Monate: Februar 2014

Oche Alaaf! Mein persönliches Öcher Karnevals-ABC

Die Karnevalswoche steht kurz bevor. Donnerstag um 11:11 Uhr legt das ganze Rheinland die Arbeit nieder und feiert bis zum Aschermittwoch durch. Für Außenstehende ist das bunte Treiben häufig erst einmal etwas irritierend. Plötzlich stehen alle Kopf, tragen Kostüme und singen Lieder, deren Texte voller unbekannter Worte stecken. Da werden Traditionen ausgeübt, die Nicht-Rheinländer schon mal kopfschüttelnd beobachten. Auch ich habe während meiner letzten Jahre in Aachen so einiges über den Karneval gelernt und Liedtexte nachlesen müssen, um sie zu verstehen. Um allen Neu-Jecken und denen, die es werden wollen, einen kleinen Einblick in die schrägen Traditionen und unbekannten Worte zu geben, gibt es hier jetzt mein ganz persönliches (öcher) Karnevals-ABC.

Durch den Alten Elbtunnel zu Fuß die Elbe unterqueren

„Hier passen doch keine Autos durch!“ „Doch, wir sind hier auch schon mit unserem Bulli durchgefahren!“ Ich bin beeindruckt. Die Fahrbahn, in deren Mitte ich gerade stehe, wirkt auf mich viel zu schmal für Autos. Aber im Schätzen war ich noch nie gut. Und schließlich unterqueren die Menschen seit 1911 dank des Alten Elbtunnels in Hamburg die Elbe – zu Fuß, per Fahrrad und auch in vierrädrigen Vehikeln. Am Wochenende sind die beiden Tunnelröhren für Autos gesperrt und so legen wir die 426,5 Meter in Gesellschaft von weiteren Fußgängern und einigen Radfahrern zurück.

Nachtmichel: In einer aussergewöhnlichen Rooftop Bar das glitzernde Hamburg geniessen

Als ich beschlossen habe, dass wir die Treppe nehmen, habe ich dabei an eine steinerne Wendeltreppe gedacht. Eine Treppe, wie ich sie aus dem Kölner Dom kenne. Eine Treppe mit ausgetretenen Steinstufen, die sich rechts und links an eine Steinwand schmiegt und sich um das Innere des Turmes windet. Doch beim Hamburger Michel ist alles anders. Jetzt befinde ich mich auf einer Holztreppe, die frei im Raum steht und stets den Blick nach unten frei gibt. Ich bilde mir ein, dass sie auch ein wenig wackelt. Oder ist das gar keine Einbildung? Wir hätten auch den Aufzug nehmen können, aber nun ist es zu spät. Auf halbem Wege einfach umkehren kommt nicht in Frage. „Runter fahren wir dann aber,“ entscheide ich, während ich zaghaft den nächsten Treppenabschnitt betrete, beide Hände fest am Holzgeländer, das vom kondensierten Wasser ganz feucht ist.