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Manhattans Süden: Wo Börsianer spekulieren und Touristen in den Heli steigen

Wir sind mal wieder in die falsche Richtung gelaufen. Da schaut man einmal nicht aufmerksam auf die Karte und schon führen Broadway und West Broadway zu Verwirrungen. Bis ich mich an das eigentlich recht simple Straßensystem gewöhnt haben werde, soll noch einige Zeit vergehen. Hier im Süden Manhattans – im Financial District – ist das ganze allerdings auch komplizierter, wenn auch europäischer, denn hier haben die Straßen richtige Namen. Ein weiterer Blick auf die Karte bringt schließlich Klarheit ins Straßenwirrwarr und gemeinsam mit Anzugträgern und Touristen schlängeln wir uns durch die Wolkenkratzerschluchten, den Blick so oft es geht nach oben gerichtet.

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Jetzt müssten wir eigentlich gleich an unserem Ziel sein. Und tatsächlich, als wir um die nächste Ecke biegen, bietet sich uns ein unglaublicher Anblick. Da steht es glänzend und fast schon majestätisch – das neue World Trade Center. Die befürchteten Horrorbilder bleiben aus, entgegen meiner Erwartungen schiebt sich kein einziges Bild von 9/11 vor den gigantischen Turm. Mein Blick bleibt ungetrübt und „Wow!“ ist das einzige, womit mein Kopf gefüllt ist. Um das neue WTC – das nun offiziell One World Trade Center heißt – wird weiter kräftig gebaut und auch der Turm selbst ist im unteren Teil und innen noch nicht fertiggestellt. Grundsteinlegung war Ende April 2006 und in diesem Jahr ist die Endhöhe von 541m erreicht worden. Das entspricht übrigens 1.776 ft und 1776 ist das Gründungsjahr der USA.

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Statt uns in die unglaublich lange Schlange vor der Gedänkstätte einzureihen, schlagen wir den Weg Richtung Hudson River ein. Dank des ersten WTC ist hier ein richtiges kleines Paradies entstanden, das die im Financial District Arbeitenden gerne für ihre Mittagspause nutzen: die Battery Park City. Basis der grünen Oase entlang des Hudson ist  nämlich der bei den Bauarbeiten entstandene Erdaushub. Wir setzen uns eine Weile auf eine der vielen Bänke, genießen den Blick auf New Jersey und strecken unsere zufriedenen Gesichter der Sonne entgegen. Von hier aus können wir sogar schon die Freiheitsstatue und Ellis Island erkennen.

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Ein Stück weiter, ganz an der Südspitze Manhattans, wo sich Hudson und East River treffen, strömen Touristen in die Fähren, um Lady Liberty zu besuchen. Mit der kostenlosen Staten Island Ferry hat man diese Möglichkeit zwar nicht, doch ein tolles Foto von der Dame in Grün ist damit auf jeden Fall drin. Wer sich nach der 20minütigen Fahrt am Anleger sputet, schafft es eventuell noch, mit der gleichen Fähre wieder zurück zu kommen. Ansonsten heißt es 30 Minuten warten.

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Gleich neben den restaurierten Piers wird es laut, denn minütlich gehen hier vom Downtown Manhattan Heliport Hubschrauber in die Luft. Ich stelle es mir unglaublich spannend vor, an der Skyline vorbeizufliegen… Doch für uns geht es jetzt wieder ein Stück nach Norden zur Trinity Church. Unvorstellbar, dass sie einst das höchste Gebäude der Stadt gewesen sein soll. Zwischen all den Hochhäusern sieht sie eher klein und verloren aus. Wir tauchen direkt gegenüber in den Mittelpunkt des Financial District ein – die Wall Street – und sind fast schon wieder draußen, denn die international so bedeutsame Straße ist nicht einmal eine Meile lang. Ihren Namen verdankt sie übrigens dem Holzzaun, der 1653 die Stadt an dieser Stelle vor englischen Überfällen schützen sollte.

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An der Wallstreet steigen wir in die Subway und fahren unter dem East River hindurch nach Brooklyn, wo fantastische Skylineblicke auf uns warten.

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