Im Zeppelin-Museum Friedrichshafen wird die Hindenburg wieder lebendig

Als wir die Eingangshalle des Zeppelin-Museums in Friedrichshafen betreten, muss ich sofort an die Wartehalle eines alten Bahnhofs oder Flughafens denken. Und wie wir später erfahren, liege ich damit gar nicht so falsch: Das Gebäude gehörte seit Anfang der 30er Jahre zum Hafenbahnhof und wurde Anfang der 90er Jahre für das Zeppelin-Museum umgebaut, dessen damalige Räumlichkeiten für den großen Besucheransturm zu klein geworden waren. Der erste Eindruck stimmt also schon mal und ich bin gespannt, was mich in den Ausstellungsräumen erwarten wird. Wir passieren eine breite, steinerne Treppe, über der das Modell eines Zeppelins schwebt, und betreten den ersten Ausstellungsraum.

Obwohl der – dank einer großflächigen Glasfront – sehr helle Ausstellungsraum alles andere als vollgestellt ist, verbringen wir viel Zeit vor den Vitrinen. Das Museum hat die unterschiedlichsten Relikte und „Fanartikel“ des bekanntesten Zeppelins, der LZ 129 Hindenburg, zusammen getragen und sie mit vielen interessanten Informationen gespickt. Besonders fasziniert bleibe ich vor einem Glaskasten mit Modellen verschiedener Personentransportmittel stehen. Hier traue ich meinen Augen kaum, denn neben der riesigen Hindenburg hängt ein recht kleiner A380, während ein Hinweis am Glaskasten verrät, dass alle Modelle den gleichen Maßstab haben.

Die Hindenburg ist bis heute das größte Luftschiff der Welt. Die unvorstellbaren Dimensionen werden mir auch noch einmal klar vor Augen geführt, während ich neben dem Maybach Zeppelin DS8 stehe und den Kopf in den Nacken lege. Dominiert wird der erste Ausstellungsraum nämlich von einem Teilnachbau der Hindenburg in Originalgröße. Doch bevor ich selbst in das Innere des Luftschiffes steige, steuern wir erst einmal den Filmraum an, denn in wenigen Minuten soll ein Informationsfilm starten.

Und dann ist es endlich soweit: Ich besteige neugierig die Hindenburg. Dank der originalgetreuen Nachbauten von Gesellschaftsräumen und Passagierkabinen bekommen wir zumindest einen kleinen Eindruck davon, wie es sich angefühlt haben muss, in diesem Luftschiff zu reisen. Der Blick aus den schrägen, nach unten ausgerichteten Fenstern muss unglaublich toll gewesen sein.

Wir verlassen den Zeppelin wieder und erfahren im oberen Stockwerk des Museums zunächst, welche Funktionen das Bordpersonal der Hindenburg übernommen hat. So eine Mannschaft war viel größer als wir es von den heutigen Flügen kennen. Auf annähernd jeden Gast kam ein Crewmitglied. Neben der Brückencrew gab es Techniker, die direkt in den Antriebskanzeln saßen, aber auch einen Steward und Küchenpersonal. Bei dem Unglück am 06. Mai 1937 in Lakehurst, das natürlich ebenfalls thematisiert wird, kamen auch einige dieser Crewmitglieder ums Leben. Mich persönlich erstaunt es immer wieder, dass es überhaupt Überlebende gab.

In der zweiten Etage können wir dann noch einen Blick auf den Aufbau der Hindenburg werfen, denn der Nachbau ist hier quasi aufgeschnitten, so dass das Gerippe unter der Außenhülle sichtbar ist. Die sich anschließende Ausstellungshalle beschäftigt sich mit der Geschichte der Luftschifffahrt und widmet jedem Meilenstein zwischen dem 18. Jahrhundert und heute eine umfangreiche Vitrine, gefüllt mit interessanten Exponaten, Modellen und Informationen.

Erst als mir der Kopf brummt, bemerke ich, dass schon mehrere Stunden vergangen sind seit wir das Zeppelin-Museum betreten haben. Die Gechichte der Luftschiffe, vor allem die der Hindenburg, hat mich richtig in ihren Bann gezogen, doch in meinem Kopf ist kein Platz mehr für noch mehr Informationen. Also beenden wir unseren Rundgang und gönnen uns auf der Terrasse des Museumsrestaurants ein leckeres Mittagessen mit Blick auf den Bodensee.

Weitere Informationen zum Museum inklusive immer aktueller Öffnungszeiten und Eintrittspreise findet ihr hier.

Vielen Dank an das Zeppelin-Museum für die Einladung. Meine Meinung wird hierdurch nicht beeinflusst.

 

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4 comments

    • Unbedingt!

      Aha, okay, danke für den Hinweis. Ich werde es gleich mal ändern. 🙂

  1. Was für ein toller Bericht. Da muss ich auch ganz dringend mal hin. Schade, das das so weit weg ist vom Niederrhein. Das geht nicht mit einem Tagesausflug.
    Aber dein Bericht macht echt Lust auf einen Besuch. Vielen Dank.
    Liebe Grüße, Heike

    • Vielen Dank, das freut mich!
      Wenn du schon mal am Bodensee bist, kannst du die Zeit ja nutzen, um andere tolle Dinge zu unternehmen. 🙂

      Viele Grüße
      Jessi

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