Bahamas, Ein bisschen was vom Rest der Welt, Kulinarisches, Reisen und Ausflüge
Schreibe einen Kommentar

Von Schweinchen, Rochen und Haien – Ein ganz besonderer Ausflug auf den Bahamas

Wir werden oft gefragt, wie wir darauf gekommen sind, unsere Flitterwochen auf den Bahamas zu verbringen. Dass diese karibischen Inseln nicht unbedingt ein typisches Reiseziel für Europäer sind, haben wir bereits im Reisebüro und auch immer wieder auf den Bahamas selbst gemerkt. Wir können eine Reise in dieses tolle Land jedoch uneingeschränkt empfehlen. Heute möchte ich auch hier auf dem Blog die Frage beantworten, warum wir unbedingt auf die Bahamas fliegen wollten. Ich nehme euch nämlich mit zu einem Ausflug nach No Name Cay, Nunjack Cay und Green Turtle Cay. Sicherlich haben einige von euch schon einmal Fotos oder Videos von den schwimmenden Schweinen auf den Exumas gesehen. Ich mag Schweine sehr und als ich diese Bilder das erste Mal gesehen habe, stand fest: Ich muss auf die Bahamas! Statt aber auf die bekannten und entsprechend gut besuchten Exumas zu fahren, fiel die Wahl auf die weniger bekannte Insel No Name Cay, die zu den Abacos gehört.

Als wir im Treasure Cay Beach, Marina & Golf Resort ankommen, hat der Shop, in dem Ausflüge gebucht werden können, leider schon geschlossen. Am nächsten Morgen stehen wir dann aber direkt nach dem Frühstück im Laden und lauschen gespannt dem Telefonat, das die nette Dame hinter dem Tresen gerade mit dem Captain des entsprechenden Bootes führt. Sie verkündet uns, dass Captain Terrane eigentlich nur noch einen Platz vergeben kann, aber gerne eine Ausnahme macht und uns beide mitnimmt. Freudestrahlend tragen wir uns in die Liste für den nächsten Ausflug ein, der wohl unsere einzige Chance ist, die Schweine zu besuchen, da wir in wenigen Tagen schon wieder nach New Providence fliegen werden.

Am nächsten Morgen haben wir gerade noch Zeit für ein schnelles Frühstück und gesellen uns dann zu der kleinen Gruppe, die bereits auf Captain Terrane wartet. Im Gepäck haben wir neben Wasser, Sonnencreme und den Kameras auch Möhren und Äpfel für die Schweine. Captain Terrane begrüßt uns gut gelaunt, stellt seinen Begleiter Dave vor und bittet uns, ihm zum Boot zu folgen. Voller Vorfreude klettern wir mit acht weiteren Abenteuerlustigen auf das kleine Boot und nehmen auf einer der Bänke Platz. Dave löst das Tau, Captain Terrane wirft den Motor an und los gehts. Gemächlich schippern wir durch den Hafen Richtung Meer.

Schweine mit einer Abneigung gegen kaltes Wasser

Kaum haben wir den Hafen verlassen, gibt Captain Terrane richtig Gas und während das Boot über das Wasser hüpft, sorgt karibische Musik für den passenden Soundtrack. Mir gefällt dieser Ausflug jetzt schon. Auf dem Wasser fühle ich mich grundsätzlich wohl, doch in diesem Tempo macht das Ganze noch mehr Spaß. Wir kommen mit einigen Mitreisenden ins Gespräch, machen Fotos, lassen uns den Wind um die Nase wehen und sind einfach glücklich.

Die Zeit vergeht wie im Fluge und schon werden wir wieder langsamer.  Vor uns liegt No Name Cay. Captain Terrane bittet uns, die Schweinchen nicht auf den Arm zu nehmen und sie nicht zu bedrängen. Wenn sie sich uns freiwillig nähern, könnten wir sie aber füttern und auch streicheln. Vorsichtig gleite ich vom Boot ins Wasser – immer darauf bedacht, die Kamera nicht fallen zu lassen – und wate das letzte Stück bis zur Insel durchs Meer. Selbst für mich Frostbeule ist das Wasser angenehm warm. Die Schweine scheinen etwas empfindlicher zu sein und bleiben zu dieser Jahreszeit lieber an Land.

Die Äpfel kommen gut an und werden von den Schweinen schmatzend verputzt, den Möhren schenken sie erst Beachtung, als das Obst leer ist. Während die Ferkel noch ein wenig schüchtern sind, lassen sich die großen Schweine bereitwillig streicheln. Sie sind richtig borstig und auffällig ist, dass sie keinen Ringelschwanz haben. Nach einer Weile werden auch die Kleinen neugieriger und stupsen ihre Schnauzen an die Kameralinse. Ob es auffällt, wenn ich eins mitnehme? Natürlich ist der Aufenthalt auf No Name Cay viel zu kurz, doch wir haben heute ja noch mehr vor. Also waten wir alle wieder zurück zum Boot, klettern hinein und schauen dabei zu, wie die Schweineinsel immer kleiner wird, während wir wieder über das Wasser hüpfen.

