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Warum ich in Italien das erste Mal ein Bordell besuchte

Das ist ja raffiniert: Um der Straße weiter folgen zu können, müssen alle das Bordell der Stadt durchqueren. Also gesellen wir uns zu der Schulklasse, die im Entenmarsch durch das Erdgeschoss stolpert. Die Erläuterungen ihres Lehrers kommentieren sie mit schüchternem Kichern, einige flüstern miteinander. Dann sind wir an der Reihe. Entschlossen trete ich über die steinerne Schwelle des Etablissement. Statt rotem Plüsch und gedämpfter Musik begegne ich kalten Steinblöcken, die in Nischen stehen. Außer dem Raunen der Schüler vor uns ist nichts zu hören. Kein Wunder, schließlich hat der Ascheregen des Vesuv im Jahre 79 n. Chr. auch hier alles unter sich begraben und dem ausgelassenen Treiben der Pompejianer ein Ende gesetzt.

{Jessi entdeckt} – Dass der Vesuv nur ein Berg mit Loch ist

Als das Auto endlich am Bahnhof in Herculaneum hält, springe ich so schnell wie möglich ins Freie und setze mich erst einmal auf den Bürgersteig. Während sich mein Freund – etwas verdutzt über meine spontane Flucht – zu mir gesellt, atme ich dankbar die frische Luft ein. „Oh, du siehst ein bisschen fertig aus!“ Ja, das kann ich mir vorstellen, mir ist auch speiübel. Schuld daran ist der Busfahrer, der auf dem Rückweg vom Vesuv nach Herculaneum plötzlich keinen Platz mehr für uns hatte. Stattdessen mussten wir mit einem anderen Pärchen in einem Auto die Serpentinen hinunterrasen. Zum Glück erholt sich mein Magen an der frischen Luft und ohne Geschaukel schnell wieder. Nach kurzer Zeit wird die Übelkeit sogar vom Hunger abgelöst.