Einfach mal in die Luft gehen – Bodyflying in Hückelhoven

„Sie haben Ihr Ziel erreicht!“ Diese Info hätten wir gar nicht benötigt, denn der schwarze Flugzeugrumpf auf dem Parkplatz der Air-Power-Arena in Hückelhoven ist nicht zu übersehen und weist eindeutig darauf hin, dass hier geflogen wird. Niemals würde ich aus einem Flugzeug springen und an einem Fallschirm nach unten gleiten. Doch als mein Freund mich irgendwann mal gefragt hat, ob ich nicht mal Bodyflying ausprobieren würde, muss ich wohl ja gesagt haben, denn er schenkte mir einen entsprechenden Gutschein. Während ich aus dem Auto steige ist mir allerdings schon etwas mulmig zu Mute. Ich mag es einfach nicht, wenn ich nicht weiß, was auf mich zukommt. Jetzt bin ich aber schließlich hier und es war ein Geschenk. Also rein ins Gebäude.

die Arena (1 von 1)

Mein Freund ist schon mal begeistert, als er die vielen Flugzeugmodelle und -teile entdeckt, die in der Air-Power-Arena an der Decke und den Wänden hängen. Eine ähnliche Begeisterung strahlt der Chef des Hauses aus, der mich und meine Mitflieger freundlich begrüßt. Neben mir werden gleich noch zwei Männer und ein Pärchen in die Arena steigen und fliegen. Etwas skeptisch beäuge ich die Anlage und lese mir dann die Sicherheitsbestimmungen durch, die mir Eugen in die Hand drückt. Anschließend wird es erst mal theoretisch. Eugen erklärt uns, wie wir uns in der Arena zu verhalten haben und welche Körperhaltung notwendig ist, um zu fliegen. Um zu testen, ob wir auch gut aufgepasst haben, müssen wir uns alle nacheinander auf einen Tisch legen und die entsprechende Haltung einnehmen. Bis hierhin ist alles noch ganz einfach: Arme und Beine anwinkeln, ins Hohlkreuz gehen und den Kopf in den Nacken legen. Erst als Eugen den Wind simuliert und von unten gegen meine Arme drückt, werde ich wieder unsicher. Ich habe einfach zu wenig Kraft in den Armen.

Erst die Theorie (1 von 1)

Equipment (1 von 1)

Nach der Theorie bekommen wir alle unsere Flugausrüstung. Hierfür steigen wir erst mal auf die Waage und bekommen entsprechend unseres Gewichts den richtigen Anzug in die Hand gedrückt. Außerdem bekommen wir Knie- und Ellbogenschoner, Ohropax, ein Haarnetz, einen Helm, Handschuhe und eine Schutzbrille. Ich komme mir vor wie ein Flughörnchen und auch die anderen Flieger haben ihren Spaß mit dem gewöhnungsbedürftigen Outfit.

Jessi das Flughörnchen (1 von 1)

in voller Montur (1 von 1)

Und dann öffnet sich die Tür zur Arena. Während wir alle im Gänsemarsch über das blaue Luftkissen laufen, schießen mir tausend Gedanken durch den Kopf.

Unser Fluglehrer postiert sich in der Mitte der Arena über dem Motor, der gleich einen Luftstrom von mehr als 180km/h erzeugen wird. Der Chef sitzt draußen vor der Glasscheibe und wirft den Motor an. Was für ein Lärm!

vor dem ersten Flug (1 von 1)

Unser Fluglehrer schaut in die Runde und winkt mich zu sich. War ja klar… Nagut, dann also los. Etwas ängstlich rutsche ich das Luftkissen hinunter und stehe dann im Luftstrom. Mein erster Gedanke: Oh man, in dem Wind kann ich gar nicht atmen! Mein Gegenüber scheint die Panik in meinen Augen gesehen zu haben und versucht mich durch Handzeichen zu beruhigen. Es klappt. Also lege ich meine Hände in die seinen und kippe nach vorne. Es dauert nicht lange, da packt mich der Luftstrom und ich schwebe. Vorsichtig probiere ich das aus, was uns Eugen vorhin erklärt hat: Ich strecke die Beine und steige, ich winkel sie wieder an und sinke wieder.

in Flugposition (1 von 1)

Die erste Runde ist schneller vorbei als erwartet. Als ich wieder auf das Luftkissen krieche, schaut mich mein Freund erwartungsvoll an. Ich zucke mit den Schultern, denn noch bin ich unentschlossen, ob ich es gut finde oder nicht. Der Reihe nach starten alle anderen ihren ersten Flugversuch und schon gleite ich wieder in den Luftstrom. Diesmal weiß ich, was mich erwartet und es klappt schon besser. Trotzdem dominiert ein Gedanke: Hoffentlich lässt er mich nicht los!

immer schön den Kopf im Nacken halten (1 von 1)

in der Luft (1 von 1)

In der dritten Runde denke ich dann an gar nichts mehr, außer daran, die richtigen Bewegungen zu machen. Ich fliege sogar immer mal wieder ohne Hilfe und werde nur noch korrigiert, wenn ich abdrifte. Als ich nach dem dritten Flug auf das Luftkissen steige, ist jede Angst verflogen und Freude macht sich breit. Allerdings hätte der Flug auch nicht länger dauern dürfen – ich bin fix und fertig. Vor allem meine Arme zittern vor Anstrengung.

in der Arena (1 von 1)

geschafft (1 von 1)

Mit dem Gutschein, den mir mein Freund geschenkt hatte, könnte ich noch ein- oder zweimal fliegen, aber mein Körper sieht das anders. Es geht einfach nicht mehr.

Noch vor der Theorieeinweisung habt ihr die Möglichkeit, eure Gutscheine auf zwei Personen aufzuteilen. Wenn es erst einmal losgeht, ist das nicht mehr möglich. Wenn ich vorher gewusst hätte, wie anstrengend Bodyflying ist, hätten wir uns meinen Gutschein auf jeden Fall geteilt.

Langsam schäle ich mich aus meinem Anzug und gebe meine Ausrüstung zurück. Jetzt brauche ich erst einmal was zu Trinken und muss meinen Zuckerspeicher füllen. Bodyflying ist definitiv eine anstrengende Angelegenheit, macht aber Spaß und es gibt nach kurzer Zeit schon erste Erfolgserlebnisse.

Meinen dritten Flug könnt ihr euch hier ansehen:

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https://www.youtube.com/watch?v=AV3FPitRUWQ

 

Janett hat das ganze übrigens mal in Bottrop ausprobiert.

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4 comments

  1. Ja dieses Skydiving ist definitiv ein Bodyworkout der besonderen Klasse. Ich hatte drei Tage dannach richtig Muskelkater. Und ich durfte nur zwei mal eine Minute. Aber das hat mir auch gereicht. Mein Video von damals hab ich mir noch gar nicht angeschaut. Sollt ich wohl mal tun ;)

  2. Sieht sehr gut aus und interessant. Das wünsche ich mir schon so lange. Seit ich aber deinen Bericht gelesen habe mit dem starken Luftstrom, Anstrengung usw. weiß ich nicht, ob ich da nicht einfach zu voreilig war :-( Ich hab mir das nie so anstrengend vorgestellt. Vielen Dank fürs Teilen.
    Viele Grüße
    Iris

    • Liebe Iris,

      danke für deinen Kommentar. Wenn du es dir schon so lange wünschst, würde ich es an deiner Stelle einfach mal ausprobieren. Ich habe es trotz fehlender Armmuskeln auch geschafft. ;-)

      Viele Grüße
      Jessi

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