{Jessi entdeckt} – Dass der Kopf beim Tauchen stört

Ob ich das mit dem Druckausgleich hinbekomme? Kann ich trotz Kontaktlinsen meine Augen unter Wasser öffnen? Werde ich mich überwinden können, einfach zu atmen – unter Wasser? So sieht es kurz vor dem Schnuppertauchkurs in meinem Kopf aus. Ein wenig mulmig ist mir ja schon zu Mute. So wie fast jedes Mal, wenn ich kurz davor stehe, etwas vollkommen Neues auszuprobieren, mich auf ungewohntes Terrain zu begeben. Dieses Gefühl verschwindet zwar für einen kurzen Moment, als der sympathische Tauchlehrer mit uns die Theorie durchspricht, doch spätestens beim Anprobieren der Gerätschaften geht der Trubel in meinem Kopf wieder los. Dazu mischt sich ein ungutes Gefühl in der Magengegend.

 

Das Zusammenbauen meiner Ausrüstung ist kein Problem. Ich habe dem Tauchlehrer während der Einführung aufmerksam gelauscht und stecke die vielen Schläuche in der richtigen Reihenfolge zusammen. Den ganzen Rucksack dann auf den Rücken zu schnallen, ist schon schwieriger. Zwar weiß ich, dass unter Wasser alles quasi schwerelos sein wird, doch an Land ist das, was nun auf meinem Rücken thront, einfach unerträglich schwer. Die warme Schwimmbadluft und der enge Neoprenanzug haben meinen Körper ganz schön aufgewärmt, so dass mir das Wasser noch kälter erscheint, als es für mich Warmduscherin sowieso der Fall wäre.

Als wir dann schließlich im Kreis im Wasser hocken und uns an noch flacher Stelle für die ersten Übungen unter Wasser sinken lassen sollen, zittert mein Körper sicherlich nicht nur aufgrund des kalten Wassers. Ich nehme drei Anläufe und tauche jedes Mal nach wenigen Sekunden wieder auf. Es geht einfach nicht, mein Kopf sperrt sich gegen das Vorhaben und hindert meinen Körper daran, angemessen zu agieren. Nach einem kurzen Austausch mit dem Tauchlehrer werde ich aus meiner Situation befreit und darf das Becken verlassen. Schnell runter das schwere Equipment und raus aus dem kalten Wasser. Während die kleine Gruppe ohne mich auf Tauchstation geht, wärme ich mich rasch wieder auf und warte gespannt auf das Wiederauftauchen der anderen.

 

Vielleicht versuche ich es irgendwann auf Reisen einfach erst einmal mit Schnorcheln…

 

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11 comments

  1. Mhmm … dein Beitrag macht mich nachdenklich, denn tauchen war ich auch noch nie, allerdings hatte ich bisher auch kein Interesse daran. Hätte nicht gedacht, daß da der Kopf „mitspielen“ muß, aber verstehen kann ich es schon. Vielleicht beim nächsten Mal :-).

    LG
    Michael

    • Ich wäre eigentlich auch nie auf die Idee gekommen, aber mein Freund hatte einen Gutschein für den Schnupperkurs und da dachte ich mir, ich probiere es mal…

      Ich wollte jetzt aber keine Angst verbreiten!

      Liebe Grüße
      Jessi

  2. Ui, oje. Das tut mir leid, so ein blöder Anfang. Aber mach Dir nichts draus, mir ist so ein Quatsch beim Schnorcheln passiert! 😀 Ich hüpf da freudig ins Blue Hole in Ägypten und habe (nach 20 Jahren) wohl irgendwie vergessen, wie man mit diesen Flossen schwimmt. Geh also wie ein Sack unter und schlucke Wasser wie blöd. Das wars: Flossen aus, ich bin an dem Tag nur noch „so“ geschwommen. 😉
    Dafür werd ichs nun unbedingt mal mit Tauchen probieren. 🙂
    LG /inka

  3. Oje, du arme. Aber ich weiß auch nicht ob das was für mich wäre. Gut, mit dem Diabetes müsste ich eh gucken… aber klar, wenn sich der Kopf quer stellt, dann kann man wirklich nichts machen. Saß letzens auch das erste mal wieder auf nem Motorrad. Zwar nur hinten drauf, aber auch da musste ich vollkommen abschalten und einfach vorne vertrauen und den Kopf ausschalten. War am Anfang auch eine echte Überwindung 🙂

    Lieben Gruß zu dir,
    Mila

    • Ja, es ist manchmal nicht so einfach, nicht weiter drüber nachzudenken sondern einfach nur zu genießen…

      Liebe Grüße
      Jessi

  4. Hi Jessi,

    mach Dir keinen Kopf 😉
    Mir ging es sogar beim Schnorcheln so! Ich hab mich selbst nicht mehr erkannt, als ich hyperventilierend vor dem Korallenriff stand und mich nicht dazu überreden konnte, meinen Kopf unter Wasser zu stecken. Wenn ich nicht so nette Begleitung dabei gehabt hätte, der mir eine halbe Stunde lang gut zugeredet hat, wäre ich wohl nie dazu gekommen das Riff und die Meeresschildkröten zu sehen 😉
    Vielleicht tut es also auch manchmal einfach ein wenig Zeit, den Kopf zu überlisten…

    Liebe Grüße,
    Carina

    • Zeit ist da ein wichtiger Faktor, denke ich! Wir waren eine kleine Gruppe und der Kurs war natürlich zeitlich begrenzt. Ich brauche wahrscheinlich eher einen Privatlehrer, der sich alle Zeit der Welt nimmt.

      Liebe Grüße
      Jessi

  5. Ich liebe diese Rubrik!!! Schade, dass das Tauchen nichts für dich war. Bei mir war es damals genau umgekehrt. Ich habe mich unter Wasser sofort pudelwohl gefühlt. Naja ich bin ja auch ein Fisch 😉

    Liebste Grüße, Jana

    • Und ich Löwe, Katzen sind ja eher wasserscheu… 😉 Eigentlich bin ich ja sehr gerne im Wasser (wenn es nicht zu kalt ist) und auch eine ganz gute Schwimmerin, aber das war irgendwie nichts.

      Schön, dass du von der Rubrik begeistert bist!

      Liebe Grüße aus dem sehr usseligen Aachen
      Jessi

  6. Schade, dass es nicht geklappt hat. Ich würde mich wahrscheinlich gar nicht erst trauen es überhaupt zu versuchen ;). Aber vielleicht funktioniert es ja, sollte es einen 2. Anlauf geben. Und die Idee mit dem Schnorcheln wäre ja auch schon mal ein Anfang :).

    VG Steffi

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