Keine Angst vor Stachelrochen

Bevor wir an unserem nächsten Ziel vom Boot ins Wasser hüpfen, klärt uns Captain Terrane darüber auf, dass wir sowohl vor den Stachelrochen als auch vor den kleinen Haien, die uns gleich erwarten, keine Angst haben müssen. Er selbst habe vor den Schweinen von No Name Cay mehr Respekt als vor den Rochen. Aber können Begegnungen mit Stachelrochen nicht sogar tödlich sein? Captain Terrane erzählt, dass der gefährliche Stachel der Rochen zwischen dem Körper und dem Schwanz sitzt und man diesen nicht berühren sollte. Grundsätzlich seien es friedliche Tiere, die nur dann zustechen, wenn sie Gefahr wittern.

Ein wenig mulmig ist mir ja schon, als wir auf die Nord-West-Ecke von Nunjack Cay zusteuern und vor uns mehrere Schatten durch das Wasser gleiten. Während sich mein Mann sofort mit ein wenig Futter – rohe Tintenfischstückchen – eindeckt und dieses auf der flachen Hand ins Wasser hält, versuche ich, nicht immer gleich einen Schritt aus dem Wasser zu machen, wenn ein Rochen auf mich zuschwimmt. Nach einer Weile traue ich mich dann aber sogar, die Tiere an den Flossen zu berühren – ein merkwürdiges Gefühl. Die Rochen scheinen ganz genau zu wissen, dass Menschen, die hierher kommen, Futter mitbringen. Sie sind unglaublich zutraulich, nehmen das Futter beim Vorbeischwimmen aus unseren Händen auf und lassen sich berühren. Die Haie halten lieber etwas Abstand, was uns allen auch recht ist.

 

In der Heimat des Goombay Smash

Auf der Fahrt zu unserem letzten Ziel – Green Turtle Cay – werden die Gespräche lebhafter. Ohne Ausnahme sind alle sowohl von den Schweinen als auch von der Begegnung mit den Stachelrochen total begeistert. Das einzige, was mir jetzt noch fehlt, ist ein Mittagessen. Wir bekommen den Tipp, auf Green Turtle Cay bei 2 Shorty’s vorbeizuschauen und machen uns sofort auf die Suche hiernach. Die Siedlung New Plymouth ist nicht sonderlich groß und es gibt zahlreiche bunte Holzschilder, die den Weg zu Restaurants, Museen und weiteren Sehenswürdigkeiten weisen. So finden wir auch 2 Shorty’s sehr schnell. Am Fenster des bunten Häuschens bestellen wir Fritten, Nuggets und Conch Fritters und lassen uns das Essen auf den dazugehörigen Holzbänken schmecken. Für die Bahamas ist das Essen bei 2 Shorty’s ungewohnt günstig, die Portionen sind groß und lecker ist es auch.

Gut gestärkt erkunden wir die Insel ein wenig. Wir spazieren durch die Straßen von New Plymouth, machen einen Abstecher auf die andere Seite der kleinen Bucht, in der unser Boot vor Anker liegt, und kehren am Schluss in Miss Emily’s Blue Bee Bar ein. Hier wurde der Cocktail Goombay Smash erfunden, den wir natürlich einmal probieren müssen. Die beiden Räume der Bar hängen voll von T-Shirts, die Segelcrews als Andenken unterschrieben und aufgehängt haben. Als wir wieder aufbrechen wollen, kommen wir mit einem amerikanischen Pärchen ins Gespräch, das sich nach dem Goombay Smash erkundigt. Wir empfehlen ihnen, ihn auf jeden Fall zu probieren, und unterhalten uns noch ein wenig mit ihnen. Witzigerweise treffen wir dieses Pärchen auf unserem Roadtrip über die Abacos zufällig wieder.

Schließlich versammeln wir uns alle wieder auf dem Boot und lassen uns zurück nach Treasure Cay bringen. Diesen Ausflug werden wir alle wohl so schnell nicht vergessen.

Infos und Links

  • Den Tagesausflug haben wir direkt im Treasure Cay Beach, Marina & Golf Resort gebucht. Pro Person haben wir ca. 100 $ gezahlt. Es werden auch Halbtagestouren angeboten. Mitnehmen solltet ihr auf jeden Fall genügend Wasser, Sonnenschutz und evtl. auch ein Handtuch. Die Fahrt kann ein wenig holprig sein.
  • Die Schweine auf No Name Cay haben zwar einen Wassertank und werden auch von Ehrenamtlern regelmäßig mit Futter versorgt, trotzdem freuen sie sich sowohl über frisches Wasser als auch über Obst und Gemüse.
  • Traut euch auf jeden Fall, die Stachelrochen zu berühren und zu füttern. Es sind unglaublich faszinierende Tiere. Sollte ein Hai auf euch zukommen, solltet ihr die Hand mit dem Futter lieber schnell aus dem Wasser ziehen.
  • Auf Green Turtle Cay könnt ihr bei 2 Shorty’s einfach, aber lecker und preisgünstig essen. Empfehlen können wir auch den leckeren Goombay Smash in Miss Emily’s Blue Bee Bar.

Ich freue mich über das Teilen dieses Beitrags:

Noch mehr spannende Posts:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.