück, er fiel nur bis zur 85.Etage.

        Als normal-denkender Urlauber kann man ganz beruhigt alle Aussichtsterrassen besuchen. Zumal sich überall auch Sicherheitspersonal befindet.

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  7. Pingback: Meine 12 Tipps für eine Reise nach New York | Björns Reiseblog

  8. Wow – Nun ist das Lied: “ Ich war noch niemals in New York…“ Für dich tabu 🙂
    Hattest du auch das Ich-kann-es-nicht-glauben-das- sieht-alles-aus-wie-im-Kino-Grinsen?

    Viele Grüße Timo

  9. Ich finde die Aussicht vom Rockefeller Center besser als vom Empire State (zumal es im esten weitaus weniger Besucher gibt). Als ich mal vor dem Empire S. gewartet habe, habe ich den folgenden Kommentar gehört (übersetzt): „Jeder, der nach NYC kommt, will unbedingt aufs Empire State Building! Ich bin in NYC geboren und war dort kein einziges Mal!“

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