Ein Spaziergang im Herzen der amerikanischen Demokratie – die National Mall in Washington D.C.

Ich habe es im Gefühl: Das kann nur ein guter Tag werden! Mit der Sonnenbrille auf der Nase und dem Capitol im Rücken blicke ich Richtung Obelisk und kann das Ende der National Mall nur erahnen. Während ich noch den Geschmack meines Morning Glory Muffins vernehme und zufrieden feststelle, dass sich keine einzige Wolke am Himmel befindet, wird meine Aufmerksamkeit von einem kleinen, flinken Wesen zwischen den Blumen beansprucht. „Da ist ein Kolibri!“ platzt es aus mir heraus. Und gleichzeitig beschließe ich, dass mir Washington gefällt.

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Dank frühzeitiger Reservierungen statten wir dem Capitol einen Besuch ab und nehmen an einer kostenlosen Führung durch die heiligen Hallen teil. Nach einem unglaublich patriotischen Film werden wir in Gruppen eingeteilt, mit Headsets versorgt und in den 60m hohen Kuppelsaal geführt. Leider kann ich den doch sehr beeindruckenden Raum mit seinen vielen Gemälden und Statuen nicht so richtig auf mich wirken lassen. Immer wieder werden wir ermahnt, dicht bei unserer Gruppe zu bleiben oder es laufen Teilnehmer der vielen anderen Gruppen durch die Szenerie. Sehenswert ist der Bau, in dem noch heute Haus und Senat tagen, trotzdem.

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Jetzt aber schnell nach draußen und die Sonne genießen! Die Anzahl an Menschen ist überschaubar und so wandeln wir gemütlich die National Mall entlang. Hier stehen viele der eintrittsfreien Museen der Smithsonian-Stiftung. Der Engländer Smithson war zu Lebzeiten zwar nie in den USA, vererbte sein gesamtes Vermögen jedoch der amerikanischen Hauptstadt. Heute liegen seine Gebeine im Smithsonian Castle, das ebenfalls an der Mall steht und und die Verwaltung der Institution beherbergt.

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Als Wahrzeichen der Stadt thront das Washington Monument in Form eines 160m hohen Obelisken genau in der Mitte der National Mall. Leider wird er derzeit saniert und ist durch die Abdeckplanen nur zu erahnen. Doch das kann unserer guten Laune nichts anhaben, ebenso wenig wie die kleinen Steinchen, die sich immer wieder in meine Schuhe verirren. Stattdessen verlassen wir die Mall Richtung Norden und drehen eine Runde um das Weiße Haus. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass der Säulenbau im Fernsehen größer wirkt. Vor dem bekannten schwarzen Zaun posieren bereits einige Touristen und wir machen einfach fröhlich mit. Schließlich steht man nicht jeden Tag vor der bescheidenen Behausung des amerikanischen Präsidenten.

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So richtig beeindruckt bin ich allerdings erst als ich die Stufen des Lincoln Memorial erklimme und dem 16. US-Präsidenten gegenüberstehe. Ganze 6m ist die gigantische Marmor-Statue hoch. Und das sitzend!

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Als ich auf den Stufen des Tempels, in dem Lincoln thront, sitze, muss ich beim Anblick des Reflecting Pools an Forrest Gump und die Szene an genau diesem Ort denken.

Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen.

Und ich habe mir heute die Rosinen rausgepickt!

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Dass es bereits eine Woche später nicht mehr möglich gewesen wäre, das Capitol zu besichtigen oder Lincoln gegenüber zu stehen, erfahre ich erst, als ich wieder deutschen Boden unter den Füßen habe, denn zeitgleich mit meiner Rückreise beginnt der große Shutdown.

Vielen Dank an Hostelbookers, die meinen Aufenthalt in Washington D.C. mit einer Unterbringung im Loftstel unterstützt haben. Meine Ansichten und Meinungen sind meine eigenen und höchstens durch das tolle Wetter beeinflusst worden.

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9 comments

  1. Tolle Bilder! Vor einem Jahr waren wir auch dort und hatten genauso schönes Wetter! Da macht ein Spaziergang um die heiligen Gebäude der Amerikanischen Regierung doch gleich viel mehr Spaß! 🙂

  2. Wirklich sehr schöne Bilder vom Capitol. Mit dem Shutdown hattest Du wirklich Glück. Nächstes Jahr im Frühling werde ich Washington D.C auch mal einen Besuch abstatten.

    • Dankeschön! Das hatte ich!
      Dann schon mal viel Spaß, ist wirklich schön dort.

  3. Tolle Fotos. Wirklich. Und das Wetter hat für Dich ja auch mitgespielt. Und dann das berühmte Foto jajaja Forrest Gump. Toll!

  4. Coole Fotos! Erinnert mich an meinen Besuch im Jahr 2008, bei dem mir auch das Capitol inkl. der patriotischen Führung angeschaut habe. Damals musste ich nur in einigen Bereichen wie dem Plenarsaal meine Kamera abgeben und diese einfach in eine Box stellen. Mein erster Gedanke war: „Die siehst du nie wieder.“ Hat aber dann doch noch geklappt.

    LG Phil

    • Puh, damit hätte ich auch ein Problem gehabt! Aber gut, dass du deine Cam wieder zurückbekommen hast! 🙂

      Liebe Grüße
      Jessi

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