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Zwei Museumstipps für einen Tag in Lennep

Für einen Rundgang durch das historische Lennep ist Dauerregen natürlich genauso unerwünscht wie für einen Bummel durch jeden anderen Ort. Doch was tun, wenn es nass und ungemütlich ist? Jetzt ist man ja schließlich schon mal hier und der Tag will genutzt werden. Gut, dass es in Lennep und seiner Umgebung so einige Museen gibt, die der ideale Zeitvertreib bei Bergischem Schmuddelwetter sind. Zwei dieser Museen durfte ich während meines Tages in Lennep selbst besuchen: Das Deutsche Röntgen-Museum und das Tuchmuseum.

Röntgenmuseum (1 von 1)

Deutsches Röntgen-Museum

Das Deutsche Röntgen-Museum gefällt mir schon von außen: An ein altes, typisch bergisches Fachwerkhaus ist ein moderner Glasbau angeschlossen worden.  Durch diesen betreten wir das Museum, biegen aber über eine Rampe direkt in das Fachwerkhaus ab. Hier stehen wir erst einmal mitten in der Nobelpreisverleihung von 1901, auf der Röntgen für die Entdeckung der X-Strahlen ausgezeichnet wurde.

Nobelpreisverleihung (1 von 1)

Ein weiterer Raum beschäftigt sich mit dem Privatleben des in Lennep geborenen Physikers. Er liebte das Wandern und die Jagd. Auf seinen Touren durch die Schweizer Natur war auch stets eine Kamera im Gepäck und so darf ich auch einige seiner wunderschönen schwarz/weiß-Fotos betrachten. Ich erfahre, dass Röntgen kein Abitur hatte und nur aufgrund seiner sehr guten Schulnoten und einer Eignungsprüfung an der ETH Zürich studieren durfte. Kinder hatte er keine und ich werfe die Vermutung in den Raum, dass dies eine Folge seiner Forschung gewesen sein könnte…

Röntgen Schreibtisch (1 von 1)

Weiter geht es in den Keller des alten Hauses. Hier werden die Gewölbe in geheimnisvolles Dämmerlicht getaucht, wodurch die Apparaturen aus Röntgens Schaffenszeit noch unheimlicher wirken als sie es ohnehin tun. Über eine Rampe gelangen wir wieder in die oberen Stockwerke, wo wir aus der Vergangenheit langsam in die Gegenwart reisen und die Entwicklung der Röntgenapparate mit einer Mischung aus Neugier und Unbehagen betrachten. Unglaublich, wie leichtsinnig früher mit den X-Strahlen gearbeitet wurde.

Röntgen Labor (1 von 1)

Röntgen Apparate (1 von 1)

Für das Röntgen-Museum sollte man sich durchaus einen halben Tag Zeit nehmen. In jedem der Räume gibt es Infotafeln, Monitore und Gelegenheit, ein wenig zu experimentieren. Weitere Infos gibt es hier.

Tuchmuseum

Das Tuchmuseum wird ehrenamtlich und mit vollem Herzblut von Franz Werner von Wismar geleitet, der auch reglemäßig Führungen anbietet. In dem alten, mit Schiefer verkleideten Haus geht es erst einmal viele, viele Stufen hinauf. Oben angelangt betreten wir einen Flur, von dem sechs Themenzimmer abgehen. Für alle, die nicht (mehr) gut zu Fuß sind, gibt es einen Treppenlift, den ich zur Belustigung aller einmal testen darf.

spinnen (1 von 1)

Buchhaltung (1 von 1)

Franz Werner von Wismar führt uns durch die einzelnen Zimmer und erzählt leidenschaftlich von einer Zeit, in der die Lenneper Textilindustrie in voller Blüte stand. Ein wenig Stolz schwingt in den Ausführungen zu Recht mit, denn Frenz Werner von Wismar ist Teil der Familie Hardt – einer der bedeutendsten bergischen Industriellenfamilien. So lernen wir auch, dass seine Vorfahren nicht nur etwas von der Tuchmacherei verstanden sondern bspw. auch an der Gründung der Deutschen Bank beteiligt waren.

Stempeluhr (1 von 1)

Schreibmaschine (1 von 1)

Poststelle (1 von 1)

Neben alten Webstühlen gibt es Fotos, Bücher, Stoffe – und alles zum Anfassen. Das Tuchmuseum ist ein richtiges Erlebnis für alle Sinne und genau das Richtige für große und kleine Entdecker. Wer die Infotafeln nicht lesen möchte, nutzt die Hörmuscheln und hört einfach nur zu. Wissen to go gibt es seit kurzem auch, hierzu einfach die entsprechenden QR-Codes scannen. Auch im Tuchmuseum sollte man einen halben Tag einplanen und z. B. in Ruhe in den vielen Bildbänden schmökern. Wer mag, kann sich im Anschluss direkt im Museum an der Bergischen Kaffeetafel stärken. Die Infos hierzu und zum Museum allgemein gibt es hier.

Vergangenheit trifft Gegenwart (1 von 1)

Vielen Dank an Die Bergischen Drei für die Einladung nach Lennep. Ganz besonders möchte ich auch Claudia Holtschneider und Franz Werner von Wismar für die interessanten Führungen durch die beiden Museen danken. Meine Meinung ist wie immer meine eigene.

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