„Gib schon her den Schmarrn!“ – Eine ganz besondere Show in Baden bei Wien

Kein Wunder, dass der österreichische Kaiser Franz I. jedes Jahr zur Sommerfrische nach Baden bei Wien kam. Schließlich kann man hier das Leben so richtig genießen – in unserem Fall sogar bei absolutem Kaiserwetter. Zwar kann das noch heute erhaltene Kaiserhaus in Größe und Prunk nicht annähernd mit Schloss Schönbrunn in Wien mithalten, doch hatte der Kaiser hier alles, was er brauchte. Dazu zählte auch eine Hofbackstube, in der aktuell Herwig Gasser „Süßes vom Feinsten“ zaubert. Als wir den Innenhof des Kaiserhauses von der Hitze ermattet betreten, stehen die Zutaten für den Kaiserschmarrn, dessen Herstellung uns Herwig Gasser gleich präsentieren wird, schon bereit. Gespannt warten wir auf den Start der Kaiserschmarrnshow.

Herwig Gasser (1 von 1)

Während Herwig Gasser unsere Truppe begrüßt und uns seine Assistentin vorstellt, werden wir erst einmal mit kühlen Getränken versorgt und nehmen die vielen Sitzmöglichkeiten dankend an. Diese verlassen wir dann aber doch noch einmal, um einen Blick in die kaiserliche Hofbackstube zu werfen. Normalerweise ist das aufgrund der strengen Hygienevorschriften natürlich nicht möglich, kurz vor einer Grundreinigung steht einem kleinen Rundgang aber nichts im Wege.

Innenhof des Kaiserhauses (1 von 1)

Anschließend erzählt uns der Chef persönlich erst einmal, wie der Kaiserschmarrn entstanden sein soll (es handelt sich um eine von mehreren Legenden):

Eines Tages soll dem Oberhofzuckerbäcker eine Palatschinke zu dick geraten und mehrmals gerissen sein. Er versuchte mit viel Staubzucker und Rosinen noch zu retten, was zu retten war, aber dennoch war er mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Völlig entnervt stülpte er einen Silberdeckel darüber und verzog sich schmollend  in seine Kammer. Einer der Mitarbeiter der Küche hatte das aber nicht mitbekommen und meinte, das Gericht sei fertig zum Servieren. Gedacht, getan, und schon wurde die verunglückte Süßspeise dem Kaiser vorgesetzt. Als der Diener den Silberdeckel ehrerbietig hob, enthüllte er das dicht mit Staubzucker bestäubte Unglück und wollte entsetzt wieder abservieren. Der Kaiser jedoch meinte gutmütig: „So geb Er den Schmarrn schon her!“

Zutaten (1 von 1)

Und dann gehts los. Herwig Gasser lässt uns an den Rumrosinen schnuppern („Aber nicht zu tief einatmen!“), erklärt uns, dass man den Kaiserschmarrn idealerweise in einer gusseisernen Pfanne mit Deckel zubereitet und muss eben diese noch einmal austauschen, weil sie durch die Sonne bereits zu heiß geworden ist. Zwischendurch lässt er sich beim Eischneeschlagen von einigen Reisebloggern helfen und hat den ein oder anderen lockeren Spruch auf den Lippen. „Ein Kaiserschmarrn wird immer mit zwei Gabeln zerrissen!“ lehrt er uns, als wir neugierig um die herrlich duftende Mehlspeise herumstehen und darauf warten, sie endlich probieren zu dürfen. Doch bis es soweit ist, müssen wir noch ein wenig Geduld haben. Die ist beim letzten Schritt – Karamellisieren von Zucker – besonders wichtig, damit der Zucker nicht schwarz und somit unbrauchbar wird. Am Schluss wird der karamellisierte Zucker noch untergehoben und dann dürfen wir uns über den Inhalt der großen Pfanne hermachen.

Blogger beim Eischneeschlagen (1 von 1)

Ab mit dem Teig in die Pfanne (1 von 1)

Vor dem Wenden (1 von 1)

Teig zerteilen (1 von 1)

Karamell hinzufügen (1 von 1)

Ihr wollt auch einmal in den Genuss des Kaiserschmarrns von Herwig Gasser kommen? Dann habt ihr zwei Möglichkeiten:

  1. Ihr fahrt nach Baden oder Wien und lasst euch kaiserlich bebacken. Vielleicht besucht ihr auch direkt die Kaiserschmarrnshow?
  2. Oder aber ihr versucht euch einmal selbst als kaiserlicher Zuckerbäcker. Hierfür habe ich euch das Originalrezept aus dem Kaiserhaus Baden mitgebracht.

endlich probieren (1 von 1)

Zutaten für sechs Personen:
  • 8 Eiweiß
  • 8 Eigelb
  • 5 EL Kristallzucker
  • 240 g Mehl
  • 1/2 l Milch
  • 60 g Rosinen
  • 1 EL Vanillezucker
  • 1 EL Rum
  • 1 unbehandelte Zitrone
  • Prise Salz
  • 100g Butter
Zubereitung:

Die Rosinen werden einige Stunden im Rum eingelegt.

Milch, Eigelb, Vanillezucker und Mehl werden glattgerührt. Anschließend wird das Eiweiß zusammen mit dem Zucker und einer Prise Salz zu Schnee geschlagen und vorsichtig untergehoben. Hinzu gibt man etwas Schalenabrieb der Zitrone.

Die Butter wird in einer Pfanne erhitzt. Anschließend lässt man den Teig hineinlaufen und bestreut ihn mit Rosinen. Dann den Deckel schließen und  den Schmarrn anbacken lassen. Nach einer Weile muss der Teig gewendet und fertig gebacken werden. Am Schluss wird dann noch karamellisierter Zucker untergehoben.

Den Kaiserschmarrn isst man in Österreich mit Puderzucker und Zwetschkenröster.

Ein Rezept für den Zwetschkenröster findet ihr z. B. bei Spaness.

das leckere Ergebnis (1 von 1)

Vielen Dank an Casino Urlaub Österreich, Tourismus Baden und das Hotel Admiral für die Einladung nach Baden. Besonders bedanken möchte ich mich auch bei Herwig Gasser für den leckeren Kaiserschmarrn. Meine Meinung ist wie immer meine eigene.

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4 Kommentare

  1. So ein Schmarrn. Ich mag doch keine Rosinen. Aber wegen dir ! hab ich jetzt hunger auf Kaiserschmarrn. Ging das denn auch bei den warmen Temperaturen ?

    • Kann man ja auch ohne Rosinen machen.
      Och, ich kann bei jeder Temperatur alles essen. 😉

      Liebe Grüße
      Jessi

  2. Oh wie geil!
    Und noch viel geiler: gut, dass dem Chef der Schmarren auch ein wenig schwarz wird – dann kann ich demnächst sagen: „Das muss so!“

    🙂

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