Wie mir ein Panda den Blick auf das Münsteraner Schloss verwehrte

Ich liebe Schlösser und ganz besonders schön finde ich es, auf langen, prächtigen Alleen zu wandeln und das Gebäude in seiner vollen Pracht fotografieren zu können. Auch in Münster führt eine solche Straße direkt auf das in Dunkelrot gehaltene Fürstbischöfliche Schloss zu. Doch als ich dem Prachtbau gegenüberstehe, wird mir der Blick darauf verwehrt. Stattdessen schaue ich auf eine Bühne, auf der gerade Licht- und Soundchecks stattfinden. Zwischen den Drängelgittern sitzen bereits ein paar Teenie-Mädels in der prallen Sonne, obwohl es gerade mal früher Nachmittag ist. Eine neugierige Passantin spricht eines der Mädels an und wir erfahren, das der Typ mit der Pandamaske in der Stadt ist. Cro ist also dafür verantwortlich, dass mir der Blick auf die Vorderseite des Münsteraner Schlosses verwehrt wird…

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Ein wenig enttäuscht begebe ich mich auf die Suche nach einem alternativen Eingang in den Park des barocken Schlosses, das 1787 nach 20jähriger Bauzeit fertiggestellt wurde. Seit 1954 residiert übrigens die Westfälische Wilhelms-Universität in dem Prachtbau aus Baumberger Sandstein. Ich muss an Bonn denken, denn auch dort sind Teile der Uni im Schloss untergebracht. Soweit ich weiß, plant auch meine Alma Mater – die Uni Siegen – einen Teilumzug ins Untere Schloss.

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Ein bisschen was bekomme ich dann doch noch von der Vorderseite des Schlosses zu sehen, als ich vorsichtig um die Ecke schleiche. Doch mit Rettungswagen, Zelten und technischem Equipment davor wirkt so ein Gebäude einfach nicht. Während die Mädels zwischen den Drängelgittern sicherlich vor lauter Vorfreude fast platzen, verfluche ich den Pandarapper und hoffe, dass der Botanische Garten, der sich im Schlosspark befindet, meine Laune wieder heben kann.

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Er kann! Und wie! Zwischen all den herrlich bunten Blumen und exotischen Pflanzen ist Cro ganz schnell vergessen. Der Botanische Garten bietet mir die perfekte Kulisse, um meine neue Systemkamera zu testen. Begeistert schieße ich ein Foto nach dem anderen und hüpfe auf den sich zwischen den Pflanzen windenden Pfaden umher. Während eines der Gewächshäuser allerlei essbare Köstlichkeiten bzw. die jeweiligen Erzeuger zeigt, huschen in einem anderen ein paar Wachteln über den sandigen Boden. Spätestens bei dem Anblick der süßen Kleinen bin ich total verzückt.

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Draußen gibt die Sonne alles und verwöhnt uns mit angenehm warmen Strahlen. Rings um den idyllisch gelegenen Teich, gibt es so einiges zu entdecken. Obwohl hier ein lebendiges Getümmel herrscht – sowohl auf den Wegen als auch auf den Blüten und in der Luft – strahlt der Botanische Garten auch Ruhe aus. Ein idealer Ort zum Verweilen und Einfach-mal-die Seele-baumeln-lassen. Ein richtiges kleines Paradies eben.

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Mit höchster Konzentration versuche ich, die Schmetterlinge auf den Blüten zu fotografieren und erwische sogar einen in seiner vollen Pracht. Frisch Vermählte lassen sich vor der herrlich grünen Kulisse ablichten, während ich in einem kleinen Bach von Stein zu Stein hüpfe. Und die Sonne strahlt vom blauen Himmel als wolle sie die hier herrschende Leichtigkeit noch unterstreichen. Ich muss zustimmend schmunzeln als ich einen mehr als passenden Schriftzug im Bach entdecke.

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Am Abend schallt es von der Bühne vor dem Schloss durch ganz Münster und während ich durch die Straßen wandle muss ich Cro zustimmen – manchmal ist einfach alles easy!

